Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 7 (1864)
- Issue
- 4 (27.1.1864)
- Date
- 1864-01-27
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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85 86 Rabbiner aNerdingS keine Ursache, denn das Pester VerdammungSurtheil hat ihm bis zur Stunde mindestens nicht den geringsten, Nachtheil gebracht. Aber weil dies der Fall ist, hat sich leider das hiesige Rabbinat auf. eine sehr schmerzliche Weise kompromittirt, indem dadurch auf die handgreiflichste Weise dargrthan ist, daß die Behörde in Gyula dem Pester Urthcil keine Folge geleistet hat. Noch mehr! Der Gyulaer l^yrsteher hat das Pester Urtheil an mehrere Rabbinen, unrer Anderen auch an Faßel in Groß-Kanizsa, gesendet. Faßel erklärte aber, wie^ch aus zuverlässiger Quelle vernehme, das Pester Urtheil für ungegründ e t, und weigerte sich überhaupt ein Urtheil abzugeben, ohne den Angeschuldigten vernommen zu habe«. Wenn es in Ansehung der Autorität eines RabbinateS ans die Größe der betreffenden Gemeinde ankäme; müßte freilich das hiesige Rabbinat hoch über das Groß-Kanischaner gestellt werden. Vorläufig kömmt eö aber darauf nicht an, da der darauf bezügliche Passus in dem hiesigen Memorandum, wie überhaupt das ganze Dokument, wirkungslos geblieben ist. Jeder, der Gerechtigkeitsgefühl hat, wird bekennen, daß Fasset besonnen und würdig gehandelt hat. Nur damit kann sich das hies. Rabbinat trösten, daß Hildesheimer auf seiner Seite steht!! Und nun noch eine Interpellation: Warum lassen Sie dem Thalmud-Thora-Programme unseres verehrten Herrn Oberrabiners nicht Gerechtigkeit widerfahren? (Zn dem mir zugekommenen Eremplare fehlen 5 Blätter. Ich bitte um ein vollständiges Exemplar. Red.) JR. Pest, 23. Jänner. Zur ungetheilten Freude der hiesigen jüdischen Bevölkerung ist der verdienstvolle Schriftsteller und Vorsitzer des ung. isr. Vereines, Herr Med. Dr. Josef Rüzsay, znm korrespondirenden Milgliede der ungarischen Akademie der Wissenschaften gewählt worden. (Im Namen seiner zahlreichen Verehrer gratuliren auch wir unserm biedern und gelehrten Freunde zu der wolverdienten Anszeichnung. L.) —Pest, 25. Jänner- Die Generalversammlung des ״Concordia"- Vereines fand am 23. Abends statt. Wie wir aus dem Berichte und den einzelnen Reden entnommen, übertrifft dieser Krankenverein an Wohltätigkeit die übrigen. Von mehreren trefflichen Reden heben wir besonders die des Herrn Barnay (Gründers des Vereines) hervor, da in derselben besonders betont wurde, ״daß der Verein nicht die Aufgabe hat, sich Vermögen zu erwerben, sondern Wohlthätigkeit zu üben." Die Versammlung zeichnete sich durch ein musterhaftes Benehmen aus, bloS Herr Dr. Meisel hat durch eine geistreiche Rede, in welcher er Herr» Kurländer, der einen Auszug seines Memorandums in 3000 Exemplaren drucken ließ, einen großen Mann nennt, manche Unannehmlichkeiten hervorgebracht. — Da vom Krankenvereine die Rede ist, erwähnen wir »och des ersten Kranken- und Leichenvereines, aus welchem sehr viele Mitglieder wegen des taktlosen und ungerechten Vorgehens des Herr« Kurländer in der letzten Generalversammlung, auszutreten gesonnen sind. a. Fünfkkrchen. Hiemit signalisiren wir dem ״Ben CH." diesem ehrlichen Vorkämpfer eines einzigen Juventhums, einen neuen gewaltigen Spuck im Lager der Romantik. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel sind die im Prozeß ״Kompcrt" gemachten Erklärungen Mannheimerö und Horowitzs unter sie gefahren, sie zu neuer Thätigkeit zu bessern Kraftentwickelung ansraffend. ״Zn den Waffen!" erscholl es in ihren Reihen und von dem heldenmüthigen, glaubenöbegeisterte», bestbeattestirtrn Führer zu E. erging ein Zirkular an die Rabbiner, welche er zu seinen Aposteln zählt, in welchem gegen die allgemein bekannten ketzerischen Äußerungen, welche von so bedeutender Seite gefallen, zu Felde gezogen wird. Zugleich werden die Gewappneten mit Begeisterung aufgefordert, ihren Beitritt zu einer öffentlichen