Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 7 (1864)
- Issue
- 10 (9.3.1864)
- Date
- 1864-03-09
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2542917-2543121-2543132--3563-2547451- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Ehrwürdiger Herr Babbi! Löbliche CultiiSYorstebimg! So sehr auch die hierortige Gemeindevertretung bei der Ausfertigung und Einrichtung ihres im Sept. v. J. eingeweihten neuerbauten Gotteshauses, ausschliesslich den selbst kostspieligen Anordnungen ihres ehrwürdigen Herren Oberrabbinen, strenge Folge geleistet, so dass dieses Gotteshaus abgerechnet eines vorwärts geschobenen Almemors, und des an Feiertagen verwendeten Choralgesanges, bezüglich des strickten Beibehaltens aller Gebete und aller ceremoniellen Minhagim, nicht anders als eine Synagoge zu benennen ist;—so sehr auch vom Beginn der Tempelbauangelegenheit — im Jahre 1855 — v biszu ihrer Erledigung im v. J. alle diesbezügliche wichtige Fragen als: Choralgottesdienst, Sitzeeintheilung, Sitzeübertragungen, Kantorwahl u. 8. w. einzig und allein mit und durch den einhelligen Willen der Gesammtgemeinde, und mit der oberbehördlichen Genehmigung zur Ausführung kamen; — endlich so sehr auch die Vorstellung in dem Streben den Wünschen aller Gemeindeglieder und Classen Rehnung zu tragen, viel weiter, als die Generalversammlung ging, denn während diese die alte Synagoge in einen einzigen Choraltempel umzuwandeln beschloss, liess Erstere neben einem neuen, die alte Synagoge mit ihrer Gesammteinrichtung unbeirrt und ungeschmälert, ungeachtet dessen Sitzeigenthumsrechte, bis auf einige Wenige, in die Neue übertragen wurden, nach wie vor zur beliebigen Andachts- Übung bestehen;trotz allemdem, ist selbst ein dem Fortschritte und dem * Zeitgeiste Viel mehr huldigender wirklieher Choraltempel nirgends solchen Kämpfen und Anfechtungen ausgesetzt als der unsrer Gemeinde. Zwei benachbarte unbedeutende marktschreierischen Rebbes; von Szikszo und Szt: Pejter, die wie ihre Antecedenzen bezeugen, in jeder in Friede׳ und Eintracht 16benden Gemeinde die Fackel der Zwietracht zu entziinden bestrebt sind, haben nun auch hier ihre Werkstätte der finstern Wühlerei angelegt, wozu natürlich der Chorgottesdienst als corpus delicti herhalten muss, — haben sich erfrecht die hiesigen neuen Tempel mit einer Thüme und mit — — — zu vergleichen, — den hierortigen in strenger wahrhafter Frömmigkeit ergrauten (dem Set Peterer Rabbi behördlich Vorgesetzten) Oberrabbinen, als sakenmamre und Religionsabtrünnigen zu benennen, die Gemeindemitglieder zur Lossagung aufzufordern. Dank jedoch dem gesunden Urtheile der überwiegenden Mehrheit unsrer Gemeindeglieder, und Dank dem stets entschiedenen jedoch friedlichen Festhalten der Vorstellung an den von der Gesammtgemeinde mehrmalig und einhellig erflossenen Bestimmung,* konnte es jenen friedstörigen Wühlern nicht gelingen, die Gemeinde, — abgerechnet einiger Furchtsamen, welchen ein Nachtheil im Geschäfte gedroht wird, und jene, welche hier wie überall, jeder in einer Gemeinde auftauchepden Trotzbietung aus Wichtigthuerei sich gerne anschliessen, von der Friedfertigkeit, oder von dem Tempel zu entfremden. Doch diese zwei gegnerischen Gränz-Rebbes unbefriediget mit dem schwachen Erfolge ihrer aufrührerisehen Drasches, ihrer abgedroschenen Parabeln und ihrer sofistischen Wort- und Sinnverdrehungen, haben