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Ben Chananja · 1863-03-25 · 13 (25.3.1863) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
13 (25.3.1863)
Date
1863-03-25
Page
– (sequence 1)
Language
German
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M 13. SjfQcMn, Den 25. Mrz 1863. •Scrfjflct 3a(jtpn(|. IkdtN Mittwoch »schnür ri» prällumkrattonsorrts: Ganzjährig 7 fl.. balbj. 3 fl. 5V kr., viertclj. 2 fl. öst. W. Man abonnirt bei allrn Pofl- .unikin u. Buchhandlungen dt» In. und Auslandes. Mn Minuriyn. TTTocOenßfalt für jfitüfcfjc Theologie. Herausgeber und Redakteur: ObcrraC diu. Zustrate sind and. Redaktion in Szegedt» oder an Hrn. /ran} TOdflnrt in tripzill zu senden. Die 2>paltig» Vemzeile wird mit 10 Nkr. —2 Sgr. berechnet, ktdatttiou: 3 .Kronen.Gaff,. Politzer'scheS Inhalt. »in pium üesiüenum von Dr. Müller. — Korres^: / ' Prag (EultuSgemeinde-Stat»»,»). Groß.Kani sa (Ted de« Dajans Stern) — Literarische Anzeigen. Llern'S 3kochk>t L. C cn von Dr. Duschak. — Henerignes Predigten, dtsprochen vo» Dr. Liiet^.^.r. Inhalt -er Beilage. Der (Sib more jmlaico. Geschichttiche«: WerdSezl». Schwab'S Eingabe. Ocükrr,ichi׳'che SideSsorinel. Meiset'S Gutachten. Löw'S Nekur«. r^7* Die Herren Abonnenten, die auf ein Vierteljahr pränumerirten, werden nm Grnenernng des Abonnements ersucht. Lin ..pium (lcsideriuni.“!!',cn Dr. Alois Müller. Die Journale brachten auö dem letzten Jahresberichte teS jüdisch-theologischen Scminarcö in Vreölau recht inleresiaiitc Daten. Diese, soivie ein vor kurzem in der wissen« schastlichen Beilage der ״Wiener Zeitung" erschienener Ar׳ tikel über die orientalischen Studien in Oesterreich reranlassen mich, einen nicht unwichtigen Zweig der < )rientalia, nämlich daS Hebräisch - Aramäische mit seiner Literatur und deren Hilfswissenschaften zu berühren. Ich lhue dicS deshalb, weil gerade für Oesterreich, daS so viele israelitische Unterlbanen zählt, die besondere Pflege dieses Faches ein unabwciSbares Bedürsniß ist. Denn daß (6 dem Staate um wissenschaftliche, tüchtig durchgcbildete Rabbiner zu tbun sein soll, wird wohl Niemand in Abrede stellen, der einmal die Berechtigung dcS JudenthumeS im Kaiserstaate anerkennt. Wie sehr ein den Bedürfnissen der Jetztzeit und der Höhe ihrer Wissenschaft entsprechendes Rabbiner-Seminar — eine Art Fakultät für jüdische Theologie — Noth thut, beweist genügend der Umstand, daß sich nach dem letzten JahreSbe« richte deS BreSlaner Seminars unter *18 Hörern nicht we- Niger als 14 Oesterreichcr befanden. Sie waren also gezwungeu, ihren Wissensdurst in der Fremde zu löschen'. WaS soll aber auch ein strebsamer Kandidat des RabbinaleS, wenn eS ihm nur einigermaßen möglich ist, anderes thun, falls er nicht etwa den schleppenden Ochsengang der Antodidaktie durchmachen, oder in einer sogenannten ״Zeschivah" alS ״Jeschivab-Bocher" eine Gelehrsamkeit sich holen will, die für unsere Tage sich längst überlebt hat? — Freilich besteht an der Wiener Hochschule eine Lehrkanzel für semitische Philologie — aber sie eristirt eben nur, ohne ihrer Ausgabe auch nur im mindesten gerecht zu werden. Sie kann einem jungen strebsamen NabbinatSkandidatrn, der selbst mir den allcrbeschcidensten Ansprüchen an seine Wissenschaft die Hochschnle bezieht, auch nicht als daS schwächste Surrogat für ein Rabbinerseminar gelten, abgesehen davon, daß überhaupt eine einzige Lehrkraft gar nicht im Stande ist, . daS zn leisten, waS ein Rabbinerseminar bieten könnte. Wenn aber schon eine einzige Lehrkraft für jenes so wichtige Fach eri« sti'rt, so sollte diese um so mehr eS sich angelegen sein lassen, die Collegia so zu arrangiren, daß wenigstens in einem EyeluS von.Jahren dem wissenSdurstigen Studierenden der nolbwendigste Thcil desjenigen geboten wird, waS er für seine künftige Laufbahn als Rüstzeug braucht, und worauf er dann weiter bauen kann. Besteht ja für griechische Philologie an der Wiener Hochschule auch nur eine einzige Lehrkrast und daS für ein umfangreiches Fach, daS jährlich nicht wenige Zuhörer zählt. Dieser Lehrer bietet aber in einem EyeluS von 3—4 Jahren den Candidaten deS Gymnasial, lehramtrS in dem betreffenden Fache so viel, daß sie bei eigenem Fleiße nach Verlauf dieser Zeit ans dem Griechischen für daS Obergvmnasium qnalificirt befunden werden können. Vollkommen einweihcn in die betreffenden Wissenschaften kann er sie in dieser Zeit freilich nicht, aber das erzweckt er dnrch methodisch gewählte Collegia, daß seine Zuhörer nach einer Reihe von Jahren in der griechischen Literatur gut zu Hause sind. Auf die Methode dcS betreffenden LchrerS also kommt eS zumeist an. WaS soll man aber sagen, wenn die einzige Lehrkraft, der Professor, der berufen ist, an unserer Hochschule die Leuchte deS Hebräisch-Aramäischeu auf den Scheffel zu stellen, von seiner Aufgabe sich so weit entfernt, daß er türkisch und persisch docirt? DaS heißt doch, wenn man aus Männer blickt, wie Barb (für Persisch) ’ und Wickenbauser (für Türkisch). Enken nach Alben tragen!

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