Manifestation zu erklären und durch Paralistrung der neu geschaffenen öffentlichen Meinung über ״orthodox" und ״reform" zur Rettung des von ihnen gerittenen Steckenpferdes beizutragen. Alldieweil es noch hie und da schwachköpsige und leicht zu bethörende Individuen gibt, dürften wir bald ein Elaborat zu lesen bekommen, wodurch d,e Herren Mannheimer, Horowitz, Rappoport, Z. Frankel ganz andern Sinnes werden müssen. Vedercmo! A. N. Miskolc;, 21. Jänner. Unsere renomnzirten Herren Aerzte Dr. Katzander und Dr. Popper, die bei allen Gelegenheiten, wo es gilt, das Wohl der Gemeinde zu fördern, rüstig in die Schranken treten und ihrem tonangebenden Worte die That folgen lassen, zeigten im Laufe dieser Tage durch einen Akt, welcher der Erwähnung nicht unwerth scheint, wie schön es ist, wenn Bildung des Geistes mit Güte des Herzens sich paart. In Folge der mit jedem Tage trauriger sich gestaltenden Lage unserer zahlreichen Armen unternahmen es die besagten Herreu Doktoren aus freiem Antriebe, für diese Nothleidenden zu kollektiren- Der Erfolg ihrer Bemühttngen entsprach nicht nur ihren Erwartungen, sondern auch den Erwartungen der Armen. Das Bewußtsein, Elend gemildert zu haben, gewährt den Wohltätern eine viel süßere Genugthuung, als alle Lobeserhebungen. Deßprim, Mitte Jänner. Am 10. d. M. legte der Vorstand der הברא קדישא den Ausweis über die Gebarung ,der diesjährigen Wirksamkeit vor, und veranstaltete zugleich ein kleines Mahl. Zu diesein waren außer dem gegenwärtigen weitern p״n־®orflanbe auch Herr Oberrabbiner Hochmuth, der frühere Vorstand und der größte Theil der ältesten Vereinsmitglieder geladem Nach geschehener und richtig, befun, denec Revision nahm Herr Ad. Deutsch. Präses der ך,״ק, daS Wort, und machte die Anwesenden ans die herrschende Noth aufmerksam; daß es demnach nicht nur Gebot der Nächstenliebe, sondern auch dringendes Bedürfniß sei, die Armen und Nothleidenden in den harten Muttertagen nach Thunlichkcit zu unterstützen. Die Vereine, als solche, sollen daher spenden, und außerdem sollte auch mittelst Kollekte zu. diesem Zwecke gesammelt werden. Herr Oberrabbiner A. Hochmuth unterstützte den löblichen Antrag mit gediegenen und warmen Worten, nnd so zeichnete Herr A. Deutsch im Namen der 100 ך,״ק fl. und Herr Gerson Manovill als 20 גבאי רסנר^אות fl. Tags darauf wurde die Mildthätigkeit der Einzelnen in Anspruch genommen, welche qußer dem obenerwähnten die.hübsche Summe von 230 fl. ergab. (Bemerkt muß werden, daß die Kollekte noch nicht geschloffen ist.) Die Verkheiluug geschah nnverzüglich, den Verhältnissen der Betreffenden entsprechend. Den sehr Bedürftigen wurde überdies für die Dauer der Wiutermvnate ein angemeffenes Wochengrld zngesichert. Auch der hiesige israelitische Leseverein veranstaltete einige Reunions zum Besten der Armen. Herr Oberrabb. Hochmuth gedachte der armen Kinder besonders. Er wünschte nämlich, daß vom Ertrage der Reunion zur Bekleidung der armen Schulkinder etwas verwendet werde. Herr Gemeindevorsteher Alexander Rapoch, an de» er sich in dieser Angelegenheit wendete, bewirkte, daß aus der Lesevereinskaffe sogleich 20 fl. dem Herrn Oberrabbiuer übermittelt wurden, wofür in Anbetracht der struigen Kälte 10 Schulkinder vorerst mit Fußbekleidüng versehen werden. Von den Ergebnissen der Reunions mit Nächstem. Nicht.unerwähnt kann ich einen Akt wahrer Menschenliebe von einem unserer christlichen Mitbürger lassen. Herr Arzt Szeböuyi verth»ilte vorige Woche unter 40 Arme, worunter 10 israelitische waren, Ho.jz, Pro!. Fleisch und Wein. Die israelitiichcn Armen erhielten anstatt deö FleischeS und des Weines Geld. S. Klein. R. Szathmnv, 19. Jänner. Die hiesige Finanzdireklion berechnet die Valuta der Kethnba auf 420 fl. ö. W., und fordert natnrlich eine diesem Betrage entsprechende Stempelgebühr. Dem Vernehmen nach werden die Gemeinden dieser Gegend auf Grundlage der Abhandlung im ״B. CH." Nr. 47 deö vorigen Jahres eine Beschwerde beim Finanzministerium einreicheu.