Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 6 (1863)
- Issue
- 2 (7.1.1863)
- Date
- 1863-01-07
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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5zeM1, Öen 7. Jänner [863. Sechster 3ahrgang. M 2. Z,d»u Mittwoch rrschriot na Dogen. Prä0llmna>ls״,rri»: Ganzjährig 7 st-, balt-j.3fl. SV Ir., virrtrlj. 2 fl. öfl. SB. Man abolivir» tri allru Post» ämtrrn a- Buchhandlung,« des 2»- uns Ausland,-. Wochenblatt für jüdische Theologie. Herausgeber und Redakteur: Obrrrabbinrr zu Szegrdia. find and. Rrdaklloa in Szegedl» ob,r au Hrn. /ranz Dagaer i, tfipjijjju srndk». Dl, 2spaUigr Pciuzril, wird mir 10 Nkr.—8 Cgr. drrrchnrt. Sedaklio■: 3 ökronra.Gaffr, Pölitz,r'sch,« Inhalt. Aron Lhorin. Don Dr. Weil. Ukbrr Mädchrurrzirhung. Don Schütz. — Korrespondenz, -urlaod: BrrSlau (Derträg, vor dr» Drrrin, f. Wiffrnsch. d. Judenlhum-). Bukarrst (Eultororrrio). Schwerz (Sulturvkrrin). Pari- (AuSzrichnung Frank'-). Polru (Librrali-mud,s AdrlS). — Inland׳ Wien (Hofkanzltientschrrdnngru). Desprim (Orgrl). Prst (GortrSd. in d. Tochtrrschulr). Losenz. Sinhlwrißrnburg. Waizrn (Adrrffru an dir Red. d. B Sh.) Äron Chorin. Eine biographische Skizze von Dr. Weil. (Forts,tzung.l 3. Der Stöhr als Friedensstörer. Die Fehde, welche wir nun naher zu betrachten haben, betraf die Anwendung des pentatenchischen Gesetze-, nach wel« chcin, ״von Allem, waS im Wasser lebt, nur daS gegessen werden dürfe, was Floßfedern und Schuppen hat (3 M. 11, 9)." Eine nähere Angabe verbotener Gattungen, wie sie bei den Vögeln vorkommt, kommt bei den Fischen nicht vor, wie denn überhaupt die Bibel gar keinen Namen einer Fischgattung kennet"). Ja, in der Geschichte dcS fünften Schöpfungötageö ist nur von einem Gewimmel lebendiger Wesen im Wasser überhaupt die Rede, ohne daß die Fische beson« dcrS hervorgchobcn waren. Selbst die allgemeine Benennung dcS Fisches (Dag, Daga) scheint alle Wasserthiere zu um« fassen'): und doch ist es unleugbar, daß im heiligen Lande auch Fischhaiide! getrieben wurde, und daß eincö der zehn Thore Jerusalems den Namen Fischthor trug. Im Thalmud kommen einzelne Fischarten vor, aber fast nur ausländische mit ausländischen Nameul In Betreff der in der Thora angegebenen ReinheitSkriterien enthält die Mischna die kurze Erläuterung, daß die I KaSkassim (Schuppen) an den Fischen haften, und die Se-! nappirin (Floßsedern) zum Schwimmen dienen *), ohne über die Beschaffenheit jener oder dieser eine nähere Andeutung zu geben. Erst Nachmanideö beschränkt in seinem 1266 voll« endeten Thorakommentare den Begriff der Schuppen dahin, daß dieselben, um als Reinheitszeichen zu gelten/ rund und nagelsörmig, und von der Haut des Fisches vermittelst der ן Hand oder des Messers ablösbar sein müssen, wogegen daS, waS an der Haut dcS Fisches so fest hastet, daß eS von derselben nicht abgelöst werden kann, nicht als Schuppe au« gesehen werden darf. Zur Erläuterung dieser Distinktion kann daS dienen, waS die neuere Naturgeschichte hierüber lehrt. So Oken: ״Die Haut der Fische ist entweder ganz nackt und dann meistens schleimig oder mit Schuppen be« deckt, von sehr verschiedener Gestalt; sie sind Hantfalten, worin sich Horn« und Knochenblättchen absetzen, und schlagen hinten gewöhnlich übereinander, wie Ziegel. Manchmal stoßen sie genau aneinander, wie Täfelwerk, und bilden Schienen oder Panzer, je nach ihrer Härte. Diese sind meistens viereckig, bisweilen aber auch sechseckig, wie die Pflanzen und Bienenzcllen. Zerstreute, meist sehr verdickte und oben zugespitzte Schuppen, wie Nagelköpfe, heißen Nägel, wie bei den Stohren und Röchen." Der erste, der sich die Distinktion deS NachmanideS ausdrücklich ancignete, war dessen Schüler, Aron den Jo« sef der Karäer, welcher zn Ende des 13. Jahrhunderts als Arzt in Eonstantinopcl lebte. Die Schuppen deö reinen Fi« schcs, sagt Aron, sind rund; er hat aber seinen Lehrer nicht verstanden, wenn er hinzu fügt: ״die Schuppen deS unreinen Fischeö sind viereckig, und sitzen nicht fest am Leibe." Unter den rabbanitischen Schriftstellern ist eS Don Vidal de Tolosa im 14. Jahrhundert, welcher die Nachmanikische Distinktion zuerst anführt. Diese Distinktion war eS nun hauptsächlich, welche gegen Ende deS vorigen Jahrhunderts die ungarischen Rabbinen allarmirte, und Chorin in die un« angenehme Lage brachte, von der Mehrzahl seiner unzart« scheu Eollegea getadelt, oder gar verdammt zu werden. Und dennoch hatte er bei dieser Gelegenheit nicht die geringste reformatorische Tendenz an den Tag gelegt! Ja die ganze Erörterung war ursprünglich nicht von ihm provoctrt worden, sondern von dem Temeövärer Rabbiner Hirsch. Dieser halte sich nämlich 1782 an seinen Lehrer R. Ezechiel Landau in Prag, bei welchem er von 1757 bis 1760 Hauslehrer gewesen war, mit der Frage gewendet, ob der Sterlet oder daS Stöhrlein, nach österreichischer und jüdisch-deutscher Aussprache: Stierl, (^eipeoser rulkeuus pygmaeus) zu den reinen Fischen gehöre. R. Hirsch wurde zu dieser Anfrage von den se fardischeu Mitgliedern seiner Gemeinde gedrängt, welche den Genuß deS von den. orten-