Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 6 (1863)
- Issue
- 50 (16.12.1863)
- Date
- 1863-12-16
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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919 920 belehrende Form und Bedeutung zu grbcu. Der Verein schafft sich dadurch ein wahres und nicht genug anzuerken« nendeS Verdienst um die hiesigen konfessionellen Verhältnisse und tritt seinem eigentlichen Endzwecke alö DildungS-Verein um einen großen Schritt näher. Und ebenso glücklich war die Wahl deS ersten Vortragenden, oder eS ist vielmehr dem! verehrten Doktor wahrhaftig dafür zu danken, daß er sich der ans ihn gefallenen Wahl mit so viel Liebe uud Eifer j unterzog, und mit Einem Zuge gleich den Erfolg der ganzen ' Reihe von Vorträge» sicherte. Tenn nach der Theilnahme zu schließen, die sich seit jenem Abend in den weitesten Kreisen kund gibt, dürften künftig die Lokalitäten deS Vereines viel zu eng sein, um die Anzahl der Zuhörer zu fassen. So ist'S recht. So sind wir Ungarn und Juden und Mensches. Die neue ReiWulilM und — ihre Hgner. Die Wasser zorniger Aufregung über daS Beginnen der hicsigen Meiselsviiagogengemeinde, die cs sich heranSge- : nommen, einen Umbau ihres altehrwürdigen Gotteshauses! vorztliiehmelt, durch Einführung eines geregelten GoitcSdiensteS der bereits seit drei Decennien bestehenden sogenannten Tempel ge me in de Konkurrenz zu machen, uud durch die; Aufnahme eines tüchtigen Predigers von der Bevormundung einer gewissen, Aml und Würde in erklussver und monopo-! listischer Weise haudhabcuden Eoterie feierlich loSzusagen; j diese Wasser, welche noch vor Kurzem so hoch schlugen, beginnen allgemach sich zu verlausen und man scheint zn der Ueberzcugung gelangt zu sein, daß mit allem wüsten Toben; und Lärmen, wozu man selbst die Kanzel an heiliger Stätte; zu mißbrauchen kein Bedenken trug, ebenso wenig zu crrci-! chen sei, alö mit den in öffentlichen Blättern von besoldeten j Tagschrciberu zur Verdächtigung von Personen verbreiteten! Lügen und absichtlich erregten, auf die urtheilSunfähige Populacc berechneten Befürchtungen. Die Meiselsynagoge steht | all dem Treiben zum Trohe in ihrem Umbau vollendet da, ן und zählt zu den schönsten GotteShänseru größerer jüdischer Gemeinden. Ihre Einweihung erfolgte trotz Murren. und Widerspruch unter außerordentlicher Theilnahme deS intelli-! gentesten und einsiußreichsten TheilrS der Gemriudeglieder, sowie vieler hoher Staatsbeamten und Würdenträger an-; derer Konfessionen in der feierlichsten Weise durch den zu ' diesem Zwecke eigrnS berufenen berühmten Kanzelredner Rabj binrr Dr. Stein auS Frankfurt a. M. Der mit dem Neui jahrSfeste (•ר״ר) eröffnet? Gottesdienst wird unter der Lei«! tung eines tüchtigen NegrnS-Ehori und VorbeterS nnunter«! krochen in wahrhaft erbaulicher Weise abgehalten, und um! dem Werke die Krone auszusetzen, ist nun auch in -er Person | deS Rabbiner- Dr. Stein anS Danzig ein Man» zum Pre« diger gewählt worden, der dem Frankfurter Dr. Stein sich würdig anreihen darf, und der durch seine vor anderthalb Jahren hier gehaltene Probepredigt nicht nur seine außer, ordentliche Befähigung als jüdischer Kanzelredner in rühmlicher Weise bekundet, sondern auch durch seine Gelehrsamkeit, Achtung gebietende Persönlichkeit, sowie durch sein offenes entschiedenes Auftreten gezeigt hat, daß er derjenige sei, von dem sich erwarten lasse, daß er die Schäden, an denen daS hiesige Gemcindclebrn seit Jahren leidet, erkennen und heilen, daS jüdische Bewußtsein im edleren Sinne deS Wortes wecken und dem lügnerischen Treiben einer sich'S bequem machenden Henchelci mit Energie entgegengetreten werde. Dr. Stein, dessen Ankunft alle wahrhaft Frommen und ■ die den religiösen Fortschritt aufrichtig wünschen, mit Freu- I den entgegensehen, wird aber, wie cS heißt, erst im Früh« 1 jahre sein Amt hier antreten. — So ist denn ein Werk zn Stande gekommen, welches der großen Prager Gemeinde nicht minder zum Ruhme gereicht, alö den Männern, die eS angeregt, und in so löblicher Weise nicht ohne große Opfer vollbracht haben. Wie groß daS Verdienst dieser letzteren sei, vermag nur derjenige zu ermessen, der alle die Schwierig« keitcn kennt, die ihrem Unternehmen von Anbeginn an sich entgegeustellten. Schon in dem Umbau der Meiselsynagoge sah die Tempelgemeittde uud ihr geistlicher Autokrat nicht ohne Grund ein ihren Plan, ein neues großes Gotteshaus zu bauen, oder daS bestehende in seinen Räumen möglichst zn erweitern uud durch Zuziehung neuer und wohlhabender Besucher auS andern Synagogen sich zu vergrößern, durchkreuzendes Unternehmen, au dessen Zustandekommen sic an« fangS zwar zwriselten, daS aber alSdann nicht mehr bezweifelt werten konnte, und daS sie aus alle mögliche Weise direkt und iukirelt schon im Vorhinein zn diSkreditiren bemüht waren. Dazu gesellte sich die Rivalität eines auf seine geistliche Autorität eifersüchtigen und über die ihm vermeintlich zukommenden Rechte und Prärogative ängstlich wachenden RabbinateS, welches man zu beeinflußen uud unter allerlei Vorwänden zu Gegnern deS Unternehmens zu machen suchte, von dem daher auch zum großen Bedauern Vieler, die eS mit ihm redlich meinen, die ersten oppositionellen Schritte gethan wurden. Wir billigen eS, und finden eS gerechtfertigt, daß über jede in einer KulluSgemeinde kinzusührende Institution oder vorznnehmenke Aendcrung, in so weil sie den GotteS« dienst, die ReligionSschule oder eine KnltuSanstalt betrifft, daö Rabbinat um sein Gutachten angegangen, uud daß daSselbe, wo eö in den Satzungen der Religion oder im gehetligten Herkommen gegründet ist, auch aufs gewissenhafteste berücksichtiget werde; aber wir können nimmermehr dem Rabbiuate ein unbedingtes ״Veto" ein 681!16״ notre plai- 8ir“ zuerkennen, noch weniger aber daS Anrufen weltlicher