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Ben Chananja · 1863-06-17 · 25 (17.6.1863) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
25 (17.6.1863)
Date
1863-06-17
Page
– (sequence 3)
Language
German
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419 420 wurde daher auch die Ehre zu Thn'l, zum Mitglied? der Deputation gewählt zu werden, weiche am 27. Februar und am 4. März 1788 vor Kaiser Joses II. erschien, um zn erwirken, daß die Judcnschaft auch in Zukunft vom Waffendienste befreit bleibe. Die Juden in Galizien wurden zwar vou der Maßregel der Rekrutenstellung zuerst getroffen; sie besaßen aber zu jener Zeit noch keinen Wortführer in ihrer eigenen Mitte. Naphtali'S Grnoffen in der Deputation waren: Koppel Theben anS Preßburg, — von welchem der Impuls zur Eingabe der Petition auSging, — Aron Lcwuw aus Nikolsbnrg und Josef Deutsch, Rabbiner zu Raudnitz in Böhmen^). Die Erfolglosigkeit der Audienz trug wohl mit dazu bei, daß Naphtali sich anstrengte, die 1790 zu Necbnitz berathenden Vertreter der ungarischen Judenschasl zu beuegcn, den Waffendienst, von welchem die ungarischen Juden noch befreit waren, freiwillig zu übernehmen, um dadurch eine günstigere bürgerliche Stellung zu gewinnen. Diese eines Freundes Mendelssohns würdige Anstrengung führte jedoch nicht zum Ziele 5). Naphtali beschloß am 30. Dezember 1798 seine irdische Laufbahn. II. Wortlaut des Briefes'׳). Mit Gotte» Hilf,, Berlin, am 15. Nb. 53(! (1770). שלוש לאוהבי כ־זבבי רעי ידידי ד,"ה ־קצין הרבני המפורפש בש״ת במוהרר נפתלי;"י Verzeihen Sie, mein Freund, daß ich Ihnen aus Ihr angenehmes Schreiben vom 2-1. vor. MonalS in deutscher Sprache antworte. Ich befinde mich seit einiger Zeit nicht am besten diSponirt, und wird es mir herzlich sauer, meine Gedanken zu sammeln und triedcrzuschrelbeir. WaS mir sonst ein wahres Vergnügen gewesen, mit guten Freundcu Briese zu wechseln, ist mir seht eine ermüdende Arbeit. Ihr Schreiden durch den Rabbiner von Rechnitz') ist mir richtig zu Händen gekommen. Der genannte Rabbiner hat aber hiebcr kommen wollen, und ich habe ibn von Zeit zu Zeit erwartet. Endlich ist er über daS Mertlenburgische nach Hamburg, und von dort soll er nach Hanse gereist sein. R. Abraham Schlesinger hier ist eigentlich nicht aus Hamburg, sondern auS Frankfurt an der Sder, Sohn teS R. Moseö N. Jfferl'ö daselbst; er hat aber einen Bruder in Hamburg, NamrnS R. Jakob Schlesinger, und einen in Frankfurt, Namens R. PinchaS Schlesinger. Genannter R. Abraham ist hier ein geachteter Mann, nicht sonderlich reich, aber doch wohlhabend, ein ehrlicher Mann, der auf jede Weise den geraden Weg geht. Seine Kinder sind überhaupt gut gezogen, ich kenne aber die Söhne nicht genau. So viel weiß ich, daß sie mit dem Handel ihres VarerS beschäftiget sind, nämlich mit Ncsseltüchcrn und anderen weißen Waaren, und die neumodische MN^-Poffen *) nicht milinachcn, waS hier sehr viel sagen will. Wie mir scheint, hat de! älteste einen LcibeSfehler, nämlich etwas harthörig, welches ich aber nicht mit Gewißheit sagen kann. Der zweite ist sicherlich ohne LeibeSsehler °). Um Ihnen, mein brüderlicher Freund, auch von meinen Verhältnissen einen Begriff zu machen, melde ich in Kürze, daß ich noch immer bei der Witwe beö R. Bärman Zilz gesegneten Andenkens in Eontuivn bin. Ich habe eine Frau, welche auS guter Familie stammt und goltrSsürchtig ist, drei Töchter, deren älteste eils Jahr und einen Knaben, er lebe, der sechs Jahre alt ist. Ich habe Gottlob keinen Mangel, soaden! ernähre mich durch Gottes Gnade in Ehren. Und wäre nicht der Umstand, daß ich seit einigen Jahren mich selbst sehr schwach befinde, wäre ich einer der