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Ben Chananja · 1863-02-04 · 6 (4.2.1863) · page 8

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Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
6 (4.2.1863)
Date
1863-02-04
Page
– (sequence 8)
Language
German
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100 09 Der Religionsunterricht — in Prag wird ihm ill howöopalhischer Dosis gereicht; in ButweiS und Köuiggräz sah der Jünger einrn Glau« ben-genoffcn srlleo, einen Religiouslehrer nie! Und e« gehört zu den Seltenheiten, daß israelitische Lehrer, dir die DildungSanstalten ver« lassen, von Judenlhum und Religion mehr wissen, als was sie vom Hause, au» der Kinderschule mitbrachteu. Die Folgen wollen dir geneigten Leser erwägen. Wohl wird man mir rinwenden: ״Böhmen leibe nicht Mangel a» Lehrern und stelle ein nicht geringes Coulingrnt nach Ungarn 11»d Mähren." Ueber Liese Einwendung nächsten». Einem zwrilen Entwürfe aber: ״Die Repräsentant der böhmischen LandeSjudenichast ermöglichte durch jene für israelisehe Eaiididaten gegründete Stipendien den Zutritt", muß ich um so eillschledener entgegentreten. Dir Nachwelk wird sich diesen Herren nicht sehr verpflichtet fühlen, indem sic ein der böhmischen LandeSjudenschast gehörendes, mit sechSziffrigen Zahlen benamstes Kapital sowohl durch da- Erwähnte. als auch durch Errichtung eines Pcnfionatcfür einige Waisen unverwendbar machten, indem sie dir Zinsen der Ecnsumtion zusnbrten. Ein ehernes Denkmal würden dieke Herren sich selbst errichtet haben, so sie ein Lehrerseminar in'» Leben gernsrn hätten, wo der Zögling frei, Wohnung uud andere Uuterstützung gesunden hätte, wo er sich sowohl den vorgeschriebenen Studien, als anch dem Studium der mosaischen Religion und heiligen Schrift hätte widme» können, und wo auch Cvnagogalgcsang gelehrt worden wäre. Die» ist aber kaum zu ändern! Mögen aber jene Herren, die jetzt zu Vertretern ihrer böhmischen israeliiischen GlaubenSbrüder gewählt werten, ihr Augeum-rk dieser Lücke ziiwendrii, und von echt jüdischem Sinne geleitet, diese Frage einer würdigen Lösung zusühreu; dann wird der Allvater das Unternehmen sammt den Unlernehmern segnen. E. S. 8. Brünn, Ende Jänner. Unter dcu israelitischen Stndirenden am Gyninasiiini »ud an der Nealichulc allhicr hat sich ei» Sy»agogcn-GesangSvcrcin gebildet, dessen nächster Zweck die Deiherrlichung und Verschöucrnng des Studcutcii-GollesdiensteS ist. Ein fast vierzigstimniiger Eher crecnlirt alle Gesänge und Rccitative und macht den Gottesdienst, bei welchem deutsche und hebräische Lieder, deutsche und hebräische Gebete abwechseln, zu einem Herz- und sttlelierhebenden. Be« sonders lobenswerth ist die Ausdauer und die Pünktlichkeit, mit welcher die Jugend den Krsangsübuiigeu ihres Ehordirigenten, Herrn Leon, bei« wohnt und anderseits wieder die Mühewaltung diese- Herr», so daß e» ihm gelunge», in kurzer Zeit einen wahrhaft herrlichen Chor zu schaffe». Als Zeichen der Zeit können wir registrircn, daß an der hiesigen PrLparandie. wo man bisher dem Juden nicht sehr hold war. Heuer zum ersten Male anch zwei jüdisch, LrhramtSkaiididaten mit je 20 st. von den zum Bchufe der Unterstützung braver Candidate» gesammelten Geldern bctheiligt wurden. Der strebsame Johaua Wilheimcr, Lehrer in Gaja, ha, da« wegen seines trefflichen hebräischen Style« berühmte Merkchen Arba Koßolh von Salomon Pappcnheim in- Deutsche über« setzt und mit einer hebräische» Erklärung versehen znm Drucke vorbe« reitet. Während jedoch die Meuscheo ohne Geld am häufigsten unter dem Drucke sind, könneu ihre geistigeu Schöpfungen nur durch Geld unter den Druck gelangen; wir wünschen daher Herrn Wilheimer eine genügende Zahl Subskribent,n. um sein mit Fleiß gearbeitete» Werkche» der Oeffentlilbkei» übergebeu zu köuae». 