Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 7 (1864)
- Issue
- 2 (13.1.1864)
- Date
- 1864-01-13
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Sieöeiilcr Jajjtgmui■ äzegedm, öcn 13. Jänner 1861 M 2 Jeden Mittwoch erscheint ein Bogen. Priinnmetationspreks: Ganzjährig 7 fl., halbj. 3 fl. 60 kr., viertel!. 2 fl. öst. W. Einzelne Nummern LS kr. Man abonittrt bei allen Postämtern u. Buchhandlungen des Zu- und Auslandes. m Mmimsil ♦ VochenKtatt für jüdische Theologie. Inserate sind and. Redaktion in Szegedtn oder an Hrn. .sranz Magiker in Leipzig zu senden. Die Lspaltige Petitzeile wird mit 10 Nkr.—2 Sgr. berechnet. Herausgeber und Redakteur: LEOPOILD 1LÖW Oberrabbincr zu Szegedin. Redaktion: 3 Kronen-Gasse, Politzer'scheS Haus. Inhalt. In Angelegenheit der Serbischen Juden I. II. Vom Herausgeber.׳ — Das böhmische Kreisrabbinat und dessen fernerer Fortbestand. (Schluß.) — Geographisches und Historisches über Palästina in der talmndischen Literatur. Bom Herausgeber. — Korrespondenz. Ausland. Frankfurt a. M. (Die Gemeinde und die orthodoxe Genossenschaft.) Hannover (Auszeichnung Benjamins II.) Elze (Lehrer-Konferenz.) Konstantiuopel (Crömienr.) Inland. Wien (Wertheimstcim und Sichrovsky.) Szegedin (Vorstandswahl.) Szegedin (WohlthätigkeitSakt.) Szegedin (Lehreravancement.) TemeSvar (Eid woro )uüaioo.) TemeSvar (Wohlthätigkeit. Toleranz.) Szabadka (Toleranz.) Semlin (CH. Kaddischa.) Makü (Aufschwung in der Gemeinde.) Veßprim (Oberungarische Zustände.) Szentes (Wohlthätigkeit.) Steinamanger (Rabb. Stern.) Sandec (Kabbalistisches.) Nechnitz (Pick'S Jubiläum.) — Erklärung vom Borstande der Mciselsynagoge in Prag. — Inserate. — Bemerkungen. In iftiigßfegeiiljßit kt Sßr6t(cfjß11 3ui)ß11. 1. Schreiben -er Negierung von Serbien an den Kais, oltomanischen Kommissär in Selgrad. Belgrad, 23. Oktober (4. November) 1863. Herr Kommissär! In Beantwortung. des Schreibens vom 11. August 1863, welches Sie mir von Seite des kaiserlichen Ministerimns zu übersenden die Freundlichkeil hatten, und vermittelst dessen das Komits der Alliance israelite in Paris die Aufmerksamkeit des kaiserlich ottomanischen Ministeriums für die gegenwärtige Lage seiner Glaubensgenossen in Serbien in Anspruch nimmt, habe ich die Ehre, folgende Bemerkungen an Sie zu richten: Ohne mich in eine, übrigens nutzlose, detaillirte Widerlegung des Inhaltes des Schreibens einzulaffen, beschränke ich mich darauf, Sie daran zu erinnern, daß die Stellung der Israeliten in Serbien in letzter Instanz durch die Nationalversammlung im Jahre 1861 geregelt wurde, welche es, das ist wahr, verweigerte, den Juden außerhalb der Stadt Belgrad die Niederlassung zu gestatten. Dieser Entscheidung zuwiderhandeln, wäre von Seite der Regierung des Fürsten so viel, als sich mit dem Willen des Landes in Opposition setzen, in eine Opposition, zu welcher sich die Regierung wegen einiger hundert Unterthauen, deren Lage bei weitem nicht so ungünstig ist, als sie das Schreiben des Komitä will erscheinen lassen, nicht entschließen kann. Die Juden genießen in Belgrad die bürgerlichen Rechte und den Schutz, welchen das Gesetz allen Serbischen Bürgern, ohne Rücksicht auf deren Konfession, gewährt) ich kann also in der Lage der Israeliten nichts erblicken, was der Entwicklung ihres Wohlstandes nachtheilig sein könnte. Was das Unglück anbelangt, welches die jüdische Bevölkerung von Belgrad in Folge des Bombardements traf, so hat dieselbe in dieser Rücksicht nur gemeinschaftlich mit der ganzen industriellen Bevölkerung dieser Stadt gelitten. Schließlich, mein Herr, berufe ich mich auf die Kenntniß, welche sie von den Institutionen unseres Landes haben, und auf Ihre Anschauungen von der Ausnahmsstellttttg der Juden selbst in denjenigen Staaten, welche sich an der Leiter der Civilisation auf die höchste Stufe stellen, um Sie die Schwierigkeiten beurtheilen zu lassen, welche überwunden werden müßten, um eine Veränderung in der Lage der Inden herbeizuführen. 'In der Ueberzeugung, daß Sie die Motive unseres Verfahrens würdigen, und indem ich darauf rechne, daß Sie, Herr Kommissär, die Freundlichkeit haben werden, dieselben zur Kenntniß des kaiserlichen Ministers der Pforte zu bringen, ergreife ich ... . . Gezeichnet: Petrenowicz. II. Nachbemerkungen-er Redaktion-es ״Sen ChanaW." Die Serbischen Juden haben sich seiner Zeit , wie deu Lesern dieses Blattes wol noch erinnerlich sein wird , auf einen Sraatsvertag berufe«/ der zu ihren Gunsten sprechen soll. Ist dies wirklich der Fall, so hätte die Antwort der Serbischen Regierung Nachweisen sollen, daß die Skuptschina das Recht hatte, sich über diesen Vertrag hinwegzusetzen. Wir maßen uns hierüber kein Urtheil an; hoffen jedoch, daß dieser Punkt nächstens von wohlunterrichteter Seite beleuchtet werden wird. Einem Passus des vorstehenden Schreibens, dessen Erscheinen in den Archives israelttes uns von dem Vorstande der Alliance vorher signalisirt wurde, müssen wir aber schon jetzt auf Grundlage offenkundiger und unleugbarer Thatsachen entschieden widersprechen. Die Serbische Regierungsantwort beruft sich nämlich darauf, daß die Juden selbst ״in Staaten, die sich auf die.