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Ben Chananja · 1862-12-26 · 50 (26.12.1862) · p. Seite 432

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Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
50 (26.12.1862)
Date
1862-12-26
Page
Seite 432 (sequence 2)
Language
German
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432 Inden und Spartaner. Von Ral'l׳. I. Wicöiicr. Die in den Büchern der Makkabäer (1. B. 12, 6. 21. 2. B. 5, 9) erwähnte Verwandschaft des jüdischen und lakedämonischen Volkes hat schon zu mannigfachen Coujekturen Anlaß gegeben, cö sei mir erlaubt auch einen Versuch zur Lösung dieses NäthselS zu wagen. Die Israeliten;0gen auS Aegypten nicht allein, eS zog mit ihnen, eine große Menge fremden Volkes (Exod. 12, 38), wabrscheiulich eine zurückgesetzte uud darum nuzufriedene Kaste, ein ursprünglich fremder Volköstamm, der wie die Israeliten von der Viehzucht gelebt, mit diesen schon in Aegvptcn iu freundschaftlichen Verkehr gestanden, und nun sowohl der Nationalität als der Religion nach, diesem Volke sich angeschlossen hatte. Beinahe zur selben Zeit, als Moses die Jsraeliten aus Aegypten geführt (ungefähr 1500 v. CH.) brachte Danaus eine aegyptische Cvlonie nach dem Sparta ganz benachbarten Argoö, und eine neuere Ansicht will nicht eigen!- liche Aegypter, sondern verfolgte und vertriebene Hirtenstämme, dergleichen auch die Israeliten waren, auswaudcrn lassen (s. Creuzer Symbol, u. Mythol. im AuSz. S. 339). Die Nachkommen d. Perseus aus dem Geschlechte des Danaus regierten, später in Sparta. Es dürfte daher anzunehmen sein, daß ein Hirtenstamm welcher Aegypten verlassen, sich theilte, und zum Th eile den Israeliten sich äugeschlossen, zum andern Theile aber nach dem griechischen Pelopones sich begeben, und endlich in Sparta der Regierung sich bemächtigt habe; und daß zur Zeit der Makkabäer die Erinnerung an die Zusammengehörigkeit der beiden Theile desselben Stammes, im Gedächtnisse des Volkes sowohl in Judäa als in Sparta noch nicht erloschen war. Mit der (1. Makk. 12, 21.) erwähnten gemeinschaftlichen Abkunft von Abraham dürfte eS vielleicht nicht zu genau zu nehmen sein; jedoch ist auch die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, daß auch der Volksstamm, welcher theilweise den Israeliten sich angeschlossen, seine Abkunft vom Geschlechte Abrahams, von JSmael oder von den Söhnen KeturahS (Genes. 25) herleiten konnte. Auffallend ist eS jedenfalls, daß dieser vulgus promiscuum in der h. S. bei den Volkszählungen gar nicht vorkömmt. Das Einfachste wäre freilich anzunehmen, daß diese Volksmasse den Stämmen einverleibt wurde, mit denen sie sich verschwägert hatte. — Diese fremden, dem israeli« tischen Volke beigemischten Elemente machten sich in der Wüste durch ihre ungestüme Begirde nach Fleischkost bemerklich (Num. 11, 4); nach dem Midrasch (Schemoth rabba 42) wird ihnen auch der Rückfall in den Götzendienst (Erod. 32) zugeschrieben. Da es aber bald darauf (r. 27.), im Aufträge an die Söhne Levis heißt: "Erschlaget einer seineu Bruder und einer seinen Freund und einer seinen Verwandten;" so ließe sich aucb hieraus schließen, daß der vulgus proiniseuum mit den geborueu Israeliten in engen Verwandtschastsverhältnissen gestanden habe. — Es wundert mich, daß d. Red. d. Bl. in d. eben so gelehrten als geistreichen Abhandlung über die Epigamie diesen Punkt nnberührt gelassen hat. Sie Frau in der Liturgie.') Rabb. M. Fei». Die bekannte Lehre des Paulus: ״Taceat. inulier in ecclesia“ legt ein geistvoller Schriftsteller dahin aus, es wäre Gefahr vorhanden gewesen, es möchte der natürliche Redetrieb der Frauen nach und nach mit dem Antrieb des Geistes verwechselt werden. Diese Auslegung ist aber unrichtig; indem auS der betreffenden ׳) Stelle klar und deutlich .hervorgehet, Paulus habe damit nichts anderes bewirken wollen, als daß Frauen in der öffentlichen Versammlung ebenso wie im Familienkreise den Männern untergeordnet bleiben sollen. Zur Idee einer völligen Gleichstellung der Frauen, wie sie in unserem humanen und aufgeklärten Jahrhundert überall hervortritt, vermochte sich jenes Zeitalter durchaus nicht zu erheben. Die Frauen als Glieder der Synagoge theilten dasselbe traurige LooS in dieser Periode, sich einzig und allein ihren seraulen Unterschiedes wegen, von vielen Dingen in liturgischer und ritueller Beziehung ausgeschlossen zu sehen?) Müssen sich doch selbst unsere emanzipationssüchtigen Frauen die aus der ״alten, guten Frauen-Zeit herrührende Einrichtung noch gefallen lassen, nichtעולה לפני תורה zu dürfen ״(4.משום כבוד הצבור Ich möchte doch wissen, ob diese Bestimmung mit unseren Zeit- Vorstellungen übereinstimmt? Sind Frauen nicht ebenso wie Männer Trägerine der jüdischen Lehre? Haben Frauen nicht ebenso wie jüdische Männer in den trüben und finstern Jahrhunderten der Verfolgungen ihr Leben um der Thora willen geopfert? Obliegt es ihnen nicht, die meisten Gebothe der Thora zu üben, ihre Kinder nach den Grundsätzen der Lehre zu erziehen, und hoffen sie nicht gemeinschaftlich mit den Männern durch die Thora selig zu werden? Eine noch größere Schmach wird den Frauen angethan durch die Beibehaltung des Segcnöspruches im Morgeugebethe: ״;שלא עשני אשה״ denn wie sich auch immer die Commentatorenä) bemühen mögen, diese Formel zu beschönigen, so liegts doch klar ans der Hand, daß sie ihren Ursprung der argen und üblen Meinung, welche die damalige Zeit von der Gesinnungstüchtigkeit der Frauen gehegt, zu verdanken habe. Man erzählt''׳), daß Platon sich dreier Dinge gerühmt hatte: Er prieS sich glücklich, erstens ein Mensch und nicht ein Thier, zweitens ein

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