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Ben Chananja · 1864-02-24 · 8 (24.2.1864) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
8 (24.2.1864)
Date
1864-02-24
Page
– (sequence 7)
Language
German
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157 Herr Oberrabbiner R-, der ursprünglich ohne irgend einen Gehalt die damals in Prag vakant gewesene Oberjnristcnstcllc angenommen hat, und nur auf zufällige Sporteln angewiesen war, dermalen ein Firum von jährlichen 1200 fl. bezieht, eine unentgeltliche schöne Wohnung iiiiie hat, den seit dem Tode des berühmten Ezechiel Laudan keinem der bisherigen Oberjnnsten gestatteter Titel eines Ob c rra b binerü führt und dabei im Genüße aller ihm früher zngcstandencn Emolumente'geblieben ist. (Schluß folgt.) Literarische Änzeigen. DaS vierte EzrabiuWnach feinem Zeitalter, seinen arabischen Aeberfetzunge» tittb einer neuen Herstellung. Von H. Ewald. Güttingen 1863. Bon Leopold Dukes. ״Die Worte sind dunkel und versiegelt."') Der Profct Daniel hörte einst diese Worte. Es sind indessen mehr als zwei Jahrtausende') vergangen, und die Worte sind noch immer dunkel, und werden wol noch lange dunkel bleiben. Vielleicht ist die Dunkelheit heilsam für alle. Es hat zwar nicht an gutem Willen gefehlt, dieselben zu deuten — die Zahl der Versuche ist sehr beträchtlich. — Die Erfahrung lehrte aber, daß die Wahrheit diesen Dcutnngen nichts zur Seite gestanden hat. Diese Worte und was damit zusammcnhängt, haben sich frühzeitig als Hoffnungen verkörpert und sind in die weite Welt gezogen durch Länder und.׳Zeiten. Dunkelheit hat diesen Worten ihr Entstehen gegeben. Dunkelheit hat sie erhalten als Monument der Geschichte. Zu den ältesten Versuchen, die Worte Daniels zu erklären, gehört daS vorliegende Buch. Cs ist übrigens viel reicher an neuen Dunkelheiten, als an ncueil Aufklärungen. Es bedarf selbst eines Dentcrs. Da es nicht als Bestandtheil der Bibel betrachtet wird, so kann es allerdings mit Daniel nicht die gleichen Ansprüche auf dogmatische Wichtigkeit machen. Allgemeines Interesse aber ist dem Buche nicht abznsprcchcn. Dieses Interesse war es auch , welches die nachfolgenden Zeilen diktirte. Das Zeitalter dieses Buches ist nicht bekannt. Es ist nichts darin, das als fester Anhaltspunkt für irgend eine bestimmte geschichtliche Feststellung benutzt werden kann. Nach Ewalds Ansicht soll dasselbe unter Nero im Jahre 80 der christlichen Zeitrechnung geschrieben worden sein. Für unser» jetzigen Zweck ist cs vollkommen hinreichend, diese Ansicht erwähnt zu haben. Kritik mag sich damit beschäftigen. Für jetzt liegt die Betrachtung: des pro und oontrn dieser Sache außer unserm Bereich. Nicht einmal der Inhalt selbst dieses Buches ist die Aufgabe der nachfolgenden Zeilen. Wir können zur Erklärung des Buches nichts darbieten. Wir können uns nicht rühmen, es zu verstehen. Gewisse killtnrhistorische Zusammenhänge nachzliiveisen, und der Betrachtung׳ deö Lesers vorznführcn, ist' der alleinige Zweck dieser Zeilen. Vielleicht auch, daß diese Ansprüche auf die Aufmerksamkeit des Forschers Bezug haben kann. ,'H)aS Buch ist größtenthcils aus Bibelstellen zusammengesetzt. ES ist dies die Hauptcharakteristik seiner flylistischeu Form. Manche Phrase und Anschaunng .gehört dem Ml"drasch an. Der ganze Ton