Mannheim
Compact Memory

Ben Chananja · 1863-02-11 · 7 (11.2.1863) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
7 (11.2.1863)
Date
1863-02-11
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2542917-2542918-2542926--2973-2546809
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Sedjfler Zahrzang. 7 _ Sjfflfllin, öfn U. ■fflirmu 1863. Irden Mittwoch rrschnut ri« Prönomerationsprets: Ganzjährig 7 fl., balbj.3 fl. 50 kr., viertrlj. 2 fl. oft. W. Man aboonirt bei allen Post, ämtrrn u. Buchhandlungen de« 3«, 11 nb Auslände«. MMM. lüocf)en0raü für jüdische EOcofoijic. Herausgeber und Redakteur: LlGOlPfBlLlO Oberrabbiner zu Sjrgedin. find an d. Redaktion in Szegedi» oder an Hrn. /eskj Mzaer i» Leipzig zu senden. Die Lspattigr Petilzeilr wird mit 10 Nkr.-L Egr. berechnet. Vedatll»»: 3 Ktonen-Gafft, Politzer'schr« Inhalt. Aron 15horin. Don De. Weil. — Ueber die Tause an Jndenlindeen. Von De. Alois Müller. — Jede Zeit hat ihren tlisrnmenger. Von Adolf Neubauer — Korrespondenz. Ausland: Pari« (Tod de« M. Lambert.). Stockholm (Stistungeu de« Del Blanko). Trier (Sta, luten der Goldichmidl'schen Skistung.). — 3nlanb. Wien (Gesuch der Prager Rabbiner). Prag (Synagoga Meiaeliana trimnphans). Pest (Lehrer» bildnngSai,statt). Preßbnrg (Denkschrisl de« De. Meisel). .tkula (Adresse an De. Hirubler). TemrSvar (Schulbücher). — Literarische Anzeige. Formstechcr« Buchenstein und Kohnberg. Von B. Wald. — Inserate. — Beilage: Nekrolog von Rabbiner De. Hirschfeld. — Zwei Ürtheile über Mendelssohn. Von Tobia« Löw. Äron Chorin. Eine biographische Skizze von Dr. Weil. (Fortsetzung.') 14. Eine Vorlesung über Varhäuptiglcit. Die Leser des Ben Ehananja werden es uns Dank wissen, wenn wir ihnen als Deurtheilniig der nunmehr zu . besprechenden Refornimotion Ehorin's folgende im abge-! lausencn Jahre vor einem sehr gebildeten Kreise gehaltene,; unö von freundlicher Hand zugekonunene Vorlesung wortgetreu miltheilen. Die Vorlesung lautet: Meine Herren! Die , Behauptung dcS Herrn Leon Pollak, eö sei dem Juden auch nach den orthodoren Ritualgcsctzcn gestattet, a)1vrto capite EultuSsunktioncn zu verrichten, ist nicht so unerhört, wie Viele glauben. Der Araber Rabbiner Aron Ehorin stellte dieselbe Behauptung vor 36 Jahren auf, indem er einen afrikanischen Rabbi zu Gunsten der Hanptenrblößung beim SpnagogencultuS eine Lanze brechen ließ. Herr Leon Pollak stellt seine Motion unter den Schutz derselben Au» toritäten, auf welche sich auch der Chorinische Afrikaner anno 1826 im Jggercth Elassaf (Prag, M. I. Landau) berufen hat. Wenn Herr Pollak Chorin'ö Namen verschwieg, so that er dies sonder Zweifel nur, um der Annehmbarkeit feiner Motion keinen Eintrag zu thun. Denn wenn sich auch > Ehorin sowohl in seinen Schriften, alö auch in seinem mündlichen Verkehre nnaushörlich auf den Thalmud und die Kafuisten berief, um die von ihm empfohlenen Reformen zu legitimiren, so wird er doch noch immer in denjenigen Kreisen, ' wo nach ties.r Legitimation zumeist gefragt wird, viel zu wenig respektirt, als daß eine Neuerung unter der Aegide seines NamcnS plausibler gemacht werden könnte. Indeß hat auch Ehorin die Frage nicht erschöpfend behandelt, und Sie würden, da Sie sich ein gründliches Urtheil über dieselbe bilden wollen, ohne Zweifel auch nach Durchlesung der Cho, rinischen Monographie - den mir so schmeichelhaften Wunsch wiederholen, welchen ich in dieser, wenn auch nicht erbaulichen, so doch traulichen Stunde unseres Beisammenseins zu erfüllen die Ehre habe. Ich werde Ihnen die rituelle Un- Verfänglichkeit der fraglichen Neuerung aus den Quellen dar. thun; Sie aber zugleich die Gründe erkennen lassen, weShalb die daraus bezügliche Motion im Jahre 1862 ebenso wenig Anklang gefunden hat, als im Jahre 1826! Sie wer» den es hoffentlich billigen, daß ich meine Untersuchung nicht ans den EultuS beschränke, indem eS Ihnen nicht unbekannt ist, daß auch die Orthodorie ihre Perhorrcözenz gegen die Barhäuptigkcil nicht aus den EultuS allein beschränkt. Befragen wir also zuvörderst die biblische Zeit! Sie wissen, meine Herren, daß die Priester deS alten Israels nur bedeckten Haupreö fungirten. Aber anS dem Umstande, daß die Thora von der priestcrlichen Kopfbedeckung, der M ig b a a h und der M i z »e f e t h, (wahrscheinlich hohe Mütze und Turban) ausdrücklich sagt, dieselbe soll ein Eh« renschninck sein, und nirgend bemerkt >vird, daß auch andere dergleichen getragen, schließt einer der berühmtesten Archäo» logen unserer Zeit, Prof. Saalschütz in Königsberg, daß die Kopfbedeckung bei den alten Hebräern überhaupt nicht einheimisch war, indem ursprünglich daS Haupthaar den natür« lichen und genügenden Schutz deS Kopfeö bildete. Um zu beweisen, daß dies zu MosiS Zeiten der Fall war, hebt Prof. Saalschütz nächst der die Priester betreffenden Anordnung noch hervor, daß nur von dem Auflösen deS HaareS der daS Eiseropser darbringenden Frau, nicht aber von dem Ab« nehmen des Kopfschmuckes, daß auch bei dem in Quaraatäne sich Befindenden von dergleichen nicht die Rede ist, und daß endlich von dem Nasiräer gesagt wird, er trage iu dem reichlich gewachsenen Haare die Krone seines GotteS auf seinem Haupte! Alles dies deutet darauf hin, daß uusere Väter unter MoseS in der Regel keine Kopfbedeckung trugen, und daher nnS, meine H., viel leichter als ihre Enkel erkennen würden, alö die Jünger der sanktionirteu Thalmnd-Akademie zu Preßbnrg, wo sie übrigenvon Nie» manden in korrektem Hebräisch empfangen werden könnte»! In den späteren Schriftdenkmälern der biblischen Zeit wer«

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.