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Ben Chananja · 1863-04-08 · 15 (8.4.1863) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
15 (8.4.1863)
Date
1863-04-08
Page
– (sequence 1)
Language
German
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M 15. Sedjflet Zahrgmg. sMÜi», Ocii 8. üpriC 1863. Jeden Mittwoch erscheint eia Prannmeratlonrprei»: Ganzjährig 7 balbj. 3 fl. 50 fr., viertelj. 2 fl. äst. W. Mao aboonirt bei allen Post, ämtern u. Bachhondluoge» de« Zn- und Auslandes. Jen Mntmyn. Wochenklall für jüdische Ttzeosogie. Herausgeber und Redakteur: Oberrabbiner za Szegedin. sind and. Rekaflioa in Szegedin oder an Hr». /ranz UragatT i» dnpziz zu senden. Die Lspaltige Pemzrile wird mit 10 Nkr. —2 Egr. terechoet. LkSakU«»: 3 .ffronen-Gaffe. Pölitz,r'scheS Inhalt. Aron Ehorin. Do» Dr. Weil. — Zur Geschichte der Astrologie. Don Dr. Schwiedk. — Korrespondenz. Inland. Wien (Tod dee Frau Charlotte Löwenstrin). TemeSoar (Ankunft dr- Rabbiners. Eon-er». Memorandum.). Prrßburg (Predigerwahl).' Nagv-Nöroa (Prüsuoaen. Rabbinrrwahl). Groß-Kanizsa (Derkirnstr Fassrls um die Schule). — Literarische?kttjeigen. Eoh»r>'S Edafiratb Bereschith. Ton Dr. Doschaf. — Mise« Zofnalh Paaneach. Don 3- Eiern. — Lilerärischer Kclbo. Don 3E. — Neber Earmoly» ^.»aiiterungrn. Don Dr. Wiener. — 3os,rat. Inhalt der Beilage. Drr Eid mors judnico. (Wrffelv über den Juteueid. Da- »euc Lübecker Gesetzt Äron Chorin. Eine biographische Skizze von Dr. W e i l. (Fortsetzung.') 21. Wiener Toleranz. Familienkummer. Die Derfolgnng in DamaSk. Fürst Metternich. Im darauffolgenden Jahre (1810) machte Ehorin wieder eine Reise nach Wien. Diesmal war eS eine Privatangelegenhcit, die ihn bewog, in so vorgerücktem Alter eine Reise von Arad nach Wien zu unternehmen, welche zu jener Zeit mit so vielen Entbehrungen und Unannehmlichkeiten verbunden war. Er wollte seinem Sohne Josef, der seil einer Reihe von Jahren den Einkans von Mannfakturwaaren für mehrere ungarische Häuser in Wien besorgt hatte, die Wiener Toleranz erwirken. Die Protektion einer Dame, welche, den höchsten Kreisen angehörte, ließ ihn hoffen, daß er trotz aller Schwierigkeiten, die zu jener Zeit ein Kandidat der Wiener Toleranz zu überwinden hatte, sein Ziel erreichen werde. Die Dame war die Erzherzogin Maria Dorothea, Tochter deS Herzogs Ludwig von Würtemberg und seit dem 21. August 1819 Gemahlin deö Erzherzogs Josef, PalatinS von Ungarn. Die Erzherzogin war eine sehr fromme, eifrige Protestantin und begünstigte besonders die pietistische Richtung. Es gehörte zu ihren LieblingSwünschen, daS alte Testament in der Ursprache lesen zu können, mid eS ist wirklich Thatsache. daß sie in Preßburg, wo der NeichSpalakia während deS Reichstages seinen Wohnsitz hatte, in der hebräischen Sprache Unterricht nahm. Die Erzherzogin hatte zu wiederholten Malen von Chorin, als von einem jüdischen Reformator sprechen gehört. Bei der lebhaften Thrtlnähme der hohen Frau für religiöse und kirchliche Angelegrnheiten mag dies allein hingereicht haben, ihr einiges In» ') S. v. 3. Nr. 49. d. 3. Nr. 2. 9. 11. 12-14. tercsse für den Ara der Rabbiner einznflößen. ES ist aber möglich, daß sie sich Ehorin als einen Reformator in pro» lestantischem Sinne, d. i. als einen Restaurator deS biblischeu JndenthnmS dachte, was ihr, da sie daS Missionöwesea kannte und begünstigte, besonders bedeutsam scheinen mußte. Man kennt daS unter den protestantischen Freunden der Indenbekehrung weitverbreitete Vorurtheil, nach welchem mau die Juden nur genauer mit dem alten Testamente vertrauter machen muß, um sie sogleich auch für'- neue Testament ge» wonnen zu haben: ein Vorurtheil, daS in unserer Zeit durch die an protestantischen Hochschulen gelehrte alttestameutliche Eregcse hinlänglich widerlegt wird! lieber welche theologische Fragen sich »nn die bibelfeste Erzherzogin mit dem ergrauten Araber Rabbiner unterhielt, können wir nicht berichten. Wie hoch er in ihrer Gnade stand, erhellt aber auS ihrer Bereitwilligkeit, die Toleranz» angeiegenheit Joses Chorins ihrem Stiefsohne, dem Erzhrrzöge Stefan, wiederholt zu empfehlen. Aron Ehorin fand bei dem Erzherzoge die leutseligste Aufnahme, und er wurde nicht müde, von der hohen Begabtheit, der Klugheit und der Menschenfreundlichkeit deS damals noch jungen Prinzen zu erzählen. Die Wiener Toleranz wnrde jedoch nicht erreicht. Die Verstimmung, in welche Vater und Sohn hierüber ge» riethen, war nur vorübergehend. Von nnbeschreiblicher Bitterkeit war aber für den am Rande deS Grabes stehenden Vater der Abfall eines TbcileS seiner Nachkommen von dem Glauben der Väter. Zu dem Nesultate, daß sein Sohn die Toleranz nicht erhalte, gelangte Ehorin erst nach vielfältigem Antlchambrirea. Zu gleicher Zeit führte ihn eine allgemeine Angelegenheit auch öfters ins Dücher-NevisionSamt: Die Edirung einer alten Schrift zur Widerlegung deS unsinnigsten DorurtheilS, welchein Folge des blutdürstigen Gerichtsverfahrens in Damaskus, das am 9. Februar 1810 seinen Anfang genommen hatte, auch in Europa an vielen Orten seinen Spuck zu treiben begann. In jüdischen Kreisen wurde nichteifriger besprochen, als die

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