glücklichsten Menscheu auf Erden. So aber muß ich מכשלון כהי ורפיון רוהיt0) meine Zeit hinschlendern ,באפס חושיה ומזמר, בלי תורה ובל הכבה"), und immer auf meine Gesundheit auspaffen. ואני תפלה לאל חי שיסיר מעלי את המוח הזה ויאור;׳ היל לעבודתו וליראתו ועל במותי יעמידני כימי קדש אכי״י־. והנני כלילה כיוש לשמור פקודיך ולעשות את הסיב בעיניך הכ״ד ירירך כימי עזלש הקשרן משה מרעסא-,). Nachdem ich dies geschrieben, vernehme ich, daß der zweite Sohu des genannten R. Abraham in Hamburg vor einigen Jahren gestorben ist, waS mir nicht bekannt gewtseo. Er war mit guten Eigenschaften nnd ehrenhaften Sitten geschmückt. Anmerkungen. ') lieber Mendelssohn ctifyitn bisher im ״Den Cbananja* : 1. MoscS Mendelssohn als Bibelforscher. Zum Geburtstage M.'S (I. 385 —391). 2. Am Totes,agc M.'s (Ul. S8. 99). 3. Mendelssohn al- Ger, manisaior der deutschen Inden. Zum Sterbetage M.'S (V, 1—1). Re-;eilsic-» der .stanseeling'schcn Biografie M.'S v. Herm. Brill (V, 193 ff. 199 ff). 5. Zwc» ttrtheile über Mendelssohn. D. Tobias köw (Vl. NU. 120). Büsten nnd Bilder ans der MendclSschnischen Zeit. Don Dr. l? arme ly (Vl, 157—102). •5» וrst nnter Kaiser Josef II »ahm Naphtali den Familien- »amen Noi ent ha l an. S. Ben ^bananja II, 206. '> Abrabam!rcb.tsch'S Giromk 32. a. Meine Geschichte de« inäbr. LantcSrabdiiiatcL in den Wlencr Blättern. Zhrg. 1851. Nr. 47. ■) S. me:»cu Anffaß ״die Schicksale nnd Defirebiingen der Zuden in Ungar» seit dein 11. Zahrbiindert bis aus unsere Zeit- 2. Artikel", i» Bio'ch'S Zahrbuch 5, 97. '1 Wir geben die bebr. Pbrascn, die in dcni Briefe Vorkommen, in deutscher llebcrsetzung, nur i» Betreff des l׳ebr. Aiisangc« und Schluffe« glaubten wir cinc Ansnabnic machen z» niüffcn. ') R. (Zleazar .stallir, rin gelehrter Thalniudifi und scharffiiuugcr Pilvulifi. Brsaffer uichrercr pilpnlistischer Werke (S. Fürst Bibi. 2. l«!1). (5r stand mit R Ezechiel Landau in lebhaftem Bricswcchscl. und wurde von demselben hochgeachtet, wie die an ihn ge« richletcn!)icspcuscn im Noda Bihnda beweisen. KallirS Or Z^hadasch zu Bcßachim erschien 177«! in Frankfurt an der Oder, und damit hängt ohne Zweifel dcffrn Reise zusaininrn. Da MrndclSsohnS Thora-Nebersrtzung rrst!780 zu erschrinrn begann, so kann eS nicht befremden, daß ein aus Pole» fiaiiimendcr orthodorcr Rabbiner denselben 1776 besuchte, llebrigeiis gehörte R- Eleazar zu den toleranteren Rabbinen seiner Zeit, wcsbalb cr auch keinen Anstand nalim, in seine Approbation zum Schaar ba-Melech von Isaak Belmonte (Brünn, 1801) auch die Additamente (Taam ba-Mclccd) von Baruch Jcitelr« ciiizuschließen, und letzlern seinen Freund zu »ennen- Der mäl,rische LandeSrabbiiier Markus Benedikt war nicht zu bewegen, seine Appeobalio» aus die ganz uliversäiiglichtu. pilpulostischkn Additamente auSzndehnen, weil JeiteleS, der in seiner Zu« gcnd nach Berlin entfiohen war, um auS der WeiSheitSguelle Mendels» sobnS zu schöpfe», nicht zu den pcrsonis gratis der Orlbodorie gehörte. R. tälrazar narb in Kollin, wo rr seil 1782 Rabbiner war. ') Zch bitte mrinr verehrten Freunde in Deutschland, diesen AuSdruck erklären zu wollen. *) Die Anfrage war sicherlich in Folge eine- HeiratSantrages geschehen. Bertchwägerungen von Familie», welche in Weiler (Zotsernuog von einander wohnen, kommt» auch in unserer Zeit vor. '") AuS Schwachbeit meiner .straft und Erschlaffung meine« ") Ob»c höhere Beschäsiigung und Spekulation, ohne Thora und Wiffen'chast. * ) Und ich brir zu dem lebendigen Gotte, daß er diesen Tod von mir adwliidr. uut mich mit Kraft auSrüfie, »hm zu dienen und iha zu fürchten, nud daß er mich auf meine Höhen stelle, wir in früherer

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