Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 7 (1864)
- Issue
- 7 (17.2.1864)
- Date
- 1864-02-17
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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!Bö 136 Der hebr. Kommentar des R. Jesaja (der großen Bibel ed. Ämstrrd. betgedr.) erklärt Visse Stelle ebenfalls wie unser lat. Kommentator: ואיסה אחת קמח ,פירוש ג׳ סריס צריכין ט׳ עשרוני□ הרי איסה הסר עשרון auch nach ihm ist demnach die Bezeichnnng ״ein Epha" hier ungenau, da 10/י fehlt. Raschi führt im Namen des R. Jsak Halewi folgende Erklarung zu dieser Stelle an:שמעתי מש□ רסנו יצחק הלויאיסה קמח שלש סאין להוציא ממנה שלשה עשרוני□ סולח הראוי לסר האחד כדרתנן לח□ הסני□ עשרי□ וארבע עשרוניב□ מעשר׳□ וארבע.□אין ,עשרון סולח לסאה (צ״ל מסאה) חטין•: Diese Erklärung setzt voraus, daß Elkana nur einen von den drei Stieren zum Opfer dargebracht habe — eine Ansicht, die auch Kimchi theilt: בסרי□ שלשה ,מה□ לאבול ומה□ לובוה ל״יי לסיכך אמר וישחטו את הפר ולא אמר את הסרים ר״ל הסר שהקריבו לי",י :" — »nv nimmt איפה als Getreide- (nicht Mehl-) Maß, welches drei אח□ enthält, aus welchen drei Zehntel feines Mehl gezogen wurden, da (wie aus Traktat Menachoth ersichtlich) ein סאה Weizen stets ein Zehntel ״seines Mehl lieferte." Hierdurch hatten Wir auch den Schlüssel zu den scheinbar dem hebräischen Text widersprechenden Worten der Vulgata gefunden. Unter den ״tribus modiis“ sind nicht ״drei Scheffel" (3 איסה) verstanden, sondern nur ״drei Maße (אה□)" d. i. ein .איפה Getreide, aus welchem Mehl gezogen wurden. Der Tert der Vulgata braucht also an dieser Stelle nicht für korrumpirt gehalten zu werden, er stimmt vollständig mit der Erklärung des von Raschi angeführten Jsak Halewi überein. Darum übersetzt auch die LXX. איפה' oft mit ״r(«« [*hya" (//2סאה~ע0^ז). 9. c. II. 0. 3.רמה קרני Cornu fi’ium vocat, quia quando sipe filio erat, absque cornu videbatur sibi esse. ״Unter dem Ausdrucke ״mein Horn" versteht Channa ihren Sohn; denn so lange sie ohne Sohn war, war sie gleichsam ohne Horn." Diese allegorische Deutung erscheint so sehr als echt haggadisch, daß es nns Wunder nimmt, sie nicht unter den im Midrasch Samuel z. St. 6. 4. s. f. aufgeführten zehn Haggadischen Deutungen des Wortes )קר anzutreffen. Der vorliegende Schriflvers wird vielmehr daselbst allegorisch auf ״das Horn des Profetenthums" gedeutet. Die Stelle lautet daselbst also: עשר קרנות ה□ ובד וקרנה של נבואה רמה קרני בי"י Wie in diesem Verse eine Hindeutung auf das Profetenthum liegen soll, ist für den ersten Augenblick unserstündlich. Der Kommentator עץ יוסף meint, ״weil Channa, nach Megilla 14, zu den Profetinnen gehört haben soll." Aber wäre es dann nicht viel schlagender, die ibid. aus dem Profeten Habakuk angeführte Stelle auf das Profetenthum anzuwenden? Darum scheint es uns viel richtiger zn sein, daß der Midrasch das von der Channa gebrauchte Wort קרני auf ihre» Sohn Samuel bezog, und darin, weil derselbe nach Mose der erste Profet gewesen, sehr passend eine Allegorisirung des ganzen Profetenthumö erlblickte. Hiernach erscheint die Erklärung des lateinischen Kommentators, eornu ״filium“ vocat, im vollsten Einklang mit dem Midrasch. (Fortsetzung folgt.) R e p l L k. In Bezug auf die Rezension meines Buches Darkah schel Thora (B. Eh. 6, 848 ff) habe ich Folgendes zu bemerken: 1) Mein Geburlötag war am 28. Nov. 1806 (10. Dezember)^^□□ יוסד׳ כ״ט 2 -התקסו) Daß die Mlschna von den Amorärrn mehtereutheils nicht blos aus Sprachunkenntniß, sondern ans der allzusehr überhand genommenen derasischen Erklärungsweise mißverstanden wnrde, habe ich bereiis (in meinem Werke S. 17. 18) ausdrücklich gesagt, uud glaube eS auch im Verlaufe meines Werkes unzählige Mal erhärtet zu haben. 3) Daß ich den MaimonideS im Jggerelh, haschmad gegen Geigers Angriffe minder gut vertheidigt, sehe ich nichtein; ich gebe zu, daß Maim. die Agadoih nicht hinlänglich zu erklären gewußt, ja daß ihm über- Haupt die Kritik gänzlich gemangelt (s. m. W. S. 203); halte ja der unsterbliche Entdecker der Gesetze der Bewegung der irdischen und der Himmelskörper Zsak Newton, der bereits von der Phystk als falsch anerkannten Emanationshypothese in der Lichttheorie gehuldigt und fich in seinem Alter sogar mit der Berechnung der Daniel'schen Zahlen beschäftigt, die nur theologische Träumereien und fantastische Konjekturen enthält, und dennoch könne» wir ihm seine großen Verdienste um die Physik nicht streitig mache»; denn selbst das größte Genie kann nnr einen Theil der Wahrheiten entdecken, alle hingegen sind keinem Sterblichen enthüllt worden. Nie aber kann und werde ich zugeben, den MaimonideS, wie Geiger, der Halbheit , ja der Heuchelei zu beschuldigen, und stehe immer zu dessen Vertheidigung bereit. 4) Daß ich ferner R. Iehuva den Heil, gegen die dem Talmud entnommenen Angriffe SchorrS in Schutz genommen, wofür mir die vulgär Orthodoren wenig Dank wissen werden, thiit meinem Dafürhalten nach der gerechten Sache, keitieu Abbruch, da ich nur der Wahrheit das Wort geredet, unbekümmert um das Lob oder den Tadel der Menge. 5) Endlich will ich als kein Gesetzgeber austreken und der Menge imponiren, halte vielmehr streng an den Formen des zeremoniellen Jndenthums; sollten aber manche Reformen ein Gemeingut der Menge werden, d. h. in Fleisch und Blut übergehen, so werde ich mich keineswegs denselben ans orthodoxen Gründen widersctzen. Mein Grundsatz in dieser Beziehung besteht darin, jedem Gebiete das seinige zu lassen, und lautet: wo ich glaube, da denke ich nicht, wo ich denke, da glaube ich nicht. ־ Sie können es Halbheit nenneu, aber dennoch ists so; freilich , ziehe ich das reine Denken dem Glauden vor, aber nur in des erster« eigener Sphäre, hingegen überlasse ich die Thal dem Glauben, und halte gewisscrmassen zu derjenigen Partei, die unsere Religion eure Religion der Thal nennt. ׳ Euer Eyrwürden ergebenster Äo r re sp onden). Ausland. 'lV. München, 1. Februar. Eine Trauerbotschaft habe ich Ihnen heule zu berichte», die hier in allen Kreisen ohne Unterschied des StandrS und des Glaubens ein tiefes und lebhaftes Bedauern,»-