Mannheim
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Ben Chananja · 1863-05-06 · 19 (6.5.1863) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
19 (6.5.1863)
Date
1863-05-06
Page
– (sequence 8)
Language
German
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361 352 rnlrüfft «orten ju skia, « ffntf* nach langt« Sucht» auch bl, €tu nigfn jrirt« und — Gnt» gut, allr« gut. Die« dir Handlung im Ganzen. Dir einzelnen Geßaliev, wrlchr dtr Drrsasser ftinrn 8<f»tn vorsührt. find nicht durchaus als gtlungta zu betrachten. Namentlich scheint un« Selke, der Held der Geschichte uanaiüelich gezeichnet. Anstalt daß er. wie wir e« von einem 13jährigen Knaben er« warteten, hartnäckig bei seiner ererbten Religion Hallen sollte — denn von Urbrrzeugung kann ja bei einem Kinde keine Rede sein — kämpft er mit filrscfischcn Waffen, und befiegt den ihm als Lehrer zugetheilirn Pater so glänzend, daß dieser ucibgedrungen von il,m abläßt, und fich auf die alles bewirkende Zeit vertröstet. Das ist ja ei» Ment elSsohn-Lavater'scher Kampf oominislure! Nun aber möchte ich mir die Frage erlauben. wo denn der tIjährigr Seile. der sein kleines Dorf »och niemals im Rücken halte, seine Filoscfle genommen hat? Wo hat der kleine Filosof ferner gelernt, daß man in einem Gcsängniffe an die Wände klopfen soll, um dort, wo man einen solchen Ton hört, eine geheime Oeffnung anSzuspüren? So etwas erwartet man von einem gewiegten Langnngerigen, oder wenigstens von einem den Kinderschuhen entwachsenen Menschen. Ferner gehen und komnien in der vorliegenden Geschichte Personen, die weder zu gehen noch zu kommen brauchen. und die in keinem festen Verkehr mit einander stehen. Andererseits lobt Rrierei» mit Vergnügen die äußerst geschickte Durchführung, das vortreffliche Verbinden der perfchiedenc» Fäden der Geschichte, die lirblichc Färbung der rcrschicdencn Individualitäten n»d besonders die geliingrne Anwendung tidaliischcr Stelle» »nd Sentenzen, dir in eine Volks- und Inge»k bi bl ro I hck vollkomiiien paffen, und sogleich den schulmLnnischrn Autor vcrrathen. SelkeS Lehrer, R. Nathan, ist rin hcrvorlreteiitrr n»d scstgezcichileiei Ebarallcr. Wir sehen hier einen Kanips uiil dem Schicksair, ciiuii bcioischeu Tieg Lee moralischen Kraft, eine» Triumph der Tugend selbst im Unterliegen, wir leiden mil dem armen Dulder »»t und theilcii seinen Sck'merz. Wir können also das Werk, dieser seiner Vorzüge wegen, der I ,üdischrn Lcscrwelt herzlich rmpsehlc». »ad hoffen, daß eine rege Theil- »ahme taS zcilgemäße Uulernehinc» ausmunteril und zu weiterer Arbeit anspcrneu wird; denn nach der ersten Arbeit zu vrthcilcn, ist man deikchtigt, viel de- Neuen und Inirreffantcn von demselben zu erwarten. Litcrimscher kolbo (כלבו). VI. Für zahlreiche Leser de- ״Ben Ehananja" dürfte es interrffanl sein, zu erfahren, daß der verewigte Dr. Gabriel Riesser von vä- »rlicher und mütterlicher Seite Abkönimting sehr bkinhmler Rabbinersamilien war. Väterlicher Seitstammte er von der Familie Katzenell endo gen ab. R. Meie, der Ahnherr dieser Familtc, war Rabbiner in Padua, er gehörte zu den ersten rabbinischcn AutorilLlen de- 16. IahrhllNderlS Der Urgroßvater Niesser'S, Na fth a l i H i rsch Ka tzraclubogeu, Dersaffer de« Schaar Nasthali, war Rabbiner in Frankfurt an der Oder, im Hagruan und — nach der Familienlradition — pfälzischer kandeSrabbiaer mit dem Sitze i» Mannheim. (Siner seiner Söhne. Pi nhaS Katzenelnbogen, war Rabbiner in Oettingcn im Königreiche Daiern. Die oberschwäbische Provinz, in welcher Oettingen liegt, heißt ״der Rieß*. und von diesem stammt der Familiennamr Rirs« se r, welchen zuerst der Sohn de« R. Pinchas Katzenelnbogen, La za» r o S, Gabriel Rieffer'S Vater, annahm. Dieser Lazarus war Schwiegersohn Rafael Kohen«, Obberrabbiner« zu Hamburg, Altona und Wandsbeck, Verfasser« de« Torath Zeluthiel sBerlin 17721, gegen welcheS R. Sank Berlin so heftig polemifirre. R. Rafael schrieb noch andere halachische uud hagadische Werke (i. Fürst, B'bl. 2» 1S8). Er ahnte nicht, daß sein Enkel da- Amt eine« ObergerichtSratheS der Stadt Hambürg bekleiden, und daß aus dessen Votum der letzte Ueberrest rabbioischer GrrichtSbarkrit in Hamburg schwinden werdt. Schlirßlich sei noch bemerkt, daß fich Rirffcr's Vater noch 1805. bei der Herausgabe de« dem Andenken seine« Schwiegervaters gewidmeten ״Sechrr Zaddik", Katzenelnbogen nannte, und daß er erst später de» Namen Riesscr annahm der durch seinen Soda so berühmt werden sollte. Inserate. Konkurs. Ein Eaiitcr, des Hebräischen kundig, der auch ausreichende mustkalische Diltiing brsitzt, um Ebordirigcnt zu sei», findet unter gleicher ^aiigstkllnnz mit dem bereit« aiiitircndeu Eantor a» nuserem Tempel eine Ansteslung mit einem de» Bedürfnissen entsprechenden zusriedenstellenden Gehalte. Bewerber baden ihre mir den »öthigcn Zeugnissen belegten Ge« suche längstens bis :11. Mai l. I. an den gefertigte״ Vorstand portofrei eiuzusende,,. woraus ibnen die Zeit zur Probcabl'altuug briestich kundgtgedcn wird-, von dem Erfolge hängen die näheren GehattS- und Emoliimeiitkiibestimmunaen ab. Bei gleicher Besähigung erhält der des ThoravorlcscnS Kundige drn Vorzug. Nur im AiisuabiiiSsalle werden die Reisekosten vergütet. Prag, den 2«!. April 1863. Der Vorstand drr Nrn-Zynagoge N. E. tb7—5 in der Krcuzgaffc. Bei A. Lalvmon in!ilssi oder Sicttin erscheint eine neue ‘ ui Groß-Oktav. welche alle bisherige Ausgaben in diese», Formate an Reichlhiim de« gelieferten Materials und au Schönheit der Aus» stattung übertriffr. Traktat Bcrechcth ״nd Zubehör ist bcieitS versendet, j Preis des ganzen Werke«: 30 st. ö. W. Die einzelne Licfcriing kostet l st. 70 kr., die letzte t st. 10 lr. In! Lause von ungefähr zwei Jahren wird das Werk vollendet sein. Sorbe» erschien von Aron 1»öbl, Lehrer in Tamstfi. eine kebrmMe SM׳.ckleltt׳e in drei Theilerr: 1. Wegweiser in den Elemeniar-Regel» der hebräischen Spracht für dir unterste Eiaffe. 2. Wegweiser in len Elemenlar-Regeln der hebräischen Sprache, für die mittlere Elaffr. 3. Sprachbuch für die oberste Elaffe. Tzegedia, Leipzig, Leldslorrla, brr Sctohtt•». LommlslionsVerlaz 00» itanj {Dagatt. Druck von Sigmund Burger in Szrgrdin.

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