des Buche's erinnert-an die'Mid ra sich im. Es gibt dies dem Buche seinen allgemeinen kulturhistorischen Charakter. Zn der talnindischen Phrase gehört z. B. die folgende Stelle (S. 07) ״Gott hat mir den Weg zum Worte gegeben." Im Mid r-a sich lesen wir: Gott hat Mose» seinen Weg - gegeben , -damit er - um Barmherzigkeit beten soll." ') 158 Diese eigenthümlichen Phrasen einer Sprache sind, nicht nur für die einzelne Sprache wichtig, sie find auch lehrreiche Beiträge zur allgemeinen Geschichte der menschlichen Anschauungen. Im Talmud sind deren viele noch zerstreuet, welche der Betrachtung eines Kenners ent« gegenharrcn. ' - Wenn die soeben angeführte Phrase als rein philologische zn betrachten ist, so hat die nachfolgende einen philosofischen BeigcschmöÄ. Es begegnen uns (S. 17) die Worte ״durch mich und keinen an« dern." Gott spricht diese Worte. Es sind dieselben׳ sehr klar, 1»1d dennoch können sie vielleicht als eine Art Gegensatz der platonischen Ansicht zu betrachten sein. ׳') Die talmudische Phrase — אני ולא אהר (durch die Peßach Haggada allbekannt) findet sich als Seitenstück dazu ein. Von Phrasen dieser Art, —- welche vermehrt-werden könnten — wenden wir uns zu Anschauungen, welche tief im Herzen der Zeit gelegen sind. Ei» Wort mag genannt sein, welches die Gemüther immer beschäftigt hat, und mehr oder minder noch heute beschäftigt. Dieses Wort heißt Messias (משיה). Welten von Anschanungen und Hoffnungen birgt dieses dunkle Wort in sich. Es ist ein p o li ti schth eo l ogischcr Stein der Weisen! Die Zeit der Erscheinung des Messias soll — nach talmndischer Anschauung — eine Schmerzenszeit sein, reich an betrübenden Ereignissen. Der moralische Zustand der Menschen soll ein sehr .tief gesunkener sein. Die Convnlsionen der Zeit und. alles,'was danüt zusamniklihängt, ist im Talmud mit dem allgemeinen MuSdrnck /הבלי משיד ״die Wehen der Messiaszeit" bezeichnet. In dem vorliegenden Buche (S. 64) lesen wir AehulicheS. (Fortsetzung folgt.) , ' Ä. n in erk u n g e n. ׳) Daniel 12,9. יבי סתומים והחומים הדברים י) Jüdische Schriftsteller hätten gesagt ב' אלפים׳ ן^ןך Dante Paradies XI 65) hat ebenfalls dieses ״ ועודliiib niffjr." ף SchmoU, ntia( K»p. zrvi) - שביל יי) In! Tim äu s ist diese Ansicht ausgesprochen, daß Gott gewisse Thcile der Welt durch Nntergötter erschaffen ließ. -י) Vcrgl. Schir haschirim rabba (zu 2, 13) sind die Zcjchen der Messias Zeit (0יממ משיה gegeben (auch sonst noch auf manchen Seiten.) Literarischer Kolli» (l2i?2). xxu. . Im ״B. CH." Jahrg. 6,'S. 915 in der literarischen Anzeige: ״N. Hai Gaon und der Catholicns in Bagdad" sagt der durch seine reiche Gelehrsamkeit als durch seine Kritik gl ich ausgezeichnete Herr Dukes bezüglich-des Satzes: 2•כלה^ומרדברהכמה אפילו-בא״וה ו ״Wir können zwar in diesem Augenblicke nicht angeben, ob dieser Spruch sich etwa in einem Midrasch findet n. f. w. Es bietet dieser Satz für die Kulturgeschichte ein ebenso wichtiges Moment, als er für die Helle und unbrstochene Beurtheilungsweise ein empfehlendes Argnment liefert, weshalb eS von besonderem Interesse ist, den .Fundort sowol, als auch den Autor des- SatzeS und somit die Zcit -seiner-Entstehung -zu-kennen." Cr findet sich Meg. babl. 16, n im Namen R. JochananS angeführt .

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