Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 6 (1863)
- Issue
- 19 (6.5.1863)
- Date
- 1863-05-06
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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M 19. S&cfleMn, dm 6. Mi 1863. sechster Jahrgang. 3»trn Mittwoch »rscheiot rin Pränmntrationsprti•: Ganzjährig 7 fl., balbj.3 ft. 50!ז., »irrtflj. 2 ft. oft. W. Man abonnir» dri allen Post» ämtrrn u. DuchhanLlungen de« Innnd AuSlandr«. en Mrilumjil. IVochenbsall für Mische Tl>eoMie< Herausgeber und Redakteur: I^OIPOIL» HL.4b יי%י/. Oberrabbiner zn Szrzedia. find and. Rrtaktion in Szegedt, oder an Hrn. JtBRj WajatT i» tkipzig zu senden. Dir 2spaUige Peiiizeilr wird mit 10 Nkr.^-L Egr. berechnet. «eialtlk«»: 3 .-ronen-Gaffe. Polifler'sche« Inhalt. Dr. Julius Barralch. Nekrolog von Gerber. — Gemeinde-Autonomie. Von Jellinek. — Leidensgeschichte de« Thalmud«. Don Müller. — Briefe zur stharakteriftik der Zeit, von Beer. Horschetzkn und Jcft — Ä orrcspondenz. Inland. Wien (Rikssrr. Merkw. Rache). Wiener Briefe I. sNeuer Verein). Wien lFranciiverein). Vou der Donau (Weissagung). Gran und Abony lGemeindeverbältniffe). — Literarische Anzeige. Treu'S Selke, Besprochen von Wald. Literarischer Kolbo (RiefferS Abkunft). — Inserate. Dr. 0״ft'1t׳s ׳]iamild). jjrftoibrn 12. Äpril 11103. Nekrolog von ^crdinnnd <5erber in lluliarrjl. Der Name unseres srübverblichenen, lirfbelrauerten Freundes Julius Barras cd gebärt;11 den gefeiertesten Namen der jüdischen Literatur. Sein Wirsen für die ruinä- Nischen Juden bat ihm ein Recht auf deren iiuverwelkliche Dankbarkeit erwerben. In Wort und Schrift stand er für unser Recht ein, und er drang mit seinem Streben, die ru- »länischen Jziden zur Achtung zu bringen, bei den jeweiligen Regierungen durch. Fern von aller Parteinahme war er stelS beflissen, die aufgeregten Gemüther in der Gemeinde zu beschwichligen, nnd der Versöhnlichkeit zugänglich zu machen. Wo ungerechte Beschuldigungen gegen die Gesaninilheit der Inden laut wurden, trat er mit Feuereiser aus, um die Ebre des jüdischen NamenS zn wahren. Sein Sendschrciden an den berüchtigten Eonocrliken Pick gebärt zu den trefflichsten apologetischen Arbeiten der Neuzeit; dasselbe hat namentlich im nördlichen Böhmen eine weite Verbreitung gefunden, und dem Vcrsaffer die dankbare Liebe und Verchrung vieler GlanbenSbrüker gesichert. Seine Bedeutsamkeit für unser rumänisches Vaterland trat auf eine eklatante Weise durch die allgemeine Thcilnahme hervor, welche sein Dahinscheiden bei der hiesigen christlichen Bevölkerung hervorries. Schon während der Leichenauöstellung drängte sich eine unabsehbare Menge in daS TrauerhauS. Die Schüler der Mtlitärschule und der Gymnasien bezeugten durch ihre heißen Thränen ihren Schmerz: sie verehrten in dem Dahingeschirdeneu einen geistvollen Lehrer und einen theilnehmrnden Freund. Der Präsekt, Herr Rosetti, sprach im Namen der Regierung sein Beileid auS wegen des VerknstcS, der nicht nur die Familie und den VolkSstannn deS Vollendeten, sondern ganz Rumänien getroffen hat. Zugleich sprach er die Versicherung ans, daß daS Vaterland die Dersorgung der Hinterbliebenen alö seine Pflicht anerkennen werde. Der EultnSminifter, Herr Tell, bezeugte den sicrblichen Ueberrcften deS populären VolkSmanncS persönlich die letzte Ehre. Der gcseiertc Patriot, Herr E. A. Rosetti, Führer der Liberalen, drückte seinem verstorbenen Freunde den letzten Freundeskuß aus die kalte Stirne. Die Eeremonie der Leichenbestallung wurde durch die EuItnSbeamten der spanisch-jüdischen Gemeinde cingekeitet. Hieraus sprach Schreider dieser Zeilen als Vorstandsmitglied der Societa eil)־ turn israelita, deren Präsident der Verblichene war; der Ausgangspunkt der Rede waren die Worte: ״Wisset ibr nicht, daß ein Ekler und Großer an diesem Tage gefallen ist in Israel (2. Sam. 3, 3H)?" Die Rede selbst verbreitete sich über die Verdienste, welche sich Dr. Julius Barrasch uin Israel erworben hat. Seine Verdienste um die rnmänische Literatur, namentlich um die uatiirwissenschaftliche, schilderte die herrliche Rede, welche der hochw. Professor, Herr Benjamin Kat ho lesen, in rumänischer Sprache hielt, nachdem der jüdische Ehor unter Leitung deö eminenten EhormeisterS B. Fran ch ct t i einen Psalm abgesungen hatte. Zum ersten Male sprach in diesem Lande rin christlicher Priester an dem Sarge eines Juden. Die Anwendung von geistreich eingewebten Psalmensprüchen wirkte zündend auf die Zuhörer. Die ״Voir de la Roumanie" sagt In Bezug auf diese Rede: ״Pater Benjamin hat erkannt, daß der Tod alle Menschen gleich mach! vor Gott, und daß der Schoß Abra« hamS allen denen offen steht, die geglaubt, gelitten und geliebt haben." Ein hebräisches Gebet, gehalten von den obengenannten sefardischen EultuSbeamten, folgte dieser Rede, und nunmehr setzte sich der Zug in Bewegung. Voran giagen die Mitglieder der Loeiela cullura israelita. Ihnen folgten dir Mitglieder deS WohlthätigkeitSvereinS und die