Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 7 (1864)
- Issue
- 3 (20.1.1864)
- Date
- 1864-01-20
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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61 62 real-, Haupt- und Mädchenschule, der Oeffentlichkeit übergeben. Herr K. erfreut sich nicht nur eines guten Namens in der Lehrerwelt, sondern auch der Zufriedenheit einer Araber Gemeinde und wir können es nur mit Genugthnung registriren. wenn auch dem Verdienste des Lehrers die Krone nicht vorenthalten wird. Guttmann. Zombor, 14. Jänner. Wie die Geschichte der Pester, Szegediner und mancher andern,jüd. Gemeinde in Ungarn geht auch d. Gcfch. unserer Gemeinde von der Josesinischen Zeit ans. Am 5. Mai 1762 erhielt Benedikt Stein vom hiesigen Magistrate die Bewilligung, hier zu wohnen, und einen Kramerladen zu führen. Merkwürdiger Weise wurde Ihm die Bedingung gestellt, ״daß er sich ein cigenthümlichcS Hauö anschaffe." Bald nach der Aufnahme V. Steins erfolgte die seines Bruders Franz. Ein Minjan kam natürlich bald zu Stande. Später wurde eine kleine, jetzt noch bestehende Synagoge erbaut. Der Rabbiner des Bacscr Komitales, Seckt Sekula, hatte, bis er nach Baja berufen wurde, hier seinen Sitz. Er stammte aus Deutschland, und er wird bis auf den heutigen Tag als ein gebildeter Mann von milder, duldsamer Gesinnung gepriesen. In der Folge traten jedoch so mittelalterliche Judeubeschränkungen ein, daß sich die Gemeinde, statt zu vermehren, vermindern mußte. Der Grundbesitz wurde den Inden versagt. Ein offenes Geschäft dursten nur Franz Stein's Nachkommen führen. In der innern Stadt, — aus der Türkenzeit ״die Schanz" genannt, — durften nicht einmal Juden wohnen. Die jüdischen Familien wanderlen in die umliegenden Ortschaften, und es blieb kaum ein Minjan Familienväter zurück. Erst in Folge der Gewerbesceiheit, für diewir unserem erhabenen Monarchen aus ganzem Herzen danken, haben sich wieder mehrere jüdische Familien liier wohnhaft gemacht. Die Gemeinde besteht gegenwärtig aus 40 Familien. Das seit 50 Jahren vakante Rabbinat ist wieder besetzt. Unser Rabbiner, H. Cohn, gehört der alten Schule an, ist aber tolerant und liebt den Frieden. Allgemeine Achtung ist der Lohn dieser Tugenden des würdigen Seclenhirten. An der zwciklassigen Schule wirken die Lehrer Scheuer und Löwy mit aller Gewissenhaftigkeit. Leider kann sich aber unsere Schnlkommission weder in Ansehung der Lehrzeit, noch in Ansehung der Lehrgegenstände über die Anschauungen des ChederthumS erheben. Die vielen UnterrichlSstnnden und UnterrichtSgegenstände ermüden Lehrer und Schüler und sind dem guten Erfolge des JugendnnterrichteS nur hinderlich. Der Magistrat hat auf Ansuchen der Gemeinde vor Kurzem der jüdischen Schule drei Klafter Brennholz jährlich bewilligt. Unsere alte Synagoge wird im nächsten Frühjahre niedergerissen, nnd eine neue Synagoge erbaut werden. Den Plan hat der Pester Baumeister Wechselmann geliefert. Die Mittel zum Baue fließen Gottlob reichlich aus der Quelle frommer jüdischer Herzen. Unser verehrter Vorsteher, Herr Markus Stein, spendete am letztverflossenen Simchat Thora fünftausend Gulden zum Synagogenbaue. Herr Kreisarzt Dr. Spitzer, ein sehr geachteter und beliebter Arzt, hatte schon früher die Kosten der Glaserarbeit gespendet. Der in Wien domizilirende sehr achtbare Herr Karl Stein wird ein schönes Aron Ha-Kodesch anfertigen lassen. Der Bau wird recht bald in Angriff genommen werden. Aus dem Bekt-sev Komitate, Mitte Jänner. In Folge der Wirren in Gyula ist die dortige zweiklaffige Schule, um deren Gründüng und Erhaltung sich der Rabbiner Back unleugbare Verdienste erworben hat, eingegangen. Drei Chadarim sind an die Stelle derselben getreten. Miskolcz, 14. Jänner. ״Was die Ameisenvernunft mühsam zu Hansen schleppt, jagt der Wind deö Zufalls oft in einem Nu zusammen." . Nach einem ״on dit“ hätte unser nnnachbarliche Störesried Reb Hillel zu Szikßü dem RabbinatSstande entsagt und werde durch Vermittluug seines Schwiegersohnes künftig seiner hohen Studien in Siebenbürgen leben. Zu bedauern wäre dabei das Eine nur, daß seinem Gesinnungsgenossen nnd Amtsbruder zu S.