Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 6 (1863)
- Issue
- 30 (22.7.1863)
- Date
- 1863-07-22
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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M 30. -SacgeOiw, &cn 22. Mi 1863. ■Srrijlkt ssahMng. Jeden Mittwoch erscheint eia Pränomeratiopsprei»: Ganzjährig 7 fl., balbj.3 fl. 50 kr., virrtelj. 2 fl. öst. W. Man abonnirt bei allen Post, ämtrrn u. Buchhandlungrn de« In- und Ausland»«. en MmMM. IVochenlilall für jüdische Theotogie. Herausgeber und Redakteur: Oberrabbiner zu Szeged״. sind and. Redaktionrn Szeged״ oder an Hrn. /ranz Wagner i« dnpjig zu senden. Du 2spaltige Peliizeitk wird mit 10 Nkr. —2 Cgr. berechnet, vrdalillo»: Z Kernen.Gaffe. Potitzer'sche« Inhalt. Zur Geschichte der rhetorischen Literatur. Bon Neki. Brüll. - (!ekläruiiz des אני ח־,ו• Don Dr. Hübsch. -- Seelenzahl der Juden in Gurova. — An de» Verfasser des gegen mich gcrichlcteu ArtikclS iu Nr. 181 kr« äniilichcn , Lürgöny". Don, Herausgeber. — Die Nrlhwrodigkelt eiucr Schulbibel. Bon Alb. Seidner. — Geschichte der iir. GemeenLe zu Proßnitz. Bon Dr. Duschak. — 5? orrespondenz. Ausland- Trier <KahnS Predigt). Inland. Szcgedin (Bericht über der Insvcktorensrage). Pees,bürg (Dr. Drill« Probepredigt). Prag (NosenbacherS Promotion. Saniiiilungen für die Icrusalemischen Inden). — Gegenerklärung. Bon Fr. Maunhciiiicr. — Ausschluß. Bon Jos. köwy. — Inserate. — Bemerkungen. 3«r ^cfffjirfjlc Der rfjclorifrfjcn tilcralur bei Öen Juöeii. Bo» NehemiaS Brüll in Wir». (Fortsetzung'). Cbfiton T. nach feiner eigenen Angabe keine gründliche Kenntniß deS Arabischen besaß, und auch im Hebräischeu nicht immer die richtige Bezeichnung für die ethischen Begriffe des Aristoteles finden konnte, nnd sich erst auf Verlangen seiner Glaubensgenossen an die Uebersetzung deS AristoteleS machte, nachdem ihm daS arabisch-hebräische Wörterbuch des Samuel ibn Thibbon zur Hand gekommen uhu; so hat er doch schon durch seine früheren Uebersetzungen dekündet, daß eö ihm an den nöthigen Sprachkennlniffen nicht so sehr mangle, nnd daß er seinem Hauptzwecke, die hebräische Literatur zu bereichern, vollkommen gew.ichsen sei. Denn wenn auch seine von zahlreichen ArabiSmen wimmelnde Sprache etwas uneben nnd schwerfällig ist, so verbürgt daS eben die Treue und Sorgfalt in der Uebersetzung, die trotzdem verstündlich nnd genießbar bleibend, u. deren Werth noch dadurch erhöht wird, daß Tvdroö Todrost nicht bloS Uebersetzer, sondern auch ein gründlicher Kenner der arabischen Filosofie war. Er war überhaupt ein nach Klarheit ringender Geist, unbefangen in der Llussaffung und Würdigung der Dinge '), nur daS eine Ziel verfolgend, durch eine genaue ״Wiedergabe deS Sinnes, waS daS Wesen der Uebersetzung ist" “) den Inhalt deö Werkes dem Berständniffe so möglich alS nahe zu bringen, und er hat auch den damals bereits auSgebildeten hebräischen Ctvl um ein Wesentliches bereichert 3). TodroS-Todrosi sah bei seiner Uebersetzung noch immer mehr darauf ab, dl? iu der aristotelischen Rhetorik enthaltenen ethischen Ideen i.n Iudenthume zu vertreten; er war mehr Filosof, als Rhetor; eine selbstständige, aus den Ansichten der griechischen und römischen Rhetoriker beruhende, umfas, sende Anleitung zur Redekunst lieferte zuerst R. Zebuda Meffer Leon. II. R. Jchada fltsscr Leon fand als Sohn eines ArzteS R. Jechiel^) 111.hr als irgend ein anderer seiner jüdischen Zeigenossen Gelegenheit, Muße und Anregung, sich eine regelmäßige wiffen chastliche '4311, düng, wie sie dem 15. Jahrhundert in Italien eigen war, zu erwerben und die filososn'cheu Schriften der Griechen und Römer, — elftere auS hebräischen Uebersetznngen arabischer Jede '*), letztere wahrscheinlich int Originale — kennen zu lernen. Er trieb Filososie, Grammatik, Rhetorik, Medizin und stand, wie sein Freund und GesinnungSgenoffe R. Sa׳ mnel di Modena, auch in hohen nichljüdischen Kreisen in einem gewissen Ansehen °). Nachdem er wahrscheinlich in Padua, wo von jeher auch Juden den Doktorgrad erlangen konnten, diesen erreicht hatte und demgemäß auch die cap])a, nach seinem Zeugnisse damals daS akademische Kleid der Doktoren in Italien, anlegen wollte, holte er vorerst daS Gutachten deS R. Joses Kolon, Rabbiners zu Mantua ein, ob diese nicht als Annahme einer nichtsüdischen Sitte (!הקר הנוי) zu betrachten sei. R. Josef, der Anfangs mit Messer Leon in recht gutem Einvernehmen lebte, entschried für daS Tragen deS Kleides, da, wie er eben so gründlich, als tref׳ send nachwieS, dies nur in dem Falle nicht stallfinden dürfte, wenn daS Kleid ein spezifisch konfessionelles Abzeichen wäre, nicht aber, wenn eS bloS einen nationalen oder, wie eS hier vorliegt, einen akademischen Eharakter an sich trägt; wider« rief jedoch diese Entscheidung aus einem andern Grunde später in einem Gutachten, welches Samuel Barsiglia iu dieser Angelegenheit von ihm abverlangte 7). Messer Leon hielt sich wahrscheinlich an daS erstere, nnd gerieth dadurch mit R. Josef Kolon in jenen Eonflikt, der die israelitische ') S. Nr. 29.