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Ben Chananja · 1863-08-05 · 32 (5.8.1863) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
32 (5.8.1863)
Date
1863-08-05
Page
– (sequence 1)
Language
German
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M 32. •SjcflcM». Den 3. 3«p[l 1863. Scijfla IahrMiiA. 3rtf» Mittwoch erscheint ei» Präiomrratioaiprei»: Ganzjährig 7 fl. balbj. 3 fi. 50 kr., viertekj. 2 fl. öfl. W. Man abonnirt bei allen Post» ämtern a. Buchhandlungen de« Jo« nnd AuSlandr«. m Äamtip. T00cf)en6faü filr jüdische Theokogie. Herausgeber und Redakteur: Oberrabbioer zu Szegedi». Z»srr«1t find and. Redaktion in Szegedi» oder an Hrn. /ra»z M-1M i» Lripjig zu senden. Die Lspaltige Pelitzeil, wird mit!0 Nkr. — 2 Sgr. berechnet. Aedatltio»: Z Kionrn-Gaffe. Politzer'sche« Zellinek« Predigten. Vom Rabb. Dr. Duschak. — Versuche über die jüdisch-arabisch, kileratur. Don Ad. Neubauer. — Korre» zponoenz. Ausland. Breslau (Joels Probepredigt. Seminar». Inlanv. Wien lPrü'ungrn an der Bürgerschule). Wien (MontkfioreS Aulwortschr. an den Zicnöverein). Wien Dr. Woks« Erklärung). Wien (Mannheimers 70. Geburtstag). Pest (Die uug. Svrache an der isr. Prävarandie). t^ien (Memorandum und Jnipekiorrnprojekt). Fünskirchen (Jgnorirnng des Borst, bei Ernennung eines Lehrer«). Miskolcz (Dr. Kleia« Eroea« niliig). — b-Itcrarlsche Anzeigen. ätalischs hebr. Grammatik, Ang. von Dr. Jemand. — Lltcräiischer ätolbo. Don Dr. Mitlziener. — Dir jüdischen Pretestauten in Pest. Dom HerauSg. — Inserate. Minefis predigten.*) Bon Dr. M. Duschak, DezirkSrabbiner. Dr. Jellinek unterscheidet sich von den anderen klastischen israelitischen Predigern dadurch, daß er die Situationen der Vergangenheit so gewandt und geschickt zu dramatisiren versteht, das; sich dem Hörer und Leser unwillkürlich daS ent« sprechende Spiegelbild der Gegenwart präsentirt. ES dürften daher die Leser dieser Predigten dieselben ihrem totalen Werthe nach kaum zu würdigen im Stande sein, wenn ihnen die die Juden Wiens betreffenden Ereignisse und Begegnungen nicht gegenwärtig sind. — Gehen wir zur speziellen Besprechung dieser homiletischen Meisterstücke über. l. ״Das Judenthurn unserer Zeit." DaS Judenthum der Gegenwart wird von Inden nnd Nichtjudcn gcbrandmarkl; Reform und Ncformjndenthllm erfundene Stichivorte. Daher werden die herrlichen Vorzüge deS Jndenthumö unserer Zeit unter dem Bilde deS Eörog, der Palme und der Mprthe dargestellt. Der Eörog erinnert an den ersten Vorzug deS JudenthumS unserer Zeit, an daS Streben nach Schönheit in allen seinen Erscheinungsformen. Welch schöne, herrliche und prachtvolle Tempel wurden nur in dem letzten Jahrzehent in Israel erbaut, erbaut von den Juden der Jetztzeit! Welch ein heiliger Wetteifer belebte Männer und Frauen, diese Stätten der Andacht, die Thorarollen, die Bundeölade, den Tisch und die Kanzel zu schmücken! Der Redner erinnert an die Synagoge z:׳. Alerandrien, Suca 51, 2, welcher sich die Got« teShäuser der Gegenwart würdig anreihen. ES ist gut, daß der Redner an diesen imposanten Tempel erinnert, weil die sogenannten Orthodoren nach dem Beispiele deö Tempels die Nothwenigkeit herleitcn, daß die Dima in der Bitte situirt sei. Warum betrachten sie dann die herrlichen Tempel lä- ') Prediglea von Dr. Ad. Jellinek. Zweiter Theil. Erste Liese« ruog Predigt 1—10 enthaltend. Wien. Karl Gerold« Sohn 1663 Zweite Lieferung, Predigt 11 — 21 enthaltend. chelnd und spöttisch? Der geehrte Redner unterläßt eS nicht, diese Gegner redend anzuführen. ״Man sagt nämlich, wie vielen jüdischen Söhnen der Jetztzeit sind enre Tempel, euer Gesang und eure Predigten bloS ein Schaustück, eia Schauspiel k., ja ein eifriger Stimmsnbrer ging so weit, erst vor Kurzem alles Ernstes den Vorschlag zu machen, Israels Tempel aus ein Jahrhundert schließen zu lasten, da« mit eS überzeugt werde, der Schwerpunk deS JudenthumS liege außerhalb der Synagoge! Mit Anwendung von Sabbat 31, a. widerlegt der Verfasser den Tempelstürmer am Main, und schließt den ersten Theil, wie folgt: ״Wahrlich jenen strengen und starren Lehrern, welche tausend Seelen lieber verkümmern lassen, bevor sie den Maßstab der Halacha auS der Hand legen, mit dem sic Gebet und Andacht dem Bedürfnisse der Herzen nnd der Gemülher balachisch abmesscn, werden viele Ji'raeliten unserer Zeit wie auS einem Munde znrufen: Eure Härle und Strenge hätte unS bald daö Reich deS Glaubens verschlossen— Die Palme ist daö Bild der Festigkeit und mä.mlicher Kraft, mit welcher daS Jndenthum der Gegenwart auftritt. AuS diesem Theile er« fährt man, daß die Kanzel im Lcopoldstädtcr Tempel geräumiger sein könnte. — Wir begreifen nur nicht, warum der Redner daS männliche Vertreten und Vertheidigen deS Iu« denthumS, deö Rechtes nnd der Gerechtigkeit, als eine Er« rnngenschafl der Gegenwart hervorhebt. So alt daö Juden« thnin ist, so alt ist die männlich ernste Polemik und Apologetik seiner Bekenner. Um dieses cinzusehen, braucht man nur die Literatur der Juden ins Auge zu fassen, und man wird gewahren, daß die ernste und kräftige Vertheidignng unserer Religion von JosefuS bis zu den Männern der Neuzeit nlmmer stille stand und quieöcirte. — Gerechtfertigter ist der dritte Theil. Die Myrthe zeichnet sich durch ihren reichen Dust auS, und der dritte Vorzug deS JudenthumS unserer Zeit ist daS Streben, Israels Namen und Ruf, daö iu der Schrift mit einem lieblichen Dufte verglichen wird, iu Ehre« zu halten und zu verherrlicheu. Dieser Theil wird durch zwei

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