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Ben Chananja · 1863-02-18 · 8 (18.2.1863) · page 1

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Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
8 (18.2.1863)
Date
1863-02-18
Page
– (sequence 1)
Language
German
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.8 ״!.. ^esiedm. Den 18. .fe6nmr 1863. Sechster ׳^akjrsiang. Irden Mittwoch erscheint ein Präoomrralloarprrt»: Ganzjährig 7 fl., balbj.3 fl. 50 Ir., viertelj. 2 fl. oft. W. Mau abonnirl brt a(Un Post, ämtera 0■ Buchhandlungen dr« In- und Auslände«. Mn lltimp, lüocQcnßfalt für jüdische Theofogie. Herausgeber und Redakteur: V^1n:c9wa91[^1i9 it.dk'W. Oberrabbiner zu Szrgrdin. sind and. Redaktion in Szegedtn oder an Hrn. /ranz M-ner in tkixzig zu senden. Die Lspaklige Petttzeilr wird uiil 10 Nkr. —2 Sgr. berechnet. Nkl>al»lio>: ZKrcncn.Gaffe. Politzer'fche« Inhalt. Aron Ehorin. Bon Dr. Weil. - Analekten von Dr. Zellinek. - Korrespondenz. Ausland: Trier (Jellineks Predig,rn). Frank. furt Gciger'S Bokation). Frankfurt (Hirsch'S Fanatismus). DreSlan (Joris Borlesungen). — Inland. Wien (PineleS. Blücher). Prst (Memoran. dum und Normativ. Posner'S AuS,cichnung). Pest (Neuer WohlthätigkeilSverri»). Prst (Snnagcgknornamrnlc). Gr. BerSkirek (Ncuhcdr. Lilrralur). Siklos (D. Komilatsrabbiaat ,rloschen). Nvi'-Bütor (Kampf des CbaßidäiSmuS). Literarische Anzeige. Erstes ung. Jahrbuch. Be!vro1d,a von Sam. Löw. — Inserate. Inhalt der Beilage: Adresse der Araber CulluSgcmcinde an den Redakteur des ״Ben Ehananja". — Ausweis sämuitlichrr ill ter Bester ** Euimsgemeiiide bestehenden wohltbätigcu Stiftungen. Aron Chorin. (Sine biographische Skizze von Dr. W e i l. (Fortsetzung.') 14. Eine Vorlesung über Barhäuptigkeit. M. H. Nur noch einige Augenblicke haben wir bei den asiatischen Juden zu verweilen, um die Epigonen der thalinudischen Gesetzeslehrer zu befragen. In den Traktaten, welche als die Apokrifen deö Thalmudö betrachtet werden, fiuden sich zwei die Barhäuptigkeit betreffende Notizen. In dem Traktate Soferim, welcher die Schreibung und Lesung der Thora und die Liturgie bespricht, wird darüber gestritten, ob man mit zerrissenem Gewände bekleidet, oder entblößten HaupteS den Vorbcterdienst beim Schemaritus verrichten dürfe 2). Die Frage erscheint also auch hier als Gegenstand deS Dekorums. Man hat anS der bezüglichen Stelle geschlossen, daß der GolteSname nicht bei entblößtem Haupte ausgesprochen werden dürfe. Dieser Schluß ist jedoch unsicher, da die Stelle, wie überhaupt der ganze Traktat, dem sie entnommen ist, anerkanntermaßen in sehr korrupter Gestalt vorliegt. Der vorliegende Wortlaut enthält jedenfalls einen Widerspruch, indem nach demselben die Aussprache deö GotteönamenS dem Barhäuptigen, wenn anderö von diesem die Rede ist, — verboten, andererseits aber demselbeu gestattet wird, daS Thargum oder die Thoraübersetzung in der Synagoge vorzulesen, waö ohne Aussprache der verschiedenen GotteSnamen gar nicht denkbar ist! — Ein anderer apokrifischer Traktat — Kallah — enthält eine Sage, welche schon durch daS unwürdige Betragen, daS sie dem großen R. Akiba andichtet, ihren jungen und ungeschichtlichen Ursprung verräth, jedenfalls aber beweist, daß eS zur Zeit, als die Sage entstand, Sitte war, vor angesehenen Personen daS Haupt zu bedecken^). In Europa, wo sich die Kenntniß der thalmudischen Literatur erst seit dem zehnten Jahrhunderte allmälig Bahn brach, vergaßen die Juden bald ihre, schon .« der Heimat mit griechischen und! römischen Elementen gemischte semitische Muttersprache; eS ist mithin nicht auffallend, daß sie auch ihre orientalische Natio-? naltracht ablegten. Die Schaufäden, welche iu der Heimat ' an dem Oberkleide angebracht worden waren, kamen dadurch ' allerdings außer Brauch, man gab aber dem Drange deS i Lebens und der herrschenden Sitte nach, und nahm rücksichtlich der Schaufäden zu allerlei Akkomodationen seine Zuflucht. Von dem Talith-Katan oder Arba Kanfolh findet sich bei den orientalischen Juden im Mittelalter keine Spur, eS ist ein Nothbehelf der europäischen Judeu, wodurch die Beobachtung deS SchaufädengeboteS ermöglicht werden sollte. Zuerst scheinen die deutschen Juden dieses Surrogat eingeführt zu haben; mindestens ist R. Ascher b. Jechiel, (gest. 1327), der auS Deutschland nach Spanien einwanderte, der erste, der dessen erwähnt ׳'). Ihm folgt sein Schüler R. Jerncham b. Mcschullam auS der Provence. ES gab indcß auch in R. AschcrS Umgebung, wie er selbst berichtet, Viele, die keine Schaufädcn trugen 5), und daS kleine Talith war, wie R. Josef Jbn Chabiba meldet, noch im vierzehnte» Jahrhundert in Spanien nicht allgemeiu üblicha). Sie werden eS nach all dem nicht befremdend finden, daß auch rücksichtlich der Barhäuptigkeit in verschiedenen Ländern verschiedene Sitten herrschten: im Oriente und in Spanien, unter den Arabern, bedeckten die Juden ihr Haupt, in Frankreich trugen sie dasselbe auch im Mittelalter entblößt! R. Jsak Alfaßi (gest. 1103) in Lncena führt die von R. Huna b. Josua so hochgehaltene Gewohnheit in seinem thalmudisch-kompilatori» schen Werke an und MaimonideS abstrahirt daraus die Regel, daß die Schriftgelehrten sich einer ganz besondern Scham- Hastigkeit befleißen, und daher auch den Kopf nicht entblößen sollenT). In seinem More hebt er hervor, daß die alten Schristgelehrten im Gefühle der GotteSnähe ihr Haupt nicht entblößt Habens. Ja den beim Gebete zu beobachtenden AnstandSregeln warnt er vor Barhäuptigkeit und Barfüßigkeil, hinzusügend, daß letztere nur dort zu vermeiden sei, wo eS Sitte ist, vor Angesehenen bedeckten FußeS zu erscheinen *). Diese Regeln sind ebenfalls von deu Notizen abstrahirt,

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