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Ben Chananja · 1863-04-01 · 14 (1.4.1863) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
14 (1.4.1863)
Date
1863-04-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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233 234 scheu Juden laut sprechendes Verhüliniß. Andere, auf die speziellen Zahlen eingehende Betrachtungen, warum z. D. in Sjkgedin verhältnißmäßig zweimal so viel Gymnasialschüler sind, als in Arad*), glauben wir, den Lesern dieses Blattes überlassen za müssen. Die grielhillhe MeluGfrfeljuiiij örs .Öquiffl. Von Nrhrmia« Brüll. RabbinatS-Eandidateo. I Herr Oberrabbinrr Dr. Zipser widme» 1,1 Nr. 10 und t t dirser : Blätter den rrflcn Artikel rintr Abhandlung ״Bon drr Wichtigkeit der I griechischen Bibclübers-tzungrn zur Erkcnntntß des ThalmudS und der! Tradition" der Nachwcil'ung diese« Momente« aus der Bibelübersetzung I de« Peoirlyten Aguila, worin er au« mehrere» im hieros. Tbalmud. rn 1 den Midraschim und in den Werken der .ldirchenväter zerstreuten Nach, richten und Fragmeutcn der schon längst verlorenen Ncbersetziing, Biograste und Eharalieristik re« Paraphrasten z» entwerfen versucht. Jeder Sachverständige muß gestehen. daß dem gelehrte» AlterthilmSforscher eine reiche Quellciiktüiilniß zu Gebote stebt, und daß er mit einem treffenden kritischen Stbarsblieke auch jene» ausdauernden ififft verbiutet, der sich in den Olezenstaud seiner Nilicrsnchuilg verliest und ihn bis zu de» letzten Eouseguenzcii, die },!!einer klaren Erlassung führen, stusenweise verfolgt. Die obengenannte Abhandlung ist rui rühmender Zeuge dieser srnier Eigenichasie». sie läßt »nS die Srnren de« angestrengten Denkennicht verkennen, »nd enthält vtel Treffliches und Schätzbare«. Dr. Z. aber bat für icuic Arbeit blcs die vorhandenen Quellen benützt, sich ober nicht »ach den grüntlichcii Borarbeilen über diesen Gegenstand nmgksehtu3״ einer Zeit, in der kein Stütkch.-״ Bote,!« uiibclaiint, kein Erzcugulß der Natur unbenützt, keine Eeicheinnng iinbeuirrkt, kein Ilebcrrest de« Alterlbums ununlersuchl bleibt. läßt e« sich dciiken. daß der gegenwärtig daganze gleich der Idee, wir dader Materie ,»irr« ini'itllch iu sein Bereich ziehende Judustrialisnins de« menschlichen GeisteS. der alles Seiende vor den Nichterstiibl les analytischen Verstände« vorrust, uni stch eine klare snnlhetischc A1>''cha11״ng zu vermitteln, der auch die längst vergilbten und vergessenen Schätze der allen Literatur zu Tage fördert, um sie ״ach ihrem Total, niid ihrem Lcnder-Eharaktrr. ,1, ihrem Derhältniffr ans, und ibrer Beziehung zu tliiandcr nach Form und Inhalt zu erkennen, gewiß auch die vor aller Welt liegenden in den amcräqchen niid »n Lei, patristischen Schristen rnlhalleneu Fragmente der aguila'schen Version nicht außer Ach, gelassen hak. Herr Rabbiner Zipfer hat. indem er hier, wie aus einem »och unerörierten Gebiele zu Werke gebt, und schöne Proben seine« Forschergeistes gegeben, die Wissenschast aber Kat taduich keine bedeuirndk Dereicherung ersahren. da schon , vor 18 Jahieu e!n tüchtiger .kremier der hebräischen Lilcratnr. Professor Dr. Rudolf Anger io Leipzig über diesen Gegenstand eine mit ebenso , sorgsäliiger Benützung der Quellen und einschlägigen Hilssmitiel al« *) Der Herr Einsender hatte wohl nur da« BerhLItniß der jüdischen Gymuastalichiiler zu den christlichen im Auge. Die größere Zahl der ersteren in Szegedia erklärt sich lheil« an« der größer« Seelrnzahl der Gemeivde. ,heil« wohl auch au« dem größero Ecniingentr. welche« dir Umgebung stellt. Uebrigcn« bezieht sich der vorliegende AuSwei« ausschließlich auf die katholischen Gymnasien; ein Aurwei« der jüdischen GvmiiastaljugenL i» den protestantischen Gymnasien in I Ungarn wäre un« höchst willkommen- Reo * mit eingehender Gründlichkeit gehaltene Dissertation") veröffeutlicht hat, worin er besonder« dl« in den hebeä,scheu Schristen enthaltenen Fragmente einer näheren Untersuchung wüedigt, und überhaupt schon damals Biele« erkannte, wa« Herr Oberrabbiner Zipfer erst letzt entdeckt zn haben glaubt. Ich will, da d׳^ Faden zo weiteee» Besprechungen über diesen Gegenstand im ״B. Eh." schon ausgenommen worden ist, an denselben anknüpseo, und in Folgendem Mehrere« darüber sprechen. 1) A!« da« wicht,gsie Resultat der Zipserischen Abhandlung ist der Satz zn betrachten: ״Da« charakteristische der aquilaitcheo Ueber, sktzung besteht darin, daß sie, wenn auch nicht in tendenziösen, so doch im polemischen Geiste (nämlich argen da« entstehende Ehristenhum) abgefaßt zu sein scheim". da Professor Angcr sich wohl über dir Art der Uebersetznng, nicht aber über die historischen Motive derselben deutlich auSgesprechrn hat. Von dem früheren Heiden hätte man erwarte» sollen, daß er mehr dem Hcidenthumr eutgegenaebriten werde, als dem Ehristrnlhunie, was »m io sonderbarer ist. als wir iu allrn den alte» Uebersktzunzen kein» antichristlichr Lendeuzcn gewahren. Wenn jedoch eine Nachricht des EpiphaniiiS (de pondd. ct iuciibb. §. 12), wonach Aguila erst dem Ehristcnihume, dann aber wegen astrologischer Studirn au« drffrn Grmcinschaft ausgeschlossen, dem Zudenthume sich zugewandt hätte, genug verbürgt ist, so wäre die« ebenso erklärlich, wir auch der Umstand, daß Hirrcnymu« jene Uebrrsctzung crst gegen die Anklagen der christlichen Theologen in Schutz nehmen mußte (cp. 77). Ein wichtige« Zeugniß desselben NirchenvaiceS an einer antcrii Stelle, welches Herrn Zipser« Ansicht dckräsiigi, ihm aber sowohl, als auch dem Professor Anger eiltgangen ist, möge hier Platz finden. Es lautet: Aquila unten prosely,ua et runti'iilio.MiH inferpren, qui non solinu vcrba, 8ed ctyraologyas tjuoquo vrrboruni fr.msfcrre conatUH est, iure projicitur a nobis (ep. 57). 2) Die Anwkndiing der Schrisistelle (Ps. «5. 3) ״Du bist t-r schönste der Menichenlinder" «n der Lobeserhebung, welch, R. Elieser und R. Jcsua tcm Agntla bezeigte», bezieht sich tnrchaus nicht auf die antichristlichcn Anspielungen jener Urbeesetzung. sondern, wie bereit« R. Asariah de Roffi (Meoe En. p. 236) richtig eekannt hat, auf dir gr. Spr.. die wegen ihrer Schönheit von den Nabbinrn gepriesen und durch ein Wortspiel dir Sprache Iaphet» genannt wurde (vegl. auch Jac. Brüll« suicinc« Vater« > Anmerkungen zu Ehajes'» Jggereth Aikoret ed. Preßburg S. 10, der Herr» Dr. Zipser auch in der Brm.r. knnz ziivorgekommen i,t. daß der Name de« Aguila im babil. Thalwud nicht geiiannt wird, rbenio wir OnkeloS »nd Jonathan b. Nsirl wieder-- ui» im jerusaleiiiischeii Thaluiud nicht erwähnt werden). 3) Die von Aanila herrüheende Uebersetzung der räthsrlhaften Stelle (Pf. 2. 12). .-aninat isi. auch von den LXX alcbitU worden. Vielleicht liegt dieser Auffassung, die, wie Herr Z. richtig br- »irrlt. auch im Thaliund -Lynh. 02, «) sich findet. die damal« im Schwünge gewesene Logo-ikee zu Grunde, da der -.»--oo auch vior genanut wurde. Aguila wählte abfichtlich den Ausdruck , um ans da« darin liczcndc .nur ausmerlsam zu machrn. Auch dem Midrasch ist da« Bild der Tochter von der Thora geläufig. (Schluß folgt.) *) Dem De. Ziv'er sind leider Li« bezüglichen Werk« nicht zugänglich. Red. ") De Onkelo ebaldaie o, quem ferunt, pentatcuchl paraphraste et qui ei ratiunis intercedat cuia Aezuiia graeco veteria te8ta1nenti interprete pari.! De Akila Lips MÜCCCXLV.

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