8 Cservenka, im Jänner. Die seit zwei Jahren dauernden Zer» würfnisse und Uneiiiigkcitea in der hieflgea wohlhabenden Gemeinde Szegedi«, Selblorrla, Itr Rclaklf««. sind. Dank der Friedensliebe beider Parteien, welche die Sache nicht auf die äußerste Spitze treiben wollten, mit Gotte» Hilfe brigelegt und der Friede hergestellt worden. Am 13. l. M. trat eine von beiden Par» teien gewählte Commission zur Beilegung der obschwebenden Zwistig» feiten unter Vorsitz de« Herrn Dez. - Rabbiners D. L. Straßer zusam« men und arbeitete mit unverdroffeiier Mühe und Anstrengung bi« zum 2t. an dem schönen Werke der Frietenstifkiing und der Reorganisation der Grmeinde. Neue Statuten wurde» geschaffen, eine Neuwahl der Gemcinderepräsentanz vorgenommen. ein Modus für dir in Folge der, so bald dir GcschäftSverhältniffe sich besser gestalten sollten, beschloffrnea Synagogen,rbauuug nothwendigen Sitzeregelung der Sitzinhaber in der allen Synagoge wurde srstgestellt. damit seiner Zeit die» nicht neuer» ding» einen Zankapfel bilde. Möge Gott die neue Aera, welche über die,e Gemeinde anfgegangen, mit der Sonne seiner Gnade beleuchten, und mögen zu den Segnungen der Einigkeit auch noch dir de» mate« riellen Wöhle« sich gesellen, damit diese Gemeinde ihrer geistigen und fisischki, Entwicklung entgegen gehe und gedeihe. Inserate. Konkurs. 1-2 Bei der gefertigten Geineinde ist der Posten eine« Bassisten vom nächsten Semester (19. April n. c.) an, zu besetzen. Dies, Stelle ist mit dem fircn JahrcSgchalte von 250 fl., wel« cher bei besonderer Befähigung ans 300 fl. erhöht wird, und der halben Schechita dotirl. Bewerber müssen qualisicicte קירא שוחט ובורק sein, üud haben unter Beibringung der erforderlichen Zeugnisse, bi» längsten» lS. April a./c. persönlich zu erscheinen. Rciscspescn werde» nicht vergütet. Aus der am 25. Januar 1803 abgehaltcuen Sitzung der Re« präsentauz der isr. CultuSgcmeiudr Kula (Bacser Comitat.) Ein Kantor 1-3 mit musikalischen Kenntnissen und praktischer GcsangSsähigkeit als Vorbeter sowohl für zeitgemäßen Choral-, als anch für altgebräuchlicheu Synagogen-GotleSdienst. welcher ferner im Stande ist, einen geregelten Chor eiuzurichten und auSzudilde», »nd welcher endlich seinen bishrri« gen streng religiöse» und moralische» Lebenswandel glaubwürdig nach« weise» kann, (auch Kenntniß der ungarischen Sprache würdeo eine Em« pschlung bilden) findet an unserm neuen CultuStempel, zu einem Iah» reSgehalte, vom 1. Mai l. I anfangcnd. mit 800 fl. nebst entsprechender Neisespcsenvergütung für einen Probebesuch im Anstellungssalle. — Verhandlungstermin am 15. März l. I.. bis wohin die Anmeldungen franco einzureicheu find An die israelitische Lultns-Vorstehnng in Kliskoly. J KIsb, Präses. Leipzig, Lommkssions-Verlag von Franz wag»er. Druck von Sigmund Burger io Eztgedin

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