Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 7 (1864)
- Issue
- 6 (10.2.1864)
- Date
- 1864-02-10
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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m. 6. 85cflcHt11, Den 10. .feüruar 1864■ Ste6eRter Fahrzang. Jeden Mittwoch erscheint ein Priknumeratkonsprcis: Ganzjährig 7 fl., balbj.3 fl. 50 kr., vierrelj. 2 fl. oft. W. Einzelne Nummern «Skr. Man aboimirt bet allen Post« Ämter» u. Buchhandlungen des Zunnd Auslandes. m Öltamrajit. Wochenblatt für jüdische Theologie. Herausgeber und Redakteur: LH L» T» M» Oberrabbiner zu Szegedin. Inserate sind and. Redaktion in Szegedin oder an Hr». /ranz MgiM in lleijijig zu senden. Die 2,'paltige Petitzeile wirb mit 10 Nkr. ---- 2 Sgr. berechnet. llc-akllon: 3 Kronen-Gafse, Politzer'scheS Inhalt. Dr. Michael Sachs. Nekrolog. Vom Herausgeber. — Biblische Eregese. Von Dr. Jakobi. — Korrespondenz. Äusland. London (Montefiore.) Paris (Alliance.) Inland. Wien (Volksschule.) Wien (der Herzog von Jerusalem.) Wien (Guggenheimer.) Pest (Reich.) Pest (Trauer.) Pest (Sachs.) Pest (Vorlesungen.) Szegedin (Wvhlthätigkeit. Vorstand.) Prag (Stein.) Prag (Sippurim.) Mähren (Brünner Zustände.) Jägerndorf (Friedländer.) Venedig (Ernennungen ) Miskolez (Hilfe für Nothleidende.) Miskolcz (TheuerungSzulage.) Siklüs (Spendung.) Moor (Statt- Halterei-Erlaß.) Välkänp (Wohlthäligkeit.) Kula (Wohlthätigkeit.) Znaim (Traurede von Dr. Ad. Jellinek.) Vüsärhely (Dr. Berger.) — Lireräri scher Kolbo. XXI. Von Löwy. — Erklärung von Salomon Weiß. — Berichtigung. Von S. Horowitz. — Bemerkung. Dr. Sachs, dessen frühzeitiger Verlust von allen gebildeten Juden betrauert zu werden verdient, erblickte am 3. Sept. 1808 in Gr. Glogan das Licht der Welt. Jm J. 1836 wurde er, von seinem Vorgänger, Dr. Zunz, warm empfohlen, nach Prag berufen, wo er bis 1844 als Prediger an dem neuen Tempel wirkte. Am Schemini Azereth des eben erwähnten Jahreö hielt er in Prag seine Abschiedsrede, nachdem die Tempelgemeinde alle ihr ׳zu Gebote stehenden Mittel angewendet hatte, um den verehrten und geliebten Prediger an ihrer Spitze zu erhalten. Am Sabbathe Par. Noach hielt er seine Antritlspredigt in Berlin. Im Jahre 1859 wurde er von den Vorstehern der Pester Gemeinde zum Oberrabbiner gewählt; lehnte aber die Wahl ab. Dies ist Alles , was uns aus dem Leben des Vollendeten bekannt ist. Dr. S. hatte als Prediger einen bedeutenden Ruf. In Prag spricht man bis auf den heutigen Tag mit Begeisteruug von seinen Vorträgen, die sich besonders durch poetischeu Schwung und Glanz der Sprache auszeichneten. Selbst einer seiner Gegner in Berlin nannte S.'s ״rednerische Einkleidnng" einen ״kostbaren Königsmantel." Gewiegte und erfahrene Sachkenner, deren Urtheil wir zu hören Gelegenheit hatten, erkannten die hinreißende Kraft seiner Beredsamkeit unbedingt an; doch fanden ste, daß ihm die Ausdauer in dev Elaboration zuweilen verlassen haben mochte, weshalb seine Predigten nicht selten, gerade gegen den Schluß zu, ein Abnehmen an' Kraft und Gediegenheit verriethen. Sein Sprachorgan war äußerst woltönend, biegsam und modulationsfahig. Er sprach leicht und rasch, und seine Gestikulationen waren lebendig. Viele fanden in seinem Vortrage eine Nachahmung des Berliner Prof. Werder, zu welchem er in freundschaftlichen Beziehungen stand. Im Drucke ist, so viel uns bekannt wurde, niemals eine Predigt von S. erschienen. Eine Aeußerung von ihm über die Kanzel — im eigentlichen Sinne — glauben wir seinen zahlreichenVerehrern nicht vorenthalten zu dürfen. Im Jahre 1844 wurde in Groß-Kanizsa bet Gelegenheit eines zu Gunsten der Orgel zu führenden Baues innerhalb der Synagoge auch die Frage ventilirt, ob nicht für die Kanzel eine passendere Stätte ausfindig gemacht werden könnte. Da nun Manche wissen »voll- .16», daß in der Berliner Synagoge erst vor Kurzem eine sehr zweckmäßige Kanzeleinrichtung getroffen wurde, so richtete ich eine hierauf bezügliche Anfrage an S. Derselbe antwortete umgehend: ״Die freundlichen Gefinnungen, die Sie, geehrter Herr, mir in Ihrem Schreiben so gütig ausdrücken, ׳ verpflichten mich zu freundlichem Danke, und es wird Ihnen wol nicht unangenehm sein, wenn ich Ihnen die Versicherung gebe, daß ich in der kurzen Zeit meines Hierseins eine über meine Erwartungen lebendige Theilnahme gefunden, und hoffen darf, für eine angemessene Gestaltung des Kultnswesenö nicht ganz ohne Erfolg zu wirken. Die hiesige Kanzel ist ungefähr wie die in Prag. Vor dem ארון הקדש zu dem auf beiden Seiten Stufen hinaufs'ühren, befindet sich ein eisernes Gitter, in das ein sauber und zierlich gearbeitetes Pult eingefügt ist. Das ist die ganze Vorrichtung, und ich kann ihre Zweckmäßigkeit nach langer Erfahrung bezeugen. Das Hohle, Pythia.-Artige, das mit dem Sprechen von h öher angelegten Kanzeln herunter sich verbreitet, ist dadurch gänzlich beseitiget, und es tritt eine lebendige Wechselwirkung zwischen dem Sprechenden und der Gemeinde ein. Ob ein solches Pult, wie in Prag der Fall, befestigt ist, oder, wie hier, transportabel, ändert im Wesentlichen nichts. In jedem vorkommenden Falle zu Ihren Diensten, zeichnet achtMUsv.oll ergebenst Dr. Michael Sachs. Berlin, 22. Nov.