-Peter nicht ebenfasis ein so glückliches Los zu Theil geworden. Uebrigens hören die Berge seit der Zeit, so R. H.'S Machwerk אל דרדרים bekannt geworden*), ohne dies zu kreißen auf. Er hat damit nicht nur keine Proselyten gemacht, sondern viele, daraus seinen Charakter, sowie wessen Geisteskind er ist, erkennend, haben sogar seine Fahne verlassen. Wir schreiten nun zur Registrirung einer ernster״ und interessantern Thatsache. Es hat sich nämlich hier vor Kurzem ein Verein von jungen Leuten zur Unterstützung hiesiger Hilfsbedürftiger gebildet, an dessen Spitze die achtbarsten Söhne der hiesigen Gemeinde stehe». Die diesbezüglichen Statuten sind bereits ausgearbeitet und werden in Bälde dem h. Statthaltereirathe zur Sanktion unterbreitet. B. Wodnian (Böhmen), 11. Jänner. Am 7. d. erschien eine Deputation der hiesigen Gemeinde, welche eine der zahlreichsten des ganzen Kreises ist, bei ihrem im dritten Jahre hier amtirenden Nabbiner, und übergab diesem, aus Anlaß seines Geburtstages, im Namen der Gemeinde eine kalligraphisch prachtvoll ausgestattete Dankadresse folgenden Inhaltes: Sr. Ehrwürden Herrn Herrn Rabbiner Dr. I. Cohns in Wodnian. Euer Ehrwürden! Die Mitglieder der hiesigen Gemeinde, die durch den in der Generalversammlung von! 11. Oktober 1863 gefaßten Beschluß Ihrer weitern Aufnahme mit der aufgcbcsserten jährlichen Gehaltszulage Pr. 100 fl. ö. W. das vollste Vertrauen in Ihre segensvolle Wirksamkeit inmitten unserer Gemeinde ausgesprochen haben, beehren sich, ihre aufrichtige Anerkennung für Ihre vorzüglichen Leistungen in Schule und Gotteshaus heute nochmals in Worten auszusprechen. Mit Ihrem Eintritte in unsere Gemeinde hat der frühere winkelschulmäßige Unterricht ausgehört nnd ein ordentlicher Religionsunterricht an dessen Stelle Platz gegriffen, wodurch das sitlliche und religiöse Bewußtsein unserer Jugend gehoben wurde; einen Beweis des Gesagten lieferte auch insbesondere die jüngst stattgefundene Prüfling, welche die vollste Zufriedenheit Aller hervorgerufen hat. Ihre ausgezeichneten Kanzelreden, die weil über die Marken unseres Kreises gcwürdiget werden, der Anstand und die Ordnung im Gotteshause, als deren Urheber nnd Beförderer wir Sie verehren, finden jederzeit den freudigsten Nachhall in unseren Herzen. Euer Ehrwürden ertheilen sowol in der Real-, als in der Hauptschule, heimische», wie fremden armen Kindern unentgeltlich den Unterricht in der Religion u. s. w. u. s. w. Nehmen daher Euer Ehrwürden diese Zeilen als ein Zeichen unserer besonder» Verehrung und unseres Vertrauens, und verbinden wir hiermit die Bitte, auch ferner für unserer Gemeinde. Wohl zn wirken u. s. w. Wodnian, 10. Jänner 1864. Folgen die Unterschriften der Ausschüsse, Ersatzmänner und Gemeindemitglieder. Indem ich diese Thatsache zur öffentlichen Kenntniß bringe, kann ich nicht umhin, den Wunsch auszusprechen, daß solche erfreuliche Beispiele von Erkenntlichkeit immer häufiger in Israel sich kundgeben mögen. Wodnian, 8. Jänner. In Beziehung auf die in Nr. 1 Ihres Blattes gestellte Preisfrage über den höher» jüdischen Neltgionöunterricht, beehre ich mich folgenden vor einiger Zeit herabgelangten königl. böhmischen Statthalterei-Erlaß mitzutheilen. K. k. Statthalterei. Nr. 52,188. Nealschnldirektion! Im Verlage der Buchhandlung Wilhelm Branmüsicr in Wien ist die Schrift ״Die mosaisch rabbinische Religionslehre", katechetisch *) Ich bitte, mir dieses Werk zusenden zn wollen. Red.