Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 6 (1863)
- Issue
- 16 (15.4.1863)
- Date
- 1863-04-15
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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.16 2ו. Om 15. flprif 1SG3. Serijßcr Jnfjrflflng. Jeden Mittwoch erscheint ein Pränumkrollonsprkl»: GanzjLkieig 7 st., balbj. 3 st. 5V kr., viertel!. 2 fl. äst. W. Man abonniet bei allen Post, Linkern u. Duchhandlunqen de« In- und Auslände«. Kn MmiMM. Vochentzsall für jüdische Theosogie. Herausgeber und Redakteur:!,icopniLi» Obeeradbiner jn Szegedin. sind and. Redaktion in Szegedia oder an Hrn. /,anz Na-n« in dnpzig zu senden. Dir Lsraltige Peiitzeile wirk mit 10 Nkr.-- 2 S^r. berechnet. Kriakti«■: 3 Kernen-Gaffe. Potißee'sche« Inhalt. Aron Elicrin. Vcn De. Weil. — Zur Geschirble der Astrologie. Don Dr. Schmiedl. — Aauila- Bikelütersetzunz. Don N. Brn'l- — Korrespondenz. Inland. Pest sGkmeindezustLnde. Prärarandie). Gr. BecSkeeek (HirschlerS Briet). — Literarische Anzeigen. Mise» Zrsnalt! Paaneach. Bcn 2- Steen. Aron Lhorin. Eine biographische Skizze von Tr. W e i I. (Fortsetzung und Schluß.*) 22. Tie letzten Fuhre Chorins. Auswärtige Fragen. Freiheit der Forschung. Pakscr Nabbinervcrsammlnng. Chorins Tod und Nachruhm. Der Reichstag von 1839—10, dessen Judengescy für die ungarischen Juden nichtSweniger als befriedigend war, wirkte auf die gebildeteren indischen Gemeinden mächtig durch die judensrenndlichen Reden, welche von den hervorragendsten Wortführern der Opposition an der Skänderafel gehalten wurden. Tie Emanzipation der Juden war in die Reibe der TageSfragen getreten.' Die Freunde deS Fortschrittes in den jüdische» Gemeinden sahen sich dadurch zu einem eisrigern Vorgehen aiisgemunlcrt. Tic Stellung EborinS in seiner eigencn Gemeinde rvurde in Folge dieses Umschwunges günstiger. Einige liturgische Reformen wurden ohne Kampf und Widerstand eingesührk. Aus eine von Prag ausgegangene Anregung erklärte Chorin 18-11, daß Reis und Hilseiisrüchte am Peßach genossen werden dürfen, ohne daß von orlhodorem Standpunkte eine stichhaltige Einwendung erhoben werden konnte. Sein hieraus bezügliches hebräisches Gutachten ist im Literaturblatte deS Orients (2. Jhrg. Nr. 33) abgedruckt. Fünf Jahre später sprach sich Fasse!, damals Rabbiner zu Proßniy, ebenfalls für die Freigebung deS ReiseS und der Hilsenfrüchte aus, ohne jedoch deS Eborinschen Gutachtens zu erwähnen. Faffel führt einen Gewähr-- mann an, aus den Chorin nicht Rücksicht genommen batte: R. Jsak b. Schescheth, welcher ausdrücklich reserirt, daß der Genuß der in Rede stehenden Viktualien gebräuchlich sek '). Die Gegner die'er Reform sind tropdem nicht andern Sinnes geworden, indem sie die Berufung auf eine sefardische Autorität für unstatthaft halten, da die Prohibition anerkanntermaßen zum deutschen UsnS gehört, und als sol« cher von R. MoseS JsserlS im 16. Jahrhundert i'anktionirt wurde, obschon R. Jsak seinen permiffiven Bescheid schon im 1-1. Jahrhundert abgegeben hatte, ohne jedoch bei den germanosarmarischen Rabbinen Anklang zu finden. Chorin scheint auch die bezügliche Entscheidung deS wrstpbälischen EonsistoriumS nicht gekannt zu haben. Faffel beruft sich dagegen ausdrücklich ans dieselbe, ohne ffe jedoch gelesen zu haben a). TaS Eoiisistoriiim beruft sich unter Anderin aus R. Zebi Aschkenasi und dessen Sohn R. Jakob Emden, beide hochortlwdore Autoritäte» ersten RangeS, die sich in der Tbak in den stärksten Ausdrücken gegen das probibitive Herkommen anSsprcchen:l). R. Saul in Berlin batte schon im vorigen Jahrhundert die Malice, die Beschränkung auf ka« raiiische Ignoranz zurstckzusühren^). Trosz all dem vertrat nicht nur R. Elcazar FleckelS daS Herkommen, sondern selbst Azulai, der dem scsardischen RitnS angehörtc, wollte dasselbe in Tkmschland und Polen in seiner Integrität erhalten wiffeu. Selbst den Kaffee, den R. Abraham Broda ivegen der Aebnlichkeit desselben mit Hstlsensrüchte» förmlich verboten hatte, sollten nach seiner Meinung die deutschen und poluii'chen Juden vor Peßach rösten, um denselben am Feste genießen zu können*). Ter Araber Publikation von 18-11 wurde von Seite der Orlbodorie nicht widersprochen: dieselbe hatte nicht zn besorgen, daß die Frommen ihre bisherige Gepflogenheit den Araber Entscheidungen opfern werden. In Ungarn erstreckte sich ChorinS Antorilät anf die Gemeinten in den Komitalcn Arad und Torontal, deren Oberrabbiner er war. Außerhalb dieser Grenzen war sein Name wirklich verpönt. R. MoseS Soser nannte ihn in seinen Briefen Acher (אחר), woran allerdings auch die Anspielung auf den Namen ihrro Theil halte. Aber selbst in den wenigen progressiven Gelneinten Ungarns hätte sich ein Eandidat unmöglich gemacht, ') S. v. 2. Nr. 49. t. 2• Nr. 2, 9, 11. 12— 14.