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Ben Chananja · 1863-01-28 · 5 (28.1.1863) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
5 (28.1.1863)
Date
1863-01-28
Page
– (sequence 8)
Language
German
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83 84 durch da- Unrecht auf der riuru da- Nnrrcht aus der auteru Seite ge. sühnt werden kann — wollt« wir dahingestellt sria lasse«. Den Mißerfolg bezüglich de« Seminarprojekte« verdankt Böhme« einem gewisse« Adler, Erpredigrr nnd weiland Rabbiner, der Dank seiner Adlerfittige. mit denen er über seine einstige Stellung fich rrbo» bea und in die Notablenvrrsammung, wie die Taube ,mit dem zer. risse neu Oclblalte im Munde", einhergefloge» kam. eine« gewaltige« Luftsprung über alle Berge der Vernunft machte und mit aller Energie zur eine ambulante Prüfungskommission anstatt Lehrkonnuiffion eine Lanze, und mit dieser die Hoffnungen so vieler Tausenden brach. Wem fällt hier nicht die Fabel mit dem Bären ein, der, um den Schlaf seine- Freunde« nicht zu stören, diesem einen Stein an die Stirue warf, wohin -ine Fliege fich gesetzt hatte! — Dr. Stein aber hat. Lurch die ihm prekär scheinenden Veihältinffc Prags veranlaßt, selber resüfirt. In Horasdiowitz wurde an die Stelle de« sei. Dr. Altar rin an« Galizien stammender Candidat ausgenommen, der seine» Vorgänger in keiner Beziehung zu ersetzen im Stande ist. — In Schüttcnhofen tagt eine liturgische Commiffron unter Vorfitz ihre« jungen Walteren NabbinerS Herrn Samuel Roscnbcrg, die die Verschönerung der äußern Form beim Gottesdienste fich zur Ausgabe gestellt hat. — Herr Dr. EiSncr aus Radnitz hat eine« Nus nach Wallischbirken und Herr Rabbincr Airkcnthal aus Pisek nach Krcmsicr erhalten. — In Pilse» wurde ein Prediger (?) aus der Mainzer Schule ausgenommen, der am Sab. baih kein Taschcnlnch anders, als um die Hand gewickelt trägt, und iogar beim dortigen KrciSrabbiner keine Schale Kaffee nehmen wollte — au« purer Frömmigkeit ü I« Mainz und Frankfurt am Main. 8. D. Tarnopol, 8. Jänner. Das in Lemberg von der Re» gicrung zusammenbcrufcnc Comitü zur Berathung über ein ic Galizien zu errichtendes Rabbiner-Seminar entschied fich für Errichtung von Schulen und fand ein Seminar noch nicht an der Zeit. Die Negierung aber, hauptsächlich die individuelle Anficht Sr. Erecllcnz de« Gouvcrr »curs von Galizien, ist warn: für eine Rabbiner-Schule. Wir würden »na nnr freuen, wenn die letztere Ansicht als die richtigere auch Aussicht hätte, realisirt zu werden. Volksschulen bilden das Volk, den Kaufmann und Handwerker, sind Pforten für de» Arzt und Advocarcn, sind die Morgcnröthe unsere« Wissens, aber der Kaufmann, Handwerker, Arzt und Advocat sind ge« gcuwäriig mit ihren iniieru Angelegenheiten, wenn das Herz sich zum Himmel wenden und erbaut sein will, angewiesen auf Scelcuhirten, dir ganz andere Heerde«, als das Israel des lg. Jahrhundert« zu weiden verstehen. Wir find auch für Volksschulen aber auch für rin Seminar. Den Fond für erster» wird man beschaffen können. Zu Großem hat e« noch nie an Mittel gefehlt. Die Gcmcindrvorstände sind zu so erfinde, risch in Einführung von lucrativen Gemeindesteuern. Gott wird uu« auch au solchen zur Errichtung von Schulen nicht fehlen lassen; mögen daher die 6000 fl. Fond« Zin« für ein Seminar nicht berührt werden. Diesmal überflügelt die Negierung Euch an Erhabenheit der Gesinnung und fühlt tiefer den Mangel an Lehrern (Rabbinern) im galizische« Israel! ^Prag, im Jänner. Soebeu ist erschienen: ,Die Kinde«. Mörderin." Gedicht von Friedrich v. Schiller. Nebst metrischer Urber» tragung iu« Hebräisch», von Daniel Ehrmann. Prag 1863. Verlag von D Ehrmann. Buchhändler. Die AuSstattug ist sehr hübsch, die Urber. setzung gelungen. Literarische Anzeigen. Jüdische Kkäuge. Gedichte religiösen, didaktischen, lyrisch״ Inhalte« i« jüdischem Geiste von Bernhard Löweustein. Rabbiner und Prediger (?) zu Butschowitz io Mähren. Brünn bei Carl Winiker 1882. Besprochen vor Prof. M. Stößel. Bevor wir in dir eigentliche Besprechung de« Buche« ringehe«, wollen wir erst da« beigefügte Fragezeichen bei Rabbiner und Prediger rechtfertigen. Ist Rabbiner und Prediger nicht eine Tautologie? I« de« Zeiten, al« die Rabbiner nicht zu predigen verstanden nnd al« in den größere» Städten diese beiden Acmter getrennt werden mußten, hatte die Bezeichnung Rabbiner nnd Prediger wenigsten« noch einen Sinn. Wa« für einen Sinn aber hat diese« heute, wo die Rabbinea doch mehr oder minder gut predigen uub wo man unter Rabbiner, wie in der Urzeit des RabbiniSmuS, Volkslchrcr und Prediger versteht? Sollt» dieser Beisatz etwa bedeuten, daß man Prediger pur excellcnz sei? Und doch nehmen so manche Rabbinen so gerne diesen, die übrigen Rabbiuen herabsetzenden Beisatz an! - Blicken wir in das Buch selbst, so em. pfängt uu« der Verfasser mit einer vcrsificirtc» Vorrede an der Schwellt seines Hauses und bittet um Schonung und Nachsicht. ״Urb auch Schonung, wenn mein Wasser Ungenießbar dir erscheint Tadel heißt ein Menschenhaffer, Nachsicht hegt ein Menschensreund." Und wir werden sogleich durch die mit einer versteckten Drohung schließe den Ansrrachc von jeder strengen Kritik abgehalten. Wenn wir aber neben so Manchem, in Form und Inhalt vollendeten, den Meister bekundenden Liede als ״Weltenecho", ״Gebet am Neu. jahrStage", ״da« ZionSlicd" ,e. tc. wieder so Manches in der Anlage und Ausführung Verfehltes finden, haben wir nicht das Recht, voo dem Meister zu beanspruchen, ciwaö wählerischer und sorgfältiger zu sein? Wir fürchten nicht, zu den Menschenhassern gezählt z» werden, wenn wir Gedichte, wie die ״Wclteuaugcn", Seite 50 lieber nicht im Kranze der übrigen Blüthen gesehen hätten. Der Dichter fordert mebr als ein kindliches, er fordert ein kindische« Gcmüth zu glauben, daß Sonne und Mond die Wcltcnaugen sind, die Tag und Nacht aus unser Thun Acht geben. Zu de» in der Anlage verfehlten, wenn auch in der Sprache auSgczeichncteu Gedichten, müssen wir auch ״Jsraek« Schutzwaffe im Mittelalter", Seite 12—19, zählen. Durch mehr al« 6 Seiten will un« der Dichter glauben machen, da« Lied ״Der Meister, sang" war Israel« Waffe im Mittelalter und dann zuletzt mit der Pointe hervortreten: Diese« Lied war da« Gebet. Zeder GeschichtSku«. dige weiß aber diese« schon gleich am Anfänge de« Gedichte« und muß dem Dichter, der vom ,Nachtigallensange" ״Meistersang" und Zauber, licd spricht, sogleich opponirea: Nicht da« Lied, da« Gebet war«, und da« sagt der Dichter erst in den zwei letzte» Zeilen de« Gedicht״! Herr Rabbiner Löwensteta wolle uns unser freie« Wort nicht übek nehmen. Wir glauben, der Tüchtige darf keine Nachsicht beanspruche«, und Herr Löwenstein könnte bei sorgfältigerer Feil, wohl nur Tüchtige« und Gediegene« bringe«. Dzegrdta, Srldstvrrla, brr Ktldkllt«. Lelpzlg, Lommlssioor-Vrrlag vo« Fra«) Va-arr. Druck von Sigmund Burger in Szegedi»

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