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Ben Chananja · 1863-04-29 · 18 (29.4.1863) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
18 (29.4.1863)
Date
1863-04-29
Page
– (sequence 1)
Language
German
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SerijUer gahrzmg. M. 18. •Syjlfiiiii, Sc» 29. Jlprif 1863. ׳ Jeden Mittwoch rrsche,«« ein Pr5namcT0H8a#pt1U•. Ganzjährig 7 fl., balbj. 3 fl. &0 kr., viirtrlj. 2 fl. oft. W. Man abonnirl bei allen Post» ämtern u. Buchhandlungen Le« Innnv Vluslandr«. ni CfaiKnp. Woche,«s,fall für jüdische Theologie. Herausgeber und Redakteur: ILlfi0B01״L3» Oberrabbiner za Szrgrdin. Znser.it sind and. Redaktion in Szegedt» oder an Hra. Jraiy Wagner in tripjig;» senden. Dir 2sral«ig» Pemjtilr wird mit IO Rkr. .=. 2 §gr. drr.chnrt. tirlakli«■: 3 kkronen-Gaffe. Polifler'sche« Inhalt. Dr. Gabriel Rieffer. D. HerauSg. — Philo über den l!id. D. Herautg. — Korrespondenz. Borland. Frankfuit (kikeeänsch,« and Cominiinale«). Bukarrst (Barasch's Tod). London (Stpologie argen Soleniv). Znland. Wien (Die Parteien in der Gemeinde). Wien (Pinskcr« Werk). Pest (Türkische Badein'cheist in Ofen. B.runing von BertrauenSmänncrii). Pest (Hebräische Dorlegeblättcr-. Pest <Der neue Vorstand). D. Földvür (Prüfungen). Gr. .kkanizsa (FaffelS Dckorirmig. TraurrgotleSdieust. Brün» (Das Schnobern). — kiterärischer Kolbc von Hermann Drill und dem Hcra»-g. — Horowitz'e Hobe- Lied. Dom HeeanSgeber. Dr. Zakries Riesser. geboren 1806; geHorbcu 22. Äpril 1863. ״ES gibt Namen, in deren Klange sich n»S die höchsten Bestrebungen der Menschheit verkörpern, so daß sie unserer Seele mehr sagen, alS der künstlichsten Rede zu sagen gelingen würde." Mil diesen Worten eröffnete Riesser im Jahre 1838 seinen LessingS Deukmal betreffenden Aufruf an die Israeliten DentschlandS. Und mir diesen seinen eigenen Worten eröffnen wir die Tra ״erkunde von dem Hinscheideu RicfserS, deS edlen, hochbegabten, siegreichen Kämpfers für Gewissensfreiheit, Aufklärung, Fortschritt, gegen Unduldsamkeit, ReligionShaß, Geisteödruck. An keinen Namen knüpft sich in so hohem Maße die Erinnerung an die höhere» und edleren Bestrebungen der durch Eultnr und Eivilisation verjüngten Judenbeit der Gegenwart, als an den Namen Gabriel Riesser, weicher am 22. d. M., Vormittags seine ruhmvolle Laufbahn auf Erden beschloß. Vor Ablauf seines 57 Ledeuöjahreö mußte er hinabsteigcn zu den Ruheuden im Grabe. Die größere Hülste seines Lebens war seinen GlaubenSbrüdern, seiner Vaterstadt und seinem Vaterlande geweiht. DaS Jahr 1830 weckte Siegeshoffnungen in seiner Brust, und er säumte nicht, wohlgerüstet auf dem Kampfplätze zu erscheinen. Schon seine erste 1831 vcröffentlichte Schrift ״lieber die Stellung der Bekenner deö mosaischen Glaubens in Deutschland" brachte bei Freunden und Feinden der Emanzipation einen außerordentlichen Eindruck hervor. Sein Auftreten für die bürgerliche Gleichstellung her Juden ist in der Geschichte der Emanzipation Epoche machen-. Sein Geist, sein Muth, seine UeberzeugungStreue, seine AuS, dauer, seine Beharrlichkeit, seine hinreißende begeisternde Rede machten ihn zu einem ״Gabriel", zu einem Manne Gottes! Und Gott hat ihm schon hienreden die Palme de- SiegeS gereicht. Dr. Gabriel Riesser erfreute sich deS seltenen Glückes, den Sieg der Sache, welcher er sein Leben geweiht hatte, an seiner eigenen Person verkörpert zu sehen. Er war 18-18 Mitglied, 1339 Vizepräsident der deutschen Nationalversanimlung in Frankfurt am Main. Bei der Neugestalt,ing deS Hamburger ObergerichwS wurde er zum Ober« gcrichtSratbc ernannt. ES ging also an ihm selbst in Erfüllnng, was er 1831 divinatorisch ausgesprochen hatte: ״ES ist keinem Zweifel unterworfen, daß, wenn die Grundsätze der Glaubensfreiheit, die die Edelsten und die Weisesten bekennen, nur erst inS StaatSlebcn, in daS rechtl iche Verhäl tn i ß durchgedrungen sind, daß dann nach der bürgerlichen Trennung bald auch die gesellige und jede- B o r n r t h e i l, d a S s i e e r; e u g t u n d h c g t, v e r s ch w i nden ,vürde. Der sinkerlde Nebel dcrVornrtheike hat die Höhen deS LebenS verlassen; er lastet noch auf den Niederungen; aber d e r H i m m e l ist heiter; die unbewölkte Sonne der Menschlichkeit kan» ungehindert jede» Sinn erleuchten und jedes Herz erwärmen; ihr siegendes Licht wird bald die letzten Nebel zerstreuen, und ein Heller freundlicher Tag wird dem erfreuten Auge brüderlich vereinte, bessere und glücklichere Menschen zeigen*). Er hielt sich aber auch ein Menschenalter hindurch mit aller Selbstverleugnung und AuSdauer an daS Programm, welches er sich und seinen GesinnnngSgcuossen beim Beginne seiner nunmehr herrlich vollendeten Laufbahn sestgestellt hatte. An die angeführte Profezeiung knüpfte er nämlich die Worte: ״Aber nach je« urm Ziele bürgerlicher Freiheit müssen auch Alle, die sie schmerzlich vermissen, müssen wir Jüngeren insbesondere, die Söhne eine- Jahrhunderts dessen Aihem die Freiheit ist, *) Uebtr tu Stellung . . . <£. 02. 63.

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