Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 6 (1863)
- Issue
- 12 (18.3.1863)
- Date
- 1863-03-18
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Seiner rlaljrpiig. M 12.?Sjf flf Öiii, öm 18. Mrz^8K3. Jeden Mittwoch erschein! eia Dogen. prSollmrrallooiprri»: Ganzjährig 7 st.. balbj.3 A. SO kr., virrtelj. 2 fl. oft. W. Man abonnirt bei allen Post, ämtern u Buchhandlungen de« In. n»d Au«lande«. «l Pmnmß». IVochenksall für jüdische Theologie. Herausgeber und Redakteur: a^ts2Sv b-avjl.O'wv.. Oberrabbiner za Szrgedia. Z,srr»e sind and. Redaktion in Ezegrdiu oder au Hrn. /tilg Vagier in tnpzl'g zu senden. Die 2spal«ige Peiuzeilk wird mit lO Rkr. 2 Egr. berechnet. Lkdalrllo,: 3 .lbronrn-Gaffe. Poli-er'iche« Inhalt. Aron Chon». Biograflschr Eluze. Bon Dr Weil. — Zwei Brirfr Beer« an den Hkrau-gkbcr dt« B. (fh — Korrespondenz. Ausland. Paris <Prur« Blatt. Polnische Alliancr. Svendrn. Ernennung. Mazzol). .staffct (rhciliiakm, dr« Rabb. am Lkichcndegänaniffc de« Bür׳ gcrmriflerS). DrcSIau (Bvriräqc. Dr Grigr,). - Inland. Füiiskirch.» (Dr Lchulhofj. Füiiskirchen (Dr Hirschsrld in Doliydad). Grcß-.tkanijsa (Judrn im vaiino. Toirra», drr Snarkaffa). Literarische Anzeige. Frankl Dr Bernhard Aeer. Bespr. vom HcrauSgebrr. — O«ffentlict׳er Dank von den Horgoirr Israeliten. — Ocffeniliche Danksagung von Direktor kederer. Die .Herren Abonnenten, die auf ein Vierteljahr prännmerirten, werden um Erneuerung des Abonnements ersucht. X3 _ 2. von Chorin. (Sine l'ii'ßiapbiicbc Skizze von Dr. W c i l. (Forlseßung.') 19. Orgelspiel am Sabbath. Nachdem Ehoiin, wie bereits erwähnt wurde, in seiner Gemeinde öffentlich erklärt hotte, daß sich auch von ortho׳ dorem Standpunkte gegen die Anstellung eines jüdischen Organisten für Sabdathe und Festtage nichts einwenden ließe, trat er mit dieser Behauptung auch vor ein größeres, thal« mudisch gebildetes und hebräisch lesendes Publikum. Dieses glaubte er durch folgendes Raisonncineiit ans seine Seite zu : bringen: ״Schon die Toßafisien erklärten. daß daS Per- - bot der Handhabung mnsikalischer Instrumente an Sabba-! then und Festtagen nur auf die thalmndifche Zeit zu deschränken sei. Da nämlich damals Viele die Befähigung hauen, musikalische Instrumente zu verfertigen und zu rrpariren. so lag die in der Gemara ausgesprochene Besorgniß nahe: daS Musiziren, das an sich keine Sabbath störende Thäligkcit ist, würde zur Verfertigung oder Rcparirung von Musikinstrumenten führen und solchergestalt Gelegenheit ge« ben, den Sabbath durch verbotene Arbeit zu entweihen. Diese Meinung der Toßasisten führ« auch R. MoseS IfferlS an '). Ferner dürfte der. Kanon: ״Im Icruialemischrn Temvrl gilt kein sabbathlicheö PräkautionSverbol (״(אין שבות בבקרש auch aus den SunagogenkultnS auzuwenden sein, indem die Wachsamkeit der RcligionSbehördeu dieselbe Bürgschaft für die Beobachtung der Sabbathgcsetze bietet, welche einst die Wachsamkeit der Priester im Tempel zu Jerusalem geboten Kat (נהנים זריזין הם). Erklärte ja schon R. Mardechai b. HiUel (gest. 1310) daS Beten beim Lampenlichte am Ver« söhnungStagc für zuläffig. weil die an diesen. Tage Herr« •f& ».' 37911. 49. C I. 9t. 2-9, II. fchrnde besonders feierliche Stimmung jede Präventivmaßregcl überflüssig macht"); (an gewöhnlichen Sabbathen darf nämlich beim Lampenscheine nicht gelesen werden, damit man den Lampendocht nicht neige, um helleres Licht zu gewinnen). Wird nun dem Gottesdienste eine erbaulichere Einrichtung gegeben, so wird die feierliche Slimmnng in der Synagoge an jedem Sabbathe hinrcichen, Ausschreitungen zu verhüten. Die Prävciitivmaßregcln gegen daü Musiziren sind mithin in der Synagoge nnnöthig. DeachtenSwcrth bleibt endlich, daß R. Isak Alsaßi daS Schofar ertönen ließ, auch wenn der Ncujakrstag aus einen Sabbath fiel, indem er dafür dielt, daß jede Ausschreitung durch die Aussicht der ordent» lichrn Religionsbehörde verhütet wird׳')." So weit EhorinS Raisonncinenl. Er ist seiner diplomatischen Methode auch hier treu geblieben. Tie kritische Methode schlägt einen an« kern Weg ein. Sie zieht AllcS in Erwägung, waS über die in Rede sichende Frage gesagt wurde, um dieselbe von naliemilcm und rituellem Standpunkte zu lösen. Die nalionelle Einwendung, nach welcher sich die In» strunientalmusik in der Synagoge nicht mit der Trauer um Jerusalem verträgt 4), wird von den heutigen Stiminsührern der Orthodorie nicht mehr urgirt. Dieselben sind ohne Zweifel zu der Einsicht gelangt, daß die bezüglichen thal- »׳.indischen Verbote überhaupt jede, auch aufiersynagogake Hebung der Tonkunst einschließen. Nun ist aber die Ge« müthSstimmung, welche diese Verbote erzeugte, auch einem großen Theile der Orthodorie fremd geworden, und Musik und Gesang haben in vielen orlhodoreu Häusern warme Pflege gesunden. Dort, wo die Orgelfrage zur Sprache kommt, ist daö angeblich nationelle Bedenken gegen die Musik vollständig überwunden, so daß die antimusikalische Berufung aus die nationale Trauer, worauf R. Moses Eofer noch 1818 so großes Gewicht legte, von Niemanden mehr wiederholt wird. Die rituelle Einwendung zerfallt in vier verschiedene Punkte: 1. Die Instrumentalmusik in der Synagoge ist eine Neuerung; 2. sie ist eine Nachahmung christlicher CultuSsonnen; 3. sie verletzt daS jütische Gefühl; 4. sie verträgt