Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 6 (1863)
- Issue
- 27 (30.6.1863)
- Date
- 1863-06-30
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Sechster Fahrgang. M 27 Szegeüin, Öm 31. Juni 1863. 3>X>ta Mittwoch rrschni» ri» Pränameraliioipret«: Ganzjährig 7 balbj.3 fl. 50 kr., vierltlj. 2 fl. oft. W. Man abonnirt tri aflrn Post» dtnttrn u Buchhandlungen dr« In» und Ausland«». «l MlMMM. Wochenblatt für jüdische Theologie. Herausgeber und Redakteur: Oberrabbiner zu Szegedia. 3osrr«le find and. Nedaktioa in Ezegedt» oder an Hrn. /rdRj Wagtet ii Cripjtg zu senden. Die rspaltlg» Petilzeile wird mit 10 Nkr.2״ Sgr. berechnet. LcSakli«»: 3 Kroneo-Daffe, Polihrr'schr« ®f’a.n?״In״*״" or׳״rt״״n Ungar,,chen Synago.'.en I. V. Herau-g - Korrespondenz, Gostau». Pari- (Uftmann« Srnennunaj. Pari- (No ״cu einr» pfiasterlrclcrsl. Le,vz,g sMendelSiohn-Siislung. Merlw. Zeuge in Ct,1,i») Frankfurt l^ormoly'S Oholiba). Trier (Rnffrr. Feier). Znland. Äiriicr Briete III (Ueder die Zuständr in Preßburg). Wie» sL!,״agogaIe Archilckiik. SichrovSky'S Verdienste) Wien <Movtefior« uuL der Z1v»-vrr,׳n). Pest l3n,pektore11srage,. Pest (Deisaucr- Naschi). Pest <Por,eS. Manuhrinier). Preßbnrg (Pinelc« neueste- Werk). — 2«. serat. — Bemerkungen. Die Herren Abonnenten, die auf ein Halb- oder Vierteljahr präuumerirten, werden nm Erneuerung des Abonnements ersucht. Der «jjcfmig i;1 1)rn 0r(lj0b0[n1 uiigarifdjen •Synagogen 1). Keine Art menschlicher Verirrung hat so gegründeten Anspruch ans milde, schounugSvolle Beurthciluug, wie V e x: irrung deS GcschinackcS. Hier ist der Subjektivität und individuellen Anschauung der weiteste Spielraum geöffnet. Selbst die Lehrer deS guten Geschmackes, die Aesthetiker, kennten sich bis zur Ltuude zu keiner klaren und faßlichen Erklärung deö Schönen vereinigen. Ethnographisch betrachtet, indem das bald folgende Tikkanta in einer polnischen Nationalmelodie zu seinen Ohren dringt. Dieselbe Ekkektik herrscht auch in Betreff der verschiedenen Musikschulen und der perschiedenen Eompositenre. Die Wagnerische Musik ist vielleicht noch nicht in die Synagoge gedrungen; unter den älleren Opern dürften aber nur wenige sein, die nicht Beiträge zur Syitagogenmnsik geliefert hätten, der zahlreichen Lieder und Märsche, die besonders an hohen Festen gesungen werden, nicht zu gedenken! Sv stolz indeß auch die Chazauim auf ihren UniversaliSmuö sein mögen, so haben sie dennoch von Gebildeten nur folgendes Urtheil zu erwarten: ״Die von euch getroffeue Wahl der Gesangsstücke ist trotz der Acnßerungcn deS R. Joöl SirkS und deö N. Menachem Lonsano für den Gottcödicnsi profauirend. Da ihr von der Partitur keine Notiz nehmet, lind euch kebigltch nach dem Gehöre richtet, so mißhandelt ihr oft die edelsten Schöpfnngen der Tonkunst bietet daS Feld deö Schönen und Wohlgefälligen das buntfarbigste Gemisch von Urthcilen und Anschauungen dar: was Asiaten und Afrikaner entzückt, stößt gebildeten Europäern oft Mißbehagen ein, und was diesen den höchsten ästhetischen Genuß bereitet, läßt jene kalt und gleichgültig, oder erregt gar ihr Befremden. Jeder Billigdenkende wird also iu Fragen deS Geschmackes die ausgedehnteste Duldsamkeit üben, und sich selbst dort deS Spottes enthalten, wo die Gesetze deö gebildeten Geschmackes mit Füßen getreten werden. Letzteres geschieht jedenfalls durch den Gesang, der in den orlhodoren Synagogen Ungarns üblich ist. Eingeräumt muß allerdings werden, daß dieser Gesang nicht nur der gleichen Berechtigung der Nationalitäten, sondern auch der gleichen Berechtigung der verschiedenen musikalischen Schulen Rechnung trägt. So ist eö wirklich nicht unmöglich, daß der Fürst Gortschakoff bei einem etwaigen Besuche einer auSländischen Synagoge die Keduscha nach einer bekannten rufftschea Melodie singen hört, aber in seiner Freude über die russischen Sympathien der Synagogeubesucher sogleich gestört wird, aus die unbarmherzigste Weise. Eine knnstgemäße Bildung der Stimme habet ihr euch nicht angeeignet; ihr seid söge- ■ nannte Naturalisten geblieben. Daher leiden selbst euere Eoloraturen, auf die ihr euch so viel zu Gute thuet, an einer oft widerwärtigen Gewaltsamkeit und Unnatur. Und doch gilt alles dies von dem leidlichem Elemente eures GesangeS, dem melodischen nämlich; die Forderungen der Harmonie sind euch fast gänzlich unbekannt!" Dieses Urtheil gilt jedoch nur den Leistungen der Chazanim; sie selbst sind sehr zu entschuldigen. Die Produktion richtet sich nicht nur auf dem Gebiete der Industrie nach der Consumtion, sondern auch aus dem Gebiete der Kunst. Mit den Consumenten aber kann man ebensowenig rechten, da sie sich, — nach der Erziehung, die ihnen nun einmal zu Theil geworden, — an einem Gesänge ergötzen müssen, der dagebildete Ohr beleidigt. 801*0 medicina paratur Cum mala per longas invalucre moras. Handelte rS sich also bloS nm eine Verschiedenheit der