Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 6 (1863)
- Issue
- 40 (8.10.1863)
- Date
- 1863-10-08
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 84% known words query
- IRI
…/2542917-2542918-2542959--3318-2547185- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Sujet -Mrgang. .1Z 40. Sy<|fi)in, den S. J6l06ct 1863■ 3rbrn Mittwoch erscheint rin prSnnmrrbHosfyr((•: Ganzjährig 7 fl.. balbj. 3 fl. 50 kr., oiirtrlj. 2 fl. oft. W. Man abonnirt tri allrn Post» wtrrn u. Duchhandlnngrn dr« 3»- und Au«lantr«. m M»MM. TOodjenöfaU für jüdische Theofogie. Herausgeber und Redakteur: 1P: «II» 1SL, 1» Obrrrabbinrr za Szrgrdia. Inserate find and. Rrtakticn :n Gzrgedm odrr an Hrn. /ranz Uhiflim in trixjig zu srndrn. Dir Lspaltige Prtilzrilr wird mir 10 Rkr.^ 2 Cgr. berechnet. Criaklion: 3 Kronrn Gaffr, Politzer iche« Inhalt. Dir nrurflr Geschichte drr Kabbala. Dom Herausgeber. — Zur griech. Dibetübersetzung. Bon Pros. Stoffel. — Korresvvnden». Ausland. Paris (Ernennung Büchners ,um Finanz-Jnsprkicr in drr Walachei.) Königsberg slod t»S Dr. Iosrs kevin Saalschutz)?aland Pest EnlluSsteucrEliilkribung. Ernennung Heinrich Druifch'S zum RcligionSlehrer drr Handrlsakadcmir. Bersamwlung ung. Äerzie und 'Katur orscher.) Miskolc, (Besuch des Erlauer Erzbischofs in drr »rurn Synagoge.) Via# Slavonirn ((Srnirintrjuftäntr.) Berovitie sSchkussflrinl,!,ng.l •fl afft (Äonflifl.) Elcrvenka (lleichenseier Zakob köbl'S.) — Kurze liirrärischr Nachrichien (Notice s!1r la Lexicograpbie hebraique. Odios»« פסי־ איוב• SrchS Prrdiglru von Dr. Samurl Hcldheim.) Ang. vom HerauSg. — Inserat. Die»euelle.(}cfdjidjle Der.. j Erster Artikel.! Die Vorarbeiten zu einer allgemeinen Geschichte der; Juden sind trotz des emsigen und umsichtigen Fleißes, der > seit vierzig Jahren daraus verwendet wird, noch nicht so! ' weit gediehen, daß man von dem Verfasser eines umsasienden Werkes über jüdische Geschichte gleiche Vollständigkeit ans! allen einschlägigen Gebieten erwarten könnte. Die jüdische Volks- und Literaturgeschichte bat bis zur Stunde bei Wei- , tem mehr Pflege gesunden, als die jüdische NeligionSgej schichte und die enge damit verbnndene Geschichte teö jüdi- , schen RechtS. Die mittelalterliche Kabbala bat die Forschung! in viel höherem Maße beschäftiget, als die mittelalterliche j Halacha. Ja, ans dem Gebiete der letztern wurde die ge- ן schichtliche Bewegung nach ihren Ursachen und Wirkungen noch nicht einmal erkannt! Eö ist somit begreiflich, daß der neueste Geschichtschreiber der Juden, Dr. Grätz, den Entwicklungögang der Halacha im Mittelaller unberücksichtigt läßt, wodurch der so weit verbreitete Jrrthum 'unwiderlegt geblieben ist, nach welchem Alles, was in die Sphäre der Halacha gehört, im Verlause deS ganzen Mittelalters in lebloser Starrheit und Unbeweglichkeit, und unberührt von inneren Vedürsnisieu und äußeren Einflüssen denselben Stand- Punkt einnahm, auf welchen eö die talmudische Zeit gestellt hatte. Andererseits ist eS ebenso natürlich, daß Dr. Gr. im 7. Bande seiner Geschichte der von jüdischen und christlichen Forschern vielfach angebauten Kabbala eine so ausführliche Behandlung widmet. Wir sind weit entfernt, dies als Tadel auözusprecheu. ES ist uns bloö darum zn lhun, eine Thatsache zu konstatiren, die für den Stand der jüdischen Studien in Deutschland charakteristisch und zugleich geeignet ist, die Arbeitslust jüngerer Forscher aus ein fast brach lie, gendeS Feld der jüdischen Wisieuschaft zu lenken. Je gerechtfertigter aber unter den gegebenen Vorarbci« ten die Umständlichkeit ist, mit welcher Dr. Gr. die Kabbala behandelt, desto mehr muß eS auffallen, daß er die Untersuchungen Peter Beer'S, Jost'S, Znnz'S, Tholuk'S, Nachmau Kroch,nal'S, Munk'S und Ignaz Slern'ö keiner Erwähnung würdiget. Letzterer ist weder Rabbiner, noch Prediger, noch Prosesior, noch überhaupt von Jemanden besoldet, besitzt aber sehr gründliche Kennlniß der kabbalistischen Literatur. Den Sodar hat er zum Gegenstände lief eingehenden StudiumS gemacht, ein Vokubularium zu demselben angelegt, daö ״Buch der Geheimnisse" und die beide» JdraS inS Deutsche übersetzt und kommentirt. In den fünf ersten Jahrgärigen deS ״Ben Ebananja" ist ein ״Versuch einer umständlichen Analyse teS Sohar" von ihm niedergelegt 8), worin die Bestankthrile dcö Sohar, — 1. das Buch der Geheimnisse; 2. die große Jdra oder Vcrsammlnng; 3. die kleine Jdra; <1. taö Buch deS Glanzes oder der eigentliche Sohar; 5. Vortrag eines Jünglings (Jenuka) über diverse Themata und die übrigen Erzählungen im Sohar; 6. Vortrag deS Alten im Abschnitte Mispatim; 7. die Urgeheimnisie (Raza de Razin); 8. daS Buch der Paläste (Hcchalvth); 9. Geheimnisse der Thora (Sitkre Thora); 10. der verheimlichte Midrasch (Midr. Ha-Neelam); 11. der treue Hirte; 12. kleine Bruchstücke unter der Aufschrift Mathnilhin und Thosifrha, — ausführlich charakterisirt werden. Herr Stern will Kriterien entdeckt, haben, welche auf mehrere, zu verschiedenen Zeilen lebende Urheber deS unter dem Namen Sohar bekannten kabbalistischen Werkes zu schließen berechtigen. Ob diese Kriterien stichhaltig seien, haben wir hier nicht zu untersuchen; aber Herr Dr. Grätz hat sie nicht einmal eines flüchtigen DlickeS gewürdiget! ES ist mir nicht unbekannt, wie schwer cö manchen jüdischen Schriftstellern fällt, literärische Erzeugnisse von Glaubensbrüdern anzusühren, die nicht zu ihrer Klique gehören, oder ihnen zufällig nur wenig bekannt geworden sind.