Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 6 (1863)
- Issue
- 17 (22.4.1863)
- Date
- 1863-04-22
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 82% known words query
- IRI
…/2542917-2542918-2542936--3085-2546931- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
17 ״« -5;cgcdin,22 וחיו. ilprif 1863. Schlier Fahrgaug. 3'dkn Mittwoch kkschkint,in Präiomcrattsispret»: Ganzjährig 7 ff., Kalbs. 3 ff. 50 kr., virrtrlj. 2 ff. oft. W. Man abonnirt bei alten Post» ämtcrn u- Buchhanllungen de« In- »nd Auslände«. en ®ramnp. lüorijcnfifaü für jüdische Efjcofojjic. Herausgeber und Redakteur: w.ff:*d b*a» Oberrabbiner zu Szegedia. sind and. Redaktion inCzegedi» oder an Hra. /r»ttj Mfflt« i, beixzig j» senden. Die Lspaltige Ptiilzeile wird mit 10 Nkr. - 2 Sgr. berechnet. Rfbakllfl«: 3 Arenen.Gaffr, Poliper'sche« Inhalt. Eine ossizielle Stimme über die Pcster Znständc. Vom Herausg. — Sernbabel. Von Dr. Duschal. — Korrespondenz. Ausland Arankiur» (Gciarrs Ausnahme). Breslan (Geigers Bcrdirnstr). Breslau (Du'iike tes jütischen Derriues). — Inland. Pest (Gemeinlk- und Schilt« zusiäiile). Pest (M. Blaß) Grau lVorstanlswahl). Naczn-A-trelv (Lebrer-Penstensfeiid). Gemör (AlNcstani. Siudien der eoang. Geistliche»). Aula (Antwort Dr. Hirlcklers). Slavencrn (Gemciiidrznstände. Toleranz. B. Prandau) Lemberg (Neue More-Ausgabe). Bolechrw sDlnmenthal. Schulinivektor). Butschowlh (FcinS Berusung). — Literarische Anzeigen. Zosnath Paaneach. (Schluß). Hohes Lied von Horowip. Besprochen vom Herausgeber. Inserate. Eine ' ~ ", •Sliinmc üficr Öic Mmiöc der Peller jüdischen ^cmcinOe. Der ossizirllc ״Lürgönv" hat eS für zeitgemäß ge. suuden, sich über die gegenwärkigen, eben nicht erfreulichen Zustände der Pesier jüdischen Gemeinte vernehmen zu lasten, und die Pestcr jüdische Bevölkerung aus eine ziemlich derbe Weise znrechtzuwcisen. Der Artikel dcö ״Sürgöny" ist kein Erlaß, kein Befehl, keine Verordnung, keine Maßregel; er ist die MeiiiungSäußernng eines Publizisten, ein journalistisch - literärilcheS Erzcugniß. DaS Recht, einige bescheidene Gegcubemer. kungen zn wagen, dürfte also der jütisch-konscstionellen Presse kaum abgesprochcn werden können. Herr AlerinS FenvcS, der Redakteur deü ״Sür« gönv", den Viele auS inneren, kritischen Gründen für den Verfasser der Strafpredigt halten, ist Statistiker von Aach, und er hat sich eine Reihe von Zähren hindurch fast auS. ׳chlicßljch mit Zahlen und Ziffern beschäftiget. Die Beschäs. ligung mit Zahlen und Ziffern ist aber nicht sonderlich ge« eigner, der poetischen Produktivität förderlich zu sein. Eine billige Kritik wird daher nicht ohne Nachsicht die verunglülkte Parabel beurtbeilen, welche Herr FeiweS an die Spitze seiner Strafpredigt gestellt hat. Man vergegenwärtige sich nur die Personen, welche in dieser seltsamen Parabel figuriren. Eingekerkerte Verbrecher, ihr selbstgewähl« ler Aufseher, ein Gefängnißwärter und — ein Agitator! Und wer ist diesen Gebilden der poetischen Aiktiou in der Wirklichkeit zu substiluiren? Daraus müssen wir die Antwort schuldig bleiben. Mögen sich unsere freundlichen Leser daS Errrzitium ihre- Scharfsinnes nicht verdrießen lasten. Der ״Sürgönp" ist sehr ungehalten darüber, daß daS Unheil der Pester Juden über gewisse Personen und Znstände sich nicht konstant geblieben ist, und in neuerer Zeit in mancher Rücksicht einen bedeutenden Umschwung erfahren hat. UnS ist dieser publizistische Zorn unbegreiflich. Der ״Sürgönv" nenne unS koch einen Kreis vernünstiger, den« kender Menschen, wo ähnliche Erscheinungen nicht vorgekom« men wären? ״Idem scmpcr ent, (!uoniain semper fuit idem י)!‘, Die öffentliche Meinung, welche Gedanken und Urtheile, wie die Atmosphäre die Luft, nach allen Seilen verbreitet, ist ein hcrbeö Gericht, dem nicht leicht zu entfliehen ist. Wenn sie Personen tadelt, welche sic früher gelobt hat, so werden die betreffenden Personen sorgfältig zu erwägen ha׳ ben, ob die Quelle dieses Umschlages nicht in ihnen selber liege. A k a b i a h ben M a h a l a l e l, ciisthcrvorragcnter jüdischer GesetzeSlchrer tcS ersten Jahrhunderts, verweigerte aus dem Sterbebette seinem eigenen Sohne die von demselben verlangte Empfehlung an seine Freunde. ״Mein Sohn", sprach Akabiah, ״deine eigenen Thalen mögen für dich oder g cg c n d i ch s prc che n T)!" Der ältlichen Dame, welche in c׳ncm Anfluge von Eitelkeit den Spiegel zerlrüminert, der ihr die Runzeln ihres Gesichtes zeigt, ist eö offenbar durch diesen heroischen Akt der Selbstveriheidigung noch immer nicht gelungen, der satalcn Runzeln loö zu werden! Die jüdische Journalistik war gegen gewisse Personen, die in der Pcster jüdischen Gemeinde eine hervorragende Stellung cinnehmcn, nicht sehr komplaisant: am artigsten und rücksichtsvollsten verhält sich ohne allen Zweifel ״Ben b Han an ja", welcher nicht gestattet, daß in seinen Spalten über Namen und LieblingSueigungen gewisser Personen Witze gemacht werden. Aber ״innerhalb dieser Beschränkungcn könnten unS jene Personen sehr wohl erlauben, daß wir ohne Scheu sagen, waS sie selber sich nicht scheuen, in wirklicher Thal zu thun; indem ja offenbar die That, welche auch ohne unser Sagen ohne Zweifel in die Au« *) Mituilius Astronom. Lib 1. v. 533. ’) ISlnjcib 3, 7. 6664^1