Mannheim
Compact Memory

Ben Chananja · 1863-03-18 · 12 (18.3.1863) · page 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
12 (18.3.1863)
Date
1863-03-18
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/2542917-2542918-2542931--3029-2546870
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

203 204 lass,», noch darf tt sich Gehorsam ertrotz,», er» gar Ordnungsstrafen »orschreibea wofleu. Seine Aufgabe ist ausschließlich Deleh» ruag, er mol» suchen, Neberjeugung hervorzubringen, aas daß die Gr» weinte seinen Lehren und Einrichtungen mit berrilwiNiger Annahme entgegenkoaime (S. 61)" So urtheilr ttotz der kehren, tir im zweiten Abschnitte de« Ehoschen Mispat ertheit» werLen. ein konservativer Theo« log in Deutschland: in Ungarn gibt e« Doktoreo-Rabbinee» dir durch Assistenz der Behörden ihren Einfluß vergrößern möchte»! Merkwürdig ist folgend, Darstellung der Debatte über das Schluß» wort des von Juden geleisteten Eide«. ,Nach dem Gesetzentwürfe schloß die EideSsormcl mit ,Omen." Die zweite Kammer batte hierfür den Ausdruck ,Amen" beschlossen, und die Deputation der ersten Kammer schlug de» unbedenklichen Beitritt vor. Nescrent Prinz Johann eröffne!» die Debatte hierüber mit den Worte», ,׳Da« den letzten Punk» betrifft, jo muß ich mich ganz aus die gelehrten Kenntuiffe meine» vis-üvls (de- OberhospretigerS Dr. 0. Ammon) beziehen, ob darin rin Bedenken liegt.'' Dr. v. Ammon konnte dem Reiz,, seine Gelehrsamkeit an den Tag zu legen, nicht widerstehen, und sprach: .Amen oder Omeo? Es ist eine Frage, von der ich unmöglich glauben kann, daß da« Wohl Sachsens von ibr adhinge. Jndeß muß man auch im Kleinen genan uud pünktlich sein und vor »»bestiiuniten Urthcilen sich hüten. Was zuvorderst da» Wort Amen betrifft, so ist es in der jütischen Liturgie allerding« nngtniein wichtig. 8« darf nicht fehlen nach einer Stelle de« Propheten, daß Gott der wahrhaftige Gott sei. Die Modnlatio» und Betonung de« Worte« Amen hat daher in den jüdischen Schulen Vcranlaffiing z» einer unendlichl» linguistische» Kasuistik gegeben, über die ich hinweggehe l? ft-), »1» bei der ftrage stehen zu bleiben, welche Aussprache die richtigere sc»: Ameli oder Lm׳n. DaS deutsche Bürger» recht, welche« die erste Aussprache begründen soll, kann in keinem Falle als eine auch nur entfernte Autorität gelten. Eo kommt hier vielmehr ausschließlich auf die Nachwrisniigcn der hebräische» Sprachlehre allein an. die uns hierüber solaende Auskläriiiige» gidt: Die in der letzt,״ Periode sehr aramäisch gefärbte Sprache der Hebräer hat unter den Bocale». deren schriftliche Zeichen späteren Ursprunges sind, ein offene« kurzes A. dessen Aussprache nicht zweiselbasi ist, und ein zusammrngezogenr« tangrS, welche« A und C rkpräsenlirt, wir bekanntlich alle GebirgSvolker »usrre» erstcu Bccal in dem vierten ausgeheu lassen. Die Chaldäer, Hclleuistcii, ferner die lpanischc» und portugiesischen Juten sprechen da« jllsamllieilgczcgtiic A hell und klar, wie wir da« Amen au«. Die Syrer hingegen, wahrscheinlich auch die Palästinenser, die Rabbiner des Mit» lelallerS, nanicutlich die deutichen und polnischen Israeliten, habru nach altväterlicher Sitte für da« O kiilschicdeu. und unser Amen ist für sie ebenso auffallend, ja sogar lächerlich, als uns das ihrige. Da nun der Hebräer von dem Dtitlschen keine Anweisung erwarte«, wie er dir Worte leiuer heiligen Schrift aussprechen soll, auch dir Würde des Eid.׳« uicht gestattet, aus solche, zuwellen unrichtig beurthcilte Kleinigkeiten eiozu» gehen, so muß ich dafür stimmen, daß e«. weuu unsere Eidesformel uicht ausschließlich für spanische Jude» destinimi fein sollte, bei dem Omeu de« GesetzklilwurteS sein Bewenden baden möge." Worauf Prinz Johann: ,Die Deputation hat sich auf die Zraukel'sche Schrift bezogen, wo gesagt, ist. der Jude würde lächeln, wenn man ihn Omeu zu sagen aufforder».- Dr. v. Animo». ,Daß jeder Jure weiß, wa« Omen und Amen heiß«, ist leicht zu begreifen. Jndeß. wer irgend einmal hebräi» scheu Unterricht geuossr». die hebräische Sprache betriebe» hat, auf drffea Urtheil berufe ich wich auch, ob der Jute Amen oder Omeo sagt." Prinz Johann: ,Ich glaube, e« kann nicht so streng verlang» werde». ob maa A oder O, Amen oder Owe» sage» soll." — E« wurde hier» auf zur Abstimmung geschrittea. 17 Stimme» wäre» für Am,». 17 Stimmen für Omen. Nach der Geschäftsordnung dr« Hause« kouuir, da Stimmengleichheit war, erst io der solgendeu Sitzung riue nochmalige Abstimmung stattfiodru, uud da ergaben sich LS gegen 8 Stimmen für Amen.- Hier wird doch Niemand die deutsche Gründlichkeit verkennen! Sehr erfreulich sind dagegen folgende Mittheilungeu: ,Der Tag der EinweihungSfeier der Synagoge (in Dresden) rückte heran. E« waren ihm mehrfache Zeichen ausmunteriidee Theilnahme vorangegangen. Da- EultuSministerium hatte in einer anerkliinenden Zuschrift dem Bor.- stand 300 Thaler zur Bestreitung der Kosten der Einweihung zugesanlt. Ein geachteter früherer Stadtverordneter schickte am Morgen de« EinwcihungStagrS einen Betrag von 50 Thal,rn mit dem Motto: ״Libertä civile ct rcligieuse pour ton( le mor.de“ und den schriftlich au-gedrückten Wunsche, ״daß fortschreitende Anfklärnng und Bildung die Israeliten auch ״och zu dem fördern möge, waihnen noch zur gänz» lichen Gleichstellung fehlt." Ein anderer Beitrag eines christlichen Dirdermanne« lief mit dem Motto ein: ״Wir glauben alle an einen Gott!" Und so manisestirle sich von viele» Seiten eine die Schranken der Re» ligionSverschikdenhcit durchbrechende Humanität: wir machen nnter deu vielen Edlen den auf frühere» Landtagen für das Recht der Juden leb- Haft kämpfenden Abgeordneten Art namhaft, der seine Theilnahme iu e«ner ihn, wir die Gemeinde beehrenden Weise gezeigt (S. 113)." Die Ausstattung der vorliegenden Biografie ist sehr schön. und bas Porträt unsere« sel. Freundes soll sehr gut getroffen sein. Gcsse11t!icher Dank. Die Herren Benjamin und Ein er ich von Küräß haben dem jüngst gegründete» ״Ehevra-Kadischa-Deninc" einen Platz für den Friedhof geschenkt. Indem wir diese edle Handlung zur öffentlichen Keiiiltniß bringen, können wir nicht umhin, den obgenannten Herren unser» ittiiigsten und verbin.Uchslen Dank auszusprechen. HorgoS. den kV. Mär, ,883. Die Hvrgoser Israeliten. Oeffentliche Danksagung. Herr L. Rebenwurzel, im vorigr» Schuljahre einer der streb» sanier» LehramtSzöglinge an brr isr. Präparandie in Pest, und gegen-׳ wärlig Lehrer an der Hauptschule in kiindruburg hat daselbst zum Besteu der hilfsbedürftigen isr. LehramtSzöglinge eine Collelte veranstalte«, »nd da- Resultat derselben. nämlich 28 fl. 30 kr. mir eingeschick«. Ich fühle mich recht angenehm verpfllchte». sowohl den edlen Wohlthäkern für ihre meiischenfreunLIichen Gaben, als auch dem Herrn Reben- Wurzel und seinen geehrten Herrn College«: für ihre gehabte Mühe meinen wärmsten Dank auszudrücken, mit dem Deisüge». daß ich dem wchlehrwürdigen Herrn Obrrrabbiner Dr. Meisel 12 fl. znm Besten I der von ihm gegründeten Suppenanstalt übermittelt, und den Rest zur | Anschaffung nothwendiger Lehrmittel verwendet habe. Pest, den 15. März 16K3. A. Lederer, Schuldirektor. Bemerkung. Dr. M. iu W. und Dir. L. iu P. Ich dauke. Ja der nächstro Nummer. Tzegedln, Seldlvrrla, der Lebalttt,». Leipzig, Sommlshon».Verlag von Frau» Va,,er. Diuck von Sigmund Borger io Ezegedi».

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.