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Ben Chananja · 1863-01-28 · 5 (28.1.1863) · page 1

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Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
5 (28.1.1863)
Date
1863-01-28
Page
– (sequence 1)
Language
German
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M. 5. 5zkgediu, Den 28. Jänner 1863. Serijfler Jahrgang. Jeden Mittwoch erscheint »io Prffnomeratioaspret»: Ganzjährig 7 fl., balbj.3 fl. 50 kr., viertelj. 2 fl. oft. W. Man abonnir» bei allen Post, ämtrrn u. Buchhandlungen de» Jo« und Auslände«. (pmranja. TOotfjcnOfatl für jüdische Sljcofoflte. Herausgeber und Redakteur: ]Li&opniL» Obcrrabbiner zo Szegedin. find and. Redaktion in Szegedin oder au Hrn. JfMJ Mzilkt in tkisizig zu senden. Die 2spaltige Petilzeile wird mit 10 Nkr. - 2 Sgr. berechnet. Ntdakltso: 3 .stronen-Gaffe. Politzer'sche« Inhalt. Aren Chorin. Don De. Weil. — Erziehung und Schule. Bon Obere. Kahn. — Korrespondenz. Ausland: Pari- (Michael Gon« Lebaur). Breslau (Semi na »bericht/ — Inland. Wie» (Siislung für Gyninaffalschüler). Pest (Ein Memorandum). Aus Bödmen (Meiselsynagogr. Seminarprojekt. Nabbinerwahlen). Tarnopol (Rabbiuerleiiiinar oder BclkSschulen?) Groß-Kauizsa (Adresse an d. Red. d. Bl.). Prag (Die Kin» desmördeiin io hrbrälscher Uebersetzuug) Großivardein (Lthrcrstrciligfeitea in SzcnteS). Arad (Auflösung der Mädchenschule in Kroßwardtin). — Literarische Anzeige. LöwcnsteinS Jüdische Klänge. Von Prof. Stößel. Aron Ehorin. Eine biographische Skizze von Dr. Weil. (Fortsetzung.י) 9. Neue Bundesgenossen. Der Aufschwung, welchen die Cultur unter den dcutscheu Juden nahm, seitdem diese durch die Folgen deS siebenjährigen Krieges für Cultur empfänglicher geworden waren, und Mendelssohn den Impuls zu jenem Aufschwung gegeben halte, übte auf die ungarischen Juden nur einen geringen, kaum wahrnehmbaren Einfluß aus. Der Verkehr zwischen den verschiedenen Ländern war zu jener Zeit noch nicht leb- Haft genug, um die schnelle Verbreitung neuer Anschauungen und Bestrebungen zu. begünstigen. Nafthali Rosenthal in Moor war zwar ein Bewunderer McndelSsohn'S, und wen« dete sich zu wiederholten Malen schriftlich an denselben. Diese vereinzelte Kundgebung Halle aber keine weiteren Nach- Wirkungen. Den unter Kaiser Josef H. in'ö Leben gerufenen Schulen fehlte in den Gemeinden die Sympathie, welche allein geeignet gewesen wäre, daö Heranwachsende Geschlecht einer höhcrn Bildungsstufe entgegenzusühren. Erst im zweite» Jahrzehcnt unseres Jahrhunderts führte daS Verwandtschaft« liche Band, welches um einige reiche jüdische Häuser in Wien und in Preßburg geschlungen war, die ersten Versuche zur befferu Gestaltung deS Schulwesens herbei. Der geist, reiche Ignaz JeitteleS berichtet bierüber 1811: ״Ungarn, ein Demant erster Größe in Oesterreichs Staatenverein, hat theilS auö Gründen, die in seiner Constitution be, ruhen, theilS auS Gründe», die hier der Ort nicht ist, zu prüfen, besonders im Schulwesen nicht gleichen Schritt mit den übrigen Ländern deS österreichischen KaiserstaateS gehalten. Die Juden in Ungarn haben beinahe gar keine Schulanstalten. Selbst jene deutschen Normalschulen, die Josef der Unvergeßliche in allen Ländern der Monarchie für unsere Glaubensgenossen errichtete, und die, wenn auch in den übrigen Erbleichen nicht mehr blühend, doch als wohlorga« nisirte Institute bedeutend genützt, sind da sehr wenige, und wo sie sind, sehr gebrechlich. Selbst gebildetere jüdische! Privatlehrer gib» eS nur wenige, und daß bei einem j solchen Mangel an allen Bildungsanstalten ein trauriges j Resultat hervorgchen muß, beivährt leider die Erfahrung > . Dringendes Bedürsniß ist daher die Errichtung > zweckmäßiger Schulen, und der hierauf bezügliche Auf« ruf, der vor einigen Monaten iu Preßburg hebräisch und! deutsch gedruckt erschienen, ist als Wort zu seiner Zeit gewiß , jedem fühlenden Ungar sehr willkommen. Dieser Aufruf, mit , vieler Wärme, »venn auch nicht mit der gehörigen Umsicht; versaßt, verfehlte auch seine Wirkung nicht. Mehrere hohe j Magnaten Ungarns, unter denen ich Ihnen uur den hochverdienten Oberschuldirector, Grafen Josef von Szapäry I nenne, verwenden sich dafür, mehrere »rackere jüdische HauSl väter PreßbnrgS unterstützen den Aufruf mit Kraft und! Nachdruck. So verdient eö eine ehrende Erwähnung. daß der dortige Großhändler, Herr Biedermann, zur Consolidi« rung deö Fonds zu einem Beitrage von 10,000 fl. sich er« klärte, und »venu nicht Indolenz von der einen und Chikane von einer andern Seite der guten Sache schaden, läßt sich an einem günstigen Erfolge nicht zweifeln. Lächerlich ist die ohnmächtige Wuth, mit welcher der Preßburger Ortörab« biner gegen diese Neuerung sich geberdet. Er hat eine förm« liche ControvcrSpredigt dagegen gehalten ״).* In der Beurtheilung der Opposition deS Preßburger Rabbiners hat sich nun JeitteleS allerdings geirrt. Dieselbe »var nichtSwenigcr als ohnmächtig. Vielinehr entspann sich in Folge dieser Opposition in der Preßburger Gemeinde ein mit vieler Erbitterung und großem Kostenaufrvande geführtet Prozeß, und erst nach Verlauf mehrerer Jahre ge« lang eS der Fortschrittspartei, die ״Primärschule" -a gründen. Die Spezialitäten dieses Prozesses verdienen der Vergessenheit entrissen zu »verden. Hier haben wir nur die Thatsache hervorzuheben, daß die Progressisten in Preßburg und Wien, von norddeutschen Gesinnungsgenossen auf bhorin aufmerksam gemacht, demselben durch den Censor Löb Harzselb in Wien ihre Simpathieen zu erkennen gaben. An Harz,

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