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Ben Chananja · 1863-10-28 · 43 (28.10.1863) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
43 (28.10.1863)
Date
1863-10-28
Page
– (sequence 1)
Language
German
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M. 43. 8echsier 3ahrgang. §M!>m, dm 28. flatoSec 1868. 3»d,a Mittwoch «rscheiut «ia Prällvmkrailoorprkts: Ganzjährig 7 fl., balbj. 3 ft. 50 kr., virrtelj. 2 fl. oft. W. Mao aboonirt bei allrn Post» Lmtrrn u. Buchhavdlungro de« 30. und AuSlandr«. m (Iptffltirtp. IVochenblall für jüdische Theofogie. Herausgeber und Redakteur: <n>n*<tdns jlö'w, Obrrrabbinrr zu Sjcgebin. find and. Nrdaktiou in Sjrgrdi» oder ao Hra. /la»z DagStt i, £«pj'11״ stndrn. Dir Lspaltigr Prilljritr wird mit 10 Nkr.--2 Egr. trrrchnrt. Ntialilk״: 3 Kronrn-Gaffr. Politzer'sche« Inhalt. Auffordrrnng. dir Nothlridendru im Sllföld brtrrffrnd. — Dir nrurftr Grschichtr drr Kabbala. Driltrr Artikel. Fortsktzung. Dom Lrr. auSgebrr. — Replik von Obrrrabbiurr Fasset. — Korrespondenz. Ausland. Dom Rhein (Lehmann.) Widdin (Drmrindeuiftändr.) Drlarad lDrr ,ranjosilchr Kon,ul). Inland. Wien (Notare. Zaloby.) Wien (3üdi,che Affiftenten und Opciations-üleve».) Pest lLkbeerprnsiooSfond. Tächterschule.) Ezrgcl tn i Schulbau. Adresse an Mannheimer). Preßburg (Grammatik liiid Orlbodorie.) Prag (T. Tbora.Deform, bhronick. Stein.) Rima. SzücS ((Zhaßidäer.Koiifereiiz.) Nyök (Werner.) Tarnopol (Lehrer Frühling'« Tod.) Zu Kahn'« Fragen von Porge«. — Lilerärische Anreiaen. Maluionidc« 8 Kapitel- Don Wolf. Ai,gezeigt vom Herausgeber. Kurze lilerärische Nachrichten. Dom Herausgeber. Mnsfordernng. Für die Nothleidcnden im Vatcrlande werden von Seiten der Behörden, der verschiedenen Vereine und der politischen Journale Gaben der Mildthätigkcit gesammelt. Die Juden bleiben an keinem Orte mit ihren Spenden zurück. Es schien uns daher überflüssig, ״Ben Chananja" in die Reihe der Sammler treten zu lassen, Um aber einem vielfach geäußerten Wunsche zu entsprechen, gestatten wir uns hiermit die Mitthcilnng, daß auch die Nedaktion des ״Ben Ehananja" bereit ist, milde Spenden für die Nothleidcnden im Alsöld cntgegenzunehmen. Die ncucllc Kschichle Der Müafa. Dritter Artikel. Waö bietet die Kabbala Neueö und Originelles? Ja welchem Verhältnisse steht sie zu der nichtkabbalistischen Orthodorie? Worin treffen die beiden Doktrinen, Orthodorie und Kabbala, zusammen, worin gehen sie auseinander? — Bisher hat man sich über diese Fragen keine genügende und befriedigende Rechenschaft gegeben; ja, die Fragen wurden nicht einmal präzis gestellt. Ein wissenschaftlicher Versuch, dieselben zu losen, wird die Quellen, die Lehren und die Wirkungen der Kabbala näher inS Auge zu fassen haben. Die Quelle der Kabbala im menschlichen Geiste ist der Rapport der Seele.zu einer höhern Welt, auS welcher derselben Enthüllungen und Offenbarungen zuzukommen Pflegen. Die Orthodorie als solche kann von diesem Rapport abstrahireu, ja denselben für gewisse Epochen ganz in Abrede stellen, ohne ihren Grundsätzen etwas zu vergeben. Wenn im Talmud die Profeten Ehaggai, Zecharjah und Maleachi als die letzten Träger deS ״heiligen Geistes״ bezeichnet werden, so wird damit der Zeit höherer Enthüllungen eine Grenze gezogen. Diese Grenze wird aber sogleich wieder aufgehoben, indem hinzugefügt wild, daß sich auch in der nachmaleachischen Zeit die Stimmtochter vernehmen ließ. Rechnet man nun noch die Aufschlüsse hinzu, welche dem Profeten EliaS in den Mund , gelegt werden, und erinnert man sich, welche hohe Wichtigkeit die talmndische Zeit dem Traume, als einer höhern Osfenbarung beilegte, so wird man nicht zu leugnen vermögen, dass die Grundanschaunng der Mystik, die unmittelbare Er« lenchtung von oben, den Talmudlehrern durchaus nicht fremd war. Einzelne höhere Entscheidungen halachischerFragen haden wir bereits erwähnt (Nr. *40. S. 730). Die Seele deS Mystizismus, der Glaube an den Verkehr der menschlichen Seele mit der höhern Welt, war also in der talmndischen Zeit vorhanden. ES läßt sich aber dieser Glaube auch aufwärt- und abwärts verfolgen. Während des Haömonäischen FreiheitökainpfeS wnrde allerdings darüber geklagt, daß kein Profel den Schleier lüste, der die Zukunft verhüllt. Nach der von der großen Synode bewerkstelligten Restauration treten jedoch auch Wahrsager auf, besonders auS der Mitte der Essener. Der gewaltsame Tod, welchen AntigonoS, Enkel SimonS deS Frommen, auf Befehl seines BruderS, AristobulS I., zu erleide» hatte, wurde Gegenstand der auöschmückenden Volkssage. Man erzählte sich, daß dieser Tod von dem Essener Juda mit Angabe der Zeit und deS OrteS vorherverkündet worden sei. FlaviuS JosesuS erzählt nicht uur. daß Johann Hyrkan mit profelischer Begabtheit ausgerüstet war; er berichtet auch, daß er selbst als Kriegsgefangener vor Vespasian mit den Worten getreten sei: ״Du glaubst, o VeSpasian, nnr einen Gefangenen in meiuer Person zu besitzen; ich bla aber mehr, ich bin ein Verkünder der Zukunft. Wäre

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