Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 6 (1863)
- Issue
- 9 (24.2.1863)
- Date
- 1863-02-24
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Jä 9. Sjfflriliii, Dm 21. ■fctrunt 1863. ScdjUcr OahrgMg. 3kd»u Mittwoch erscheint eia Prällomtralloarprri«: Ganzjährig 7 ft.. kialbj. 3 ft. 5V kr., viertelj. 2 fl. oft. W. Man atonnirt bei allen Post, ämtern u. Buchhandlungen de« In» und AuSlandc«. Ben HmMM. WocOcuDfatt für jüdische Theologie. Herausgeber und Redakteur: L.1E:0P«1Ln Lttw. Obrrrabbiurr zu Szrgedin. find and. Retaklioa in Szegcdt» oder an Hrn. /l!»j lffflfder ו■ ttipjig juf»n6fn. D»t LivaUig« Pciiizkile wird mit 10 Nkr.-8 Sge. berechne», firtakliia: 3 .(krönen.Gaffe. Potitzer'ichr« Inhalt. Aron Oberin. Bon Dr. Weil. — Replik von Pros. Lnzzatto. — Korrespondenz. Ausland: Pari« (Cahn« Denkmal). Amerika (Ausschaffung der Judo»). Colombo (Spende au den l,eU. Feiertagen). Bukareff (cinlineveeeili). Bukarest (Vorträge im Eulturverein). Afrika («Linweibnng der jütischen Schule in Trluan). — Inland. Pest (Berichtigung ro» Dr. Lederer). Preßbnrg (Niederreißen der Synagoge). Mähren (Schulwesen). — Literarische Anzeige. Torrc« Predigten. Bon, Herausgeber. - Warnung. — Frappaiue Neuigkeit. — Inserat. ^ron Chorin. Eine biographische Skizze von Dr. W e i l. tacrlsetzung.'l 15. Cultur und Emanzipation. Es würbe (5()0rij| seihst von tenen, die sein reformatorisches Strebe» mit Beifall verfolgten, ober doch mit Milbe beurtheillk», hälifig ber Vorivurs geinacht, baß er bei seinen Vorschlägen viel zu wenig bie Wirklichkeit im Auge behielt, nnb eS bahcr unterließ, sich über die Ausführbarkeit dcffen, waS er aurcgte, Rechenschaft zu geben. Psvchologisch genommen, ist dieser Vorwurf gewiß nicht ohne Berechtigung: Ehorin war Optimist im höchsten Grade; noch am Rande deS Grabes hegte er die Hoffnung, daß die Realisirnng seiner Svnodalvorschläge bevorstehend sei. Will man aber mit jenem Vorwürfe sagen, Ehorin hätte erfolgreicher gelvirkt, wenn er, den gegebenen Verhältniffen Rechnung tragend, bei einem gelvissen Minimum von Reformen stehen geblieben wäre, so ist der Vorwurf gänzlich nngegründet. Ein gemeinschaftliches Vorgehen aller oder auch nur vieler Gemeinden in Ungarn häue er bei der sorgsamsten Mäßigung nicht erzielt. Nur ein einziges Mal, im Jahre 18-16, bei Gelegenheit der Toleranztar-Ablösung, ist eS gelungen, daS ungarische Israel zu einem gemeinsamen Entschlüsse zu bewegen. Seitdem sind alle hierauf bezüglichen Versuche ersolgloS geblieben, und sie werden eS auch in der Zukunft bleiben, so lange eS nicht gelingt, die zwischen den verschie« denen Gemeinden herrschende Verschiedenheit deS EnlturgradeS dadurch auSzugleichen, daß die Fortgeschrittruen die Zurück-! gebliebenen unterstützen, damit eS auch letzteren gelinge, sich auf eine höhere Stufe der Bildung zu erheben. Und auch hierin gebührt Aron Ehorin die Ehre, den ersten Vorschlag gemacht zu haben! Die von ihm empfohlenen Modalitäten ')! ״) S. v. 3. 49. t. 3 2. 3. 4. 5. «. 7. 8. Zu den St. über ' Barhäupligkeil s noch Sank. 10t, b. und Raichi das. dürsten allerdings auch in diesem Augenblicke kaum geeignet sein, auSgeführt zu werden, und zum Ziele zu führen; in der Geschichte der Juden in Ungarn wird aber jedenfalls Ehorin als der erste Rabbiner genannt werden, welcher der Hebung der Enltur in den jüdischen Gemeinden Anfmerksamkcit schenkte und daS Wort redete. Dieselbe Anerkennuiig gebührt ihm in Betreff der EmanzipationSbestrebungen. Gelegenheit dazu gab der Reichstag, der 1832 begann und bis 1836 dauerte, und bei welchem zwei Staatsmänner von seilener Begabtheit und reinstem Eharakler, Franz Kölcsey und Franz Denk, an der Spitze der Fortschrittspartei standen. In der ungarischen Judenheit herrschte zu j. Z. in Betreff der Emanzipativn nicht die Uebcreinstimmung, welche sich heutzutage zu erkennen gibt. DaS Verlangen von aller und jeder AuSschließung und Zurücksetzung befreit zu sein, war zu jener Zeit nichtSweniger als allgemein. Vielmehr beschränkte sich der Wunsch der Preßbnrger und ihrer Anhänger aus die Erlangung einiger Eonzessioncn; die vollständige Emanzipation, — die bei der dainaligen Stellung der Richtadcligen in Un« garn zwar nur eine nominale, aber doch immer von höchst bedeutenden Folgen begleitet gewesen wäre, — schien ihnen die religiösen Verhältnisse zu beeinträchtigen. Gleiche Bedenken waren auch den französischen Juten 1789 nicht fremd geblieben. ES gab aber schon zu jener Zeit auch׳ Emanzipationisten, welche die vollkommene Gleichstellung der Juden mit den uichtadeligen Ehriften als Zielpunkt ihres StrebenS btrachteten und bezeichnetrn. Diese stellten nun im Herbste 1832 bei einer Besprechung in Pest die Motion, daß sich die ungarische Jndenheit bei dem Reichstage nicht, wie bis dahin geschah, durch Repräsentanten auS den einzelnen Eo« mitatcn vertreten lasse, sondern die Befürwortung ihrer Angelegenheiten einem engen Eomitö von 6—8Pe>sonen übertrage. In diesem Eomit6, hofften sie, werde das emanzipationistische Element prävalireu. Gabriel Ullmanv, Vor« sicher der Pester Gemeinde, betrieb allen EiserS die Wahl eines engen Eomitü'S: er stand an der Spitze der Emanzipationisteu. Dagegen richtete der Wortführer der Eonzeffio-