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Ben Chananja · 1863-11-04 · 44 (4.11.1863) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
44 (4.11.1863)
Date
1863-11-04
Page
– (sequence 1)
Language
German
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M 44, äMdl'il, Öen JToocmöef 1863. sechster 3ahrgang. 2'dea Mittwoch erscheint ei» Präoomeralloirprri»: Ganzjährig 7 fl., balbj. 3 fl. SO kr., virrtrlj. 2 fl. öst. W. Man abonnirt bei allen Post, ämtern u. Buchhandlungen de« Zn. »nd Auslandes. LN HAMM. wochenßsall für jüdische Theotogie. Herausgeber und Redakteur: ]LKOPOILI» 1L.491KW. Oberrabbiner zu Szegcdiu. Znserair find and. Nedaktion »1 Szrgedi» oder an Hrn. /ranz Utagaer i» Cnpst'3 ju ffiitm. Die Lspaltige Penizril, wird mit 10 Nkr.--S Sgr. berechnet. Keballtkon: 3 .lkronen.Gaffe. Politzer'iche» Inhalt. Die neueste Geschichte der .stabbala. Dom Herausgeber. — Die Pester Töchterschule. Don Nosenberg. — Norrefpondenj. Au,l-a» BrcSIau s>8. Oktober. DereinSangelegeiihcit.) Inland. Wien (Derein zur Unterstützung Liudiereiider.) Pest (Taubers Derascha.) Fünfkirche» sDersetziivg. Ans der Nyir (Kuliuszustäude. Die Njhelyer Schule. ChaßidiSmuS.) — Literarische Anzeigen. Iellinek'S Nofet Zufim. Desprooche» vom HeranSgebee.— Inserate. Äenfutfr. Spende. Demrekungen. Die neueste ^eschilhie der .li'afiöafa. Dritter Artikel. lForlsetzung) Wir erinnerten bereits, daß die csoretische Schriftdeutung nicht in allen jüdischen Schulen deö AlterthumeS Ailfnahme fand. Palästina liegt, wie in geografischer, so auch in esoretisch-eregeuschcr Beziehung zwischen Babylonien, daS vom Griechcnlhumc kaum berührt wurde, und Alerandrien, wo man die Schrift nach hellenistischem Geschmackc allcgorisirte. Hillel, der Babylonier, der Urheber der ersten biblisch-hermcueutischcn Regeln, giebt keine Anleitung, den mehrfachen Sinn eines und desselben Schriftverseö zu cruiren; er kennet überhaupt die Mehrsinnigkeit der Schrift nicht. R. JSmael b. Elischa ha-Kohen, der Amplifikator der Regeln Hillel'S, zieht die Mehrsinnigkeit ebenfalls nicht in den Kreis seiner Hermeneutik, wie denn aus dem Gebiete der Halacha durch die ganze talmudische Zeit die Einsinnigkeit der Schrift herrschende Regel blieb, und die Mehrsinnigkeit nur dort zugegeben wurde, wo daö Schrift, wort darauf hinzudeuten schien. Selbst für haggadische Stoffe nahm R. Z oße, der Galiläer, die Vielsiningkeit nicht in seine KanoneS auf. Gleichwohl war der Umgebung R. ISmael'S schon die Marime geläufig: ״Von einem und demselben Schristverse geht ein vielfacher Sinn auS, wie vom AmboS viele Funken auSgehen, wenn der Hammer darauf schlagt." Abaje, Schulhaupt zu Pubaditha von 333 bis 338, fand die Mehrsinnigkeit der Schrift in den von ihm also verstandenen Psalmworten (62, 12) angedeutet: ״Eines spricht Gott; ein Doppeltes vernehmen wir" (Sanh. 34, a. M. Koh. 1, 1.) Mehr hyperbolisch sagte man, daß sich auS jedem Strichlein au den Buchstaben der Schrift eine i Masse anfgethürmter HalachaS deduzireu laste! (Erub. 21, , b. Men. 29, b.) j Sehr lehrreich für den Zusammenhang der Kabbala mit der talmudischen Haggada ist der 49fache Sinn, welchen angeblich daS Wort der Thora involvirt. Der Sohar spricht davon auf eine überschwengliche Weise: Die 49 Schrifter, klärungcn entsprechen den -19 Pforten im Mysterium deS Jubeljahres; auf sie deuten die 49 Buchstaben hin, welche der Vers שנוע nnd ברוך שם כבוי enhalten. Diese zwei Sprüche sind daher der Inbegriff der csoretischen und rro, terischen Thora. Sie^ind daS Mysterium deS ganzen Men, schen, nach seiner männlichen und weiblichen Natur; ja daS Mysterium deS ganzen Glaubens (רזא רכל מהירניתא) ist in ihnen niedcrgelegt (Hl. 264, b)! Welches ist nun die Genesis dieser glorifizirten 49? Talmud und Midrasch geben Aufschluß hierüber. DaS Wort שכורים Ps. 12, 7. wirb von Autoritäten deö dritten Jahrhunderts nicht als 7, sondern als 7 mal 7 —49 ausgefaßt, und daran die Betrachtung gereiht, daß 50 Pforten der Vernunft geschaffen wurden, von denen dem Mose nur 49 zugänglich waren, indem Mose den höheren Wesen, denen alle Pforten zugänglich sind, nur wenig nachgesetzt war (Ps. 8, 6). Da nun der PsalmverS, an welchen die 49 gelehnt werden, von den Worten Gottes spricht, so hat man — wohl mit Recht — die 49 Pforten der Vernunft als Pforten deS BibelverständnisscS betrachtet. Damit überein׳ stimmend lehrt der Midrasch: ״AIS der Heilige, gelobt sei er, dem Mose die Anwendung der Gesetze lehrte, führte er demselben für jeden einzelnen Fall 49 Gründe für daS Rein, 49 Gründe für daS Unrein (d. i. für daS Pro und für daS Kontra) vor die Seele. Da sprach Mose: Herr der Weltl Wann gelangen wir zur Klarheit der Halacha? Er erhielt den Bescheid: Der Majorität gebührt daS Urtheil!" —Die eigentliche Tendenz dieses Dialogs, daß nämlich die Handhabung deS göttlichen Gesetzes der menschlichen Einsicht und daher den Majoritäten anheimgestellt sei, intereffirt nnS a» diesem Orte nicht; wir wollten nur deu Ursprung der my-

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