Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 6 (1863)
- Issue
- 30 (22.7.1863)
- Date
- 1863-07-22
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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I j 51s kere Mal mit והוא. — Wir glauben nicht, baß der von der Mischna gebrauchte Ausdruck auS zwei verschiedenen Be« Zeichnungen de» höchsten» Wesen» besteht, c» ergänzen sich vielmehr beide al» Therle eine» begrifflichen Ganzen, und ihre nahe Beziehung zu einander zeigt, daß beide ur« sprünglich nur ein Wort gewesen, dessen Zerlegung nicht» an der Einheit de» Begriffe» geändert hat. Zu 2 Mos. 15, 2 "״זר. אלי ואנוהי lautet die alte Erklärug :(״ ״Abba Schank sagt: Wir wollen ihm gleich sein, wie er allbarmherzig ist, wollen wir barmherzig sein; wie er allgnädig ist, wollen wir gnädig sein!" Dazu die richtige Glosse Nascht»: ,,״ולשין אנוהו אני והוא אעשה עצבי ככוחי לרבק בדרבי," da» Wort Auwehu wird zerlegt iu ״Ani", ״wchu" ״ich" ״uud er" ich will mich ihm gleich machen, indem ich mich an seine Wege Halle. Dieselbe Zerlegung liegt neben der gewöhnlichen Bedeutung de» ואנוהו dem An»- wrnche Rabbi Akiba» zn Grunde, den die Mechiltha an den zitirten Vibelverö anlchnt: ״Ich will mit prosetischem Geiste rühmen da» Lob dessen, der da sprach, und e» ward die Well!" — Die Völker fragen Israel ״״Wa» ist teiu Geliebter mehr denn ein Anderer daß ihr io sür ihn sterbet, daß ihr euch so sür iln! würgen lasset? sür euch heißt e» sürwahr ״״darum lieben sic dich ״״על נוח sie lieben dich ״bi» zum Tode!" und ferner ״״Um dein.׳!wi:eu werten wir täglich dayingewürgt'׳') — Seid ihr nicht von schöner Gestalt, seid ihr nicht von starker Krafl? kvmmet und vermenget euch mit nn»! —Israel aber antwortet : Wir ,volleneuch einen kleinen Theil seine» Lobe» sagen: ״״Mein Geliebter ist schimmernd weiß und roth!"" ") — Wie die Völker diese» Lob hören, da sprechen sie zn Israel: ״Wir wollen mit euch gehen!" so heißte»: ״״Wohin ist gegangen, n׳ohin hat sich gewendet dein Geliebter? wir wollen ihn mit dir suchen!"" '״׳') daraus entgegnet Israel: ״Ihr habt nicht!heil an ihm, sondern ״״Ich bin meine» Geliebten, und mein Geliebter ist mein"" '6) — Dieser Auöspruch ist einer von jenen, die in wenigen Zeilen die geschichtliche Schilderung einer ganzen Zeitperiode bieten; er ist der treue AuSdruck der Gesinnung, wie sie sich zur Zeit blutiger Versol« gung im Geiste de» eifrigen Patrioten herauöbildet, wie sic sich fest entwurzelt in sein tiefstes Gemüth, bi» sie ihn be« tähigt, die Dornenbahn de» Märtyrerthnm» mit leichtem freudigem Herzen zu betreten; jede» Wort dieser Stelle läßt un» Zug um Zug den Glauben»heldcn genau erkennen, der ltch mit aller Kraft seiner Seele dem Gedanken hingegeben hat, die nationale, d. i. die religiöse Befreiung seine» Volke» au» dem Joche de» Feinde», selbst um den letzten Tropfen seine» Herzblutes zu erkaufen; cr ermahnt und warnt, er tröstet, erhebt und ermmhiget seine Partei: In den Kämpfen mit den Römern haben diese den Heldenmuth Israel» kennen gelernt, sie sprachen zu dem beinahe todtgehetzten Volke: 516 Wa» wollt ihr weiter kämpfen für eine verlorene Sache? verleugnet euern Gott, der die Quelle ist eurer Leiden und werdet unsere Bundesgenossen! — Der Weise fürchtet da» Verführerische eine» solchen Rufe» und er lehrt sein Volk die rechte Antwort: Mir ist mein Gott, nicht nur, wenn er immer im schimmernden Weiß der Gnade erscheint — mir bleibt er selbst im blutigen Rothe de» Zorne» der Geliebte; im größten Leiden verringert sich die Liebe Israel» zu seinein Gotte nicht, denn je größer da» Leid, desto inniger hofft c» auf ihn ,7)! — Er ermahnt also zu Geduld und kräftiger Ausdauer, zur Ergebung nicht in den Willen de» Feinde», sondern in den Nathschluß Gotte», der diesen Kampf verhängt hat über sein Volk; aber der begeisterte Anhänger Bar Kochba» erhebt und ermuthigt auch die Seinen, cr vcrkündet dieser todeSmnthigen Beharrlichkeit und Ausdauer den endlichen Sieg; da» messianische Reich ist gekommen, die Völker betroffen von dem Anblicke de» leidenden, de» kämsenden und endlich de» siegenden Israel rufen gedemütbigt und bekehrt: ״Wir wollen ihn mit dir suchen!" — — Da verbittert der Gedanke au die quäl- und marlervolle Situation, in die der Feind Israel gebracht hat, de» Weisen Herz; er denkt an die blutigen Verfolgungen, und al» die Versolger ״mit ihm suchen" wollen, tönt ihnen sein Ruf vcrnichtend entgegen ״Ihr habt nicht Theil an ihm: ich bin meine» Geliebten und mein Geliebter ist mein!" — — Passend wird diese Rede angelelmt an die Stelle gleichen Inhalt»: "והאלי" da» ist, mein Gott ״ ואני והיא :ואגוהיich für ihn und Er sür mich!" treffend illustrirt durch —!"אני לדידי ודורי לי" E» haben aber weder R. Akiba, noch Abba Schaul diese Zerlegung erfunden, sonst hätten sie sie ausdrücklich hervorgehoben, sie haben vielmehr vorgefunden und benützt. Der mit den Alterthümcrn seine» Volke» genau bekannte R. Iehnda erzählt unS, daß sie zur Anrufung de» göttlichen Wesen» bei den fei erlichen Umzügen nm den Altar am Suk, kolhseste, im Tempel schon gebraucht wurde: warum gerade diese Bezeichnung gewählt wurde? Vielleicht weil da» Ur, wort den Begriff de» Lobsingen» - dann die Herstellung eine» Tempel» bedeutet, wo Israel sich mit seinem Gotte vereint, und weil diese Zerlegung am treffendsten darstellt da» innige Verhältniß zwischen Israel und seinem Gotte! Anch da» dem ואיורו vorangehende ויהי ל' לישועה dürste mit einen Grund abgeben zu der Fassung אני והו הושיעה נא! — Die Lesung de» יהו mit 1 scheint schon ein alter Fehler -u sein und diesen eben rügt R. Abuhy Nam. R. Joch, im Jeruschalmi. ") Also ist da» אני והי der Mischna zu leseu ״אני והוא!« ES wäre demnach unsere Leseart darnach zn korrigirea. Änmerkuugen. *) Sukka 45 a, rczipirt im Hoschanagebeee. — ’) B. Eh. 186t S. 176. — ף Siehe auch Joaoa. Capnion. De vorder mirifico I. 2,