Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 6 (1863)
- Issue
- 42 (21.10.1863)
- Date
- 1863-10-21
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Serijfler 3ahlgang. S&efleMiu Den 21. L)Lloker 1863. M 42. 3rbra Mittwoch rrförint ei, Uräanmtralloniprf!*: Ganzjährig 7 fl.. balbj.Z fl. 50 fr., virrtrlj. 2 fl. öfl. W. Man abounir» bei allra Post, äwtrro ll. Duchhandluogell des Zu- und Sluslaodr«. m HmnMM. wochenktall für jüdische Theologie. Herausgeber und Redakteur: Obrrrabbiurr zu Szrgrdill. Juserale stad and. Rrdaktio» ill Szrgrdt» odrr an Hrn. /ranz Dagaer i» tnpjiziu srndrll. Die 2spalilge PnUzrilr wird mit 10 Nfr. Sgr. berechnet. Vtbalttl,»: Z Kronen.Gaffe, Poliher'sche« Inhalt. Die 70. Gebue,StagSfeier de- Prediger- Mannheimer in Wien!.,und!!. - Der Fond für armr Prävarandisten i° Pest. Do» , Lederer. - Korrespondenz. Znland. Prag (Die Schule. Wiotrruitz. Uiifl.) Inhalt der Beilage. Die Smanjipaliou der Zuden, Semliner Synagogca-EinweihungSrede. Dom Herausgeber. Bericht über die Gelehrtem Versammlung in Meißen. Vou Dr. ». M. ia Wien. Die 70. .gcöurlstarjsfcicr M1mljeimer8. £—m. Wien, den 18. Oktober. I. Gestern, Sabbalh Noah, beging die Wiener Gemeinde kaS 70. Geburtöscst ihreö allgemein geehrten Seelsorgers, deö ältesten Redners im heutigen Israel, Jsak Noa Mannheimer. Die Pietät, die Weihe, die diese Feier zur seltenen macht, ehrt den Mann, dem sie gegolten, und ehrt auch die Gemeinde. ES ist überhaupt höchst erfreulich, daß edlcS, begeistertes Streben und Wirken in uns'rer Zeit allenthalben mehr gewürdigt und anerkannt wird. Trägt wol auch die pompöse Art, in der wir zumeist unsre Achtung bezeugen, viel zur Verallgemeinerung der Läcular-, GcburtS^ und ähnlicher Feierlichkeiten bei; so wird doch Niemand die edlere Grundlage derselben, daö erhöhte Intrcssc am geistigen Leben, verkennen, umsoweniger dort, wo die Pietät für den Mann sich mit der Begeisterung für die Idee, die er vertritt, verbindet. Daö Fest der Wiener war in jeder Hinsicht eines der Intelligenz der Hauptstadt würdiges. Ein seltener Verein gelstiger Kräfte brachte dem Jubilar seine Huldigung dar, den echt jüd. Sinn bezeugend, der gewohnt ist. die Thora in seinen Trägern, den Verkündigern deS göttlichen Wortes zu ehre». Vou Nah und Fern *) strömten die Verehrer deS greisen Lehrers herbei. Feierte ja nicht nur seine Gemeinde den treuen Führer und Leiter, der an der Wiege ihres GemeindclebenS gestanden und mit ihr die Freuden und Leiden einer werdenden Zeit getreu getheilt; feierten ja alle *) Dntrrlru »atrn die (Scmrinbin Prag, Prst, Prrßburg, Brüll«, Rrichenau (Böhmen). Birlitz und da« Brr-laorr Srmillar durch Hrrro Dr. Grä^ Dir Zahl drr währrod dr« Tage« ringrloufrnrn Drprschru uod Avrrssro beläuft sich auf 40; auch mrhrrrr Pttvatschrridra llamhaflrr Gelrhrtru, wir von Rappaport, Zuoz Löw. Kämpf. Sach«. Strinschnridre und «. brzruzra dir allgrwriur Hochachtung grgrll den Jubilar. Gemeinden Österreichs in ihm den Begründer eines gehobe, nen Gottesdienstes, den begeisterten Kämpfer für Israels Lehre und Recht, den unermüdlichen Streiter deS Herrn; verehrte ja Nah und Fern, Jung und Alt in ihm den edlen liebevollen Menschenfreund, den Mann nach dem Herzen GotteS. Den angemessensten Anöd ruck fanden diese Gefühle in der Festrede unseres Jcllinek. An Ps. 103 W. 20 anknüpfend schilderte er, selbst ein Held in Israel, mit schwungvoller Begeisterung Israels Helden, die Kämpfer für die GotteSlehre der Gerechtigkeit, der Liebe und der Freiheit, die da cinstehen mit den Waffen des Glaubens in ihrem Innern, der Begeisterung in ihrem Herzen, deS geflügelten Worteans ihren Lippen gegen eine Legion dunkler Vorurtheile voll Lüge uud Scheelsucht; er wieö hin auf den endlichen Sieg, den gewissen Triumph, den sie, die Streiter deS Herrn, unter denen unser Mannheimer in erster Reihe steht, mit Selbstaufopferung und Uueigennützigkeit einzig n. allein zum Wole der gesammten Menschheit erstreben und erhoffen. Ein inbrünstiges, scclenvolleS Gebet für daS Wohldes Jubilarschloß die geistvolle Rede, daran sich in würdiger Weise Meister Sülzers Eanta' , Psalm 13-1, anreihte. Die höchste Zierde dieser seltenen Tempelfeier war allenfalls der Jubilar selbst, der edle Greis mit der jugendlichen Frische, mit der ungeschwächten Begeisterung, dem ungetrübten GlanbenSmuthe im Herzen, die seine ganze Laufbahn kennzeichnen. Der höchste Schmuck seines Hauptes ist die liebenswürdige Bescheidenheit, mit der er in seiner Ansprache au die Temeinde jedes Heldenthum sich abgesprochen, eS dem Geiste deS IudenthumS zuschreibend, der auch die Gemeinde beseelt, deren עבד נאק er gewesen. Erst nach beeudetem Gottesdienste erfolgte die Repräsentatiou deS leitenden FestcomiteS durch den ältesten Dertretet der Gemeinde, Herrn Leop. Ritter v. Wertheimstein. — Daö Comite selbst überreichte die mit Wärme und Gefül geschriebene Adresse der Gemeiude, die mit herzlicher