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Ben Chananja · 1862-12-05 · 47 (5.12.1862) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
47 (5.12.1862)
Date
1862-12-05
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Nr 47. r ׳־& Szegedin, den 5. Dezember en (flwnanja. 1!ו fir bZÄdisch fünfte- I»I>V»»g. ^jen1nsnc6ct iinö Jlekftleur: L. Löw, DficrrnBfiiner z» SjcgeDin. 1862. Y1־ . erscheint ein ganzer Bogen. \\־V < ׳niimrraklonsprcis: '־^L fl., halbjährig 3 fi. 50 fr..;!Törhj 2 fl. österr. Währ. Man abonnirt bei allen Postänuern mir Buch- Handlungen des Zn- und Auslandes. Minniskriplr nur an die Nedaltion z» lenden. Znscratt find an die Rcdaftion in Szegedin oder an Hrn. Franz Wagner in!!einzig zu senden. Die zweispaltige Petitzeile wird mii lt) Nkr. — 2 Sgr. berechnet. Inhalt. Eherechtliche Studien. — Kulturgeschichtliche Aforismen v. L. Dukes. — Gemeinde- und RabbiiiatS-Angclegeiiheitcn. Pester Zustände. — Korrespondenz. Nng. Kanischa. — Litcrarischr Anzeigen: Der Taniiliauser und Ewige Jude. Bespr. v. L. Dukes. Lherechlsilhe Stuöicn. 11. Die Mischehe. ^Fortsetzung. i G. Mischthkliche Fragrn -er iiciicru Zeit. a) ©abbatbacv 11nb R1׳sovmev. j Als das Rabbinar zu Konstamiuopel in der Mitte! des siebzehnten Jahrhunderts die Karäer von der Epigamie! ausschloß, hatte es den Anschein, als würden neue mischeheliche Fragen innerhalb der Judenheil gar nicht mehr auftanchen können. Sabbathai Zewi war aber damals schon 16 Jahre alt, und beschäftigte sich bereits unter Anleitung des R. Joses JSkafa mit der Kabbala, durch deren Studium er sich mit seinem Wissen und Willen einem messianischen Schwindel hingab, welcher ein schmähliches Ende nahm, dagegen ohne sein Wissen u. Willen unter den Europäischen Juden eine gewaltige Bewegung hervorries,! welcher der Rabbiniöm kaum Meister werden konnte. Die 1 Bannflüche, die in den Synagogen gegen die Sabba-! thäer publizirt wurden, sind in so scharfen Ausdrücken ab - ' gefaßt, daß sich die Ausschließung von der Epigamie von * selbst versteht. In dem Hamburger Anathema, welches ׳ 1665 verkündet wurde, ist die Verschwägerung mit ihnen \ ausdrücklich verboten. Ein ausführliches Gutachten über! die sabbathäische Mischehe schrieb R. Eleazar Flekeles! am 28. April 1791 in Prag au einen heiratslustigen j Freund in Kojetein, welcher die Tochter eines Kriptosabbal täers heimznführen beabsichtigte. Der