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Ben Chananja · 1863-01-14 · 3 (14.1.1863) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
3 (14.1.1863)
Date
1863-01-14
Page
– (sequence 1)
Language
German
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M. 3. S&cQcüin, ften UL Jiinnct 1863. Scrijflcr 3af)rpt1t. Jebrn Mittwoch erscheint rin Pränomkralloorprei»: Ganzjährig 7 fl., balbj.3 st 50 kr., viertelj. 2 fl. öst. W. Man abonnirt bei allen Postämtern 11. Buchhandlungen de« In» und Auslände«. «l GlMSM. Vochenkkall für jüdische Theologie. Herausgeber und Redakteur: Oberrabbiner zu Szegedin. find and. Nedaktiou in Szegedin oder an Hrn. /ranz Mtzner in tkipji'g zu senden. D»e 2,'paltige Petitzeilr wird mit 10 Rkr.--2 Sgr. berechnet, llrdalttto»: 3 .Kronen-Gaffe, Politzer'schr« Inhalt. Aron tLhcrin. Bon Dr. Weil. — Slorrksponbenz. Ausland: Breslau (jüdische Prosefforen). Hannover (wiffeuschasilich Borte- MNgen Sinagogenbau). Breslau (ein uugar. Seminarist gewinnt einen Preis.) — Inland. Pest (Generalversammlung; die Predigersrage). Pest (Singen mit Sagen). Groß-Kanizsa sJntoleraiiz des Cafino). Pest (Kau'or ^rledmann). Wien (merkwürdige jür. Urkunde). -- Litkrarifchr Anzeige. Stein's Knabenraub^^. ,lraS Brschr. v. Wald. Aron Chorin. Eine biographische Skizze von Dr. Wer l. (Fortsetzung.') 4. Apologie des Thalinud's, Filosofie und Kabbala. Daö Werk, welches für Chorin so'verhängnißvolle Folgen hatte, erschien in Prag 1603 mucr dein Titel C!nek ha—Schawe"). Cs zerfällt in drei Theile: Rosch Amana, Neschama Chajja, Dirath Aharon. Die beide» letzteren Theile, welche von der Orlhodorie nicht de, anstandet wurden, sind meist halachischen Inhalts. Neschama Chajja enthält ans acht Quartblättern Bemerkungen zu der Mischna Traktat Berachoth (Cnlogicen, Lobsprüche). Als leiser Anklang an Chorin'S spätere liturgisch-resormatorische Richtung kann hier höchstens sein über die jetzigen Rabbinen auogesprochener Tadel betrachtet werden, welche durch die laute Rezitation eines grosjen Theiles deS Schema den Gotleoticnst verlängern und der Gemeinde lästig werden. Dagegen meint er, daß daö Herkommen. nach welchem daö Religionsoberhaupt den letzten Abschnitt des Schema laut rezitirt, und die Gemeinde zuhört, ans dem thalmudischen Alterthume stamme, und daß die Mischna deshalb nicht von einem Gedenken, sondern von einer Erinnerung an den AuSzng aus Aegypten spreche. Diese Deduktion leitet er mir den Worten ein: ״Laß die Israeliten, wenn sie auch keine Profelen sind, so sind sie doch Prosetenjünger!" ״DaS Herkommen Jsrael'S ist Gesetz!" Diese Marimen sind in dieser Fassung ungleichen Alters: Die erste wird im Thalmud auf Hillel den älteren zurückgeführt '); die zweite stammt vou R. Jakob ha—Levi in WormS ^), gest. 1427. Die Heilig- Haltung deS Herkommens »vird aber schon von alten thal« mudischen Autoritäten empfohlen >). Die Anführung dieser Sprüche beweist hinlänglich, wie wenig eS Chorin damals in den Sinn kam, an dem religiösen Herkommen zu rütteln. In dem thalmudischen Kuchba de Schebit hat er richtig den Kometen erkannt, und den darauf bezüglichen Jrrthum R. Lipman Heller'S n!verlegt Cr zeigt bei dieser Gelegenheit r' ׳sic׳ Z einige Kenntniß der populären Astronomie, was s r... anerkenncnölverther ist, als sich ein Gleiches selbst j nach Verlauf von 60 Jahren nicht allen seinen Kollegen iu j Ungarn nachrühmen läßt. Dasselbe gilt von den grammatischeu, geografischen nnd fisikalischcn Kenntnissen, welche sich! in dem sechzehn Qnartblatt umfassenden, dritten, übrigens meist pilpulistischcn Erörterungen gewidmeten Theile bemerkbar machen, in welchem der Verfasser zeigt, daß ihm die; hebräische Formenlehre vollkommen geläufig sei, und daß er sich ans einer Karte von Palästina orientirt habe.! Sein nachmals so berühmter Kollege, R. Mose Soj fer, sagt seltsam genug in einem 1804 abgegebenen Gutachten, daß der See Genesiteckh und der Libanon im Süden deö heiligen Landes liegen. Merkwürdiger Weise beruft er sich dabei auf die Landkarte, und sagt seinem Kvrrespondenken, dem als Thalmudisten gefeierten N. Salon» Ullmann in Frauenkirchen (Wieselburger Komitat): ״Sie »vcrden mich verstehen, wenn Sie von diesen Dingen einige Kenntniß haben")!" Im Jahre 1802 »var Chorin jedenfalls der gebildetcste Rabbiner in Ungarn, und er blieb eö noch ein ganzes Menschenalter hindurch. Für die religionögeschichtlichen Anschauungen Chorin'S ist seine nachstehende im Dirath Aharon enthaltene Televlogie der mündlichen lieberlieserung charakteristisch: ״Wäre die Thora mit ihrer Erklärung schriftlich gegeben »vorden, so würde eö den Gesetzes lehren» nicht rnöglich ge»vesen sein, irgend eine neue Einrichtung zu treffen. Auch hätte beim Volke außer dem in der Schrift Verzeichnetcn nichts Eingang gefunden. Solchergestalt »vären die Gcsctzeölehrer der verschiedenen Epoche», nicht in der Lage gewesen, ihrem Zeitalter entsprechende Umzäunungen festzuseyen. Deshalb überlieferte Gott, gelobt sei Er, dem Mose »nündlich die Erklärungen der Gebote, damit dieser dieselben seinem Schüler tradire, und sich diese Tradition von Geschlecht auf Geschlecht sortpstauzc, »vodurch den Priestern und Richtern, auf deren GesetzeSauSlegung daS Volk ange»viescu »var, auch die Ge- »va lt eingeräumt »rurde, ״die Observanzen mit Observanzen"

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