Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 6 (1863)
- Issue
- 10 (4.3.1863)
- Date
- 1863-03-04
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 82% known words query
- IRI
…/2542917-2542918-2542929--3004-2546843- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
SffcrJaivHi. 1«.__ftrn 5L »Wnr}lNftl 3(1(11 Mittwoch «schnnt (in prSnumrrallansprct•: Hrn Mmnmß!l. Vcuijjähkig 7 fl., balti. 3 fl. 50 lr.. »,((«(>>. 2 fl. oft. W. Mon afromm« bti oftrn Post» äinttr» n Duchhontlungtn d(» In« und Ausland(». Mochenklall für jüdisch«׳. Theokogie. Heranögeber und Redakteur: 1,s:ns-nx,]n w^kר%י^. Obfrrnbbinrr;1, Sj(g(din. 3«frriir stnd and. Nekatiion in Szrgdiu kd(s an Hrn. /rakj HJafntr in Iripu'niuffnt(«. Di( 2spal«ig( P(1ilj(il( wird mit 10 Ntr. 2 §,zr. d((fchnrt. tttdaklloii: Z Kronrn-Naff,. Politzrr'sch(« Inhalt. Bttftr» 11110 Bild((. 'Bo» Dr. yarmoly. — Dir tlkirchischrn Bibdübtrsftzinig(». Ben Dr. Zip,er. — Korrespondeuz. Kurland: ArrSlan (Bcrts.i.zc im jiid. wi,I>11׳,ch. Brrkinc). gr.iiitiurl «׳S<orfta»d und («111011.1' .(״,,״ <K.,rprorschlä>,(). An» Schweren zAemtindeweskn). Kept»l1.׳>«en (Eid morn jiickiiic1. .(״M11,׳I>.1>,(״ (Wok,ltt1>ili>«slc,1s.1nstallk>1). — Inland. Wien (3»rtitnt#b(ri(i)t>. Wir» (Anezrichnnnq te« Raddinrr« 1"ffel). 61י4י)mrוו {(Mrmmitiftalin). iiiinllirchc» (\l<crft.1nt»1Pal)l). Dnna-geldviie (O'kmciiiteeceli.illnisse). Olroß K.inijsa tNn.pieilche« Weit) — Literarische Anzeige. HnneS Briese Ben Dr. K.n״eeli»g. — Inserat. »Bfiffm uni) Bifhrr 011s Der Heil. Bon Dr. 8a r moIn 1. Avigdor Levi anS Glogau. Ich habe die Absicht, eine Gallerte von Bildnissen aus MendklSsohn'S Umgang und Korrespondenz zu eröffnen. Mose«? Mendelssohn, von dein berühmten MoseS IsserlrS ans Krakau abslanimcnd, und verwandt mit dem Rabbiner tflicjrr Liipschütz, der 17*20 von Polen nach Deutschland kam, lvnrde von seinen Eltern ebenfalls zum Rabbiner bestimmk. Obgleich inlrs, der Filosof von Deffan nie einem Nabbinale Vorstand, so halte er doch sein ganzes Lebe» bin. durch mit stkabbinen und gelehrten Juden Umgang und stand mit ihnen in lebhaftem Briefwechsel. Diese Briese, obschon gedruckt, sind wenig gekannt, tbcilS weil sie in verschiedenen hebräischen Welken zrrstrcnt sind, theilS auch weil die Ra men der Korrespondenten oft nur mit deren Ansangsbnchstaben veröffentlicht worden, die man iiiibi zn enträlbseln wllsile. Wer ist z. B. der hochgelehrte Rabbiner M. ,1., wer der A. V. M. (□אל), mit denen MendelSsobn so intime Briefe wechselte, die ein ganz neues Licht über ihn und seine Familie werfen? Ich werde ans diese wenig dekannte Corresponden; und diese noch weniger bekannten Evr> respondenten näher cingehrn und eine Reihe von Büsten und Bildern ansstellen, die dir Geschichte deS großen ManneS berichtigen und vervollständigen sollen. Wir beginnen mit Avigdor Levi ans Glogau. Ich bin nur einmal in meinem Leben so glücklich ge» wesen, Gros,-Glogau zu sehen; eS waren nur einige flüchtige Stunden, die ich dort znbrachte, aber jener Tag wird mir unvergeßlich sein, denn ich habe die Stadl betreten, auS deren Mauern so viele ausgezeichnete Männer hervorgingrn. An der Spitze dieser Männer glänzt ein Freund und Correspondent von Mendelssohn, an den er schreibt: ״Ich sehe, daß Sie mir Geschmack und Einsicht die Psalmen gelesen, daß Sie von der Erhabrnhelt des Dichters und von den Schwierigkeiten der Uebrrsetzung so feine als richtige De» griffe haben; und srrne mich, unter meinen GlanbenSgenoffen Ihres OrtcS wenigstens einen Leser gefunden zu haben, für den eS sich der Mühe lohnt. Schwierigkeiten zu überwinden; dergleichen Kenner findet man freilich unter allen Nationen sehr wenige (Schr. Vk. 426)." Dieser seltene Kenner war bis jetzt in der Geschichte Mendelssohns nur nnier der salschrn Benennung eines bölv mischen Thalmndistrn bekannt. Sein wahrer Name war: Avigdor Levi ans Glogau (abgekürzt gewöhnlieb hieß er *וmb ״Levi BietorS." Er wurde um daS Jahr 1740 armen, aber ehrlichen Eltern in Gros« ׳ Glogau geboren. Sein Vater, R. Siiucha Levi, ein sroimner Thalmndlehrer, und seine Mutter Brälinche, ans der Familie!höoniiin, «velchrr viele berühmte Rabbinen angrbörlen, erzogen ibn mit vieler Sorgsalt. Avigdor stndirte die hebräische Sprache, dir Bibel nnd den Tbalmnd, in welchen« er große Fori׳ schrille machte. Im Jahre 1760 ging er nach Berlin, «vo er einen Verwandten batte, den Gemeindebcglaiibigtrn R. Isaak Iaffeh. Hier «vidmete er sich dem Unterrichte nnd war sechs Jahre hindurch Hauslehrer. Während dieser Zeit hatte er mir zwei oder dreimal Gelegenheit, Mendelssohn zn besn» che» (Iggrroth Remad 3. Brief, Anmerk. 5). CS ist daher ohne Grund, was Joseph Mendelssohn von ihm erzählt: ״Ein Thaimudist anS Böhinen war Hauslehrer in Berlin gewesen; nnd da er die filososischcn Forschungen eine-Mai« monideS nnd anderer jüdischen Gekehrten stndirte, so suchte er Intritl;» Mendelssohn, der ihn gütig anfnahm, nnd ihn« erläuterte, »vaS er in jenen Autoren dunkel fand. Später «vendetc sich dieser Mann den׳. Handel zu re." (Sch. I. p. 45). Avigdor ging von Berlin nach Prag, «vard dort Lehrer an einer öffentlichen Schule. Sein Dichtertalent nnd seine Gewandtheit in der hebräischen Sprache verschafften ih,n viele Freunde, sowohl bei den Rabbinern, als bei den andern Gelehrten dieser alten jüdischen Geineinde. Er erfreute sich besonderder Freundschaft deS Dr. Abrahain Kirsch, der Mendelssohn in der lateinischen Sprache unterrichtet hatte. 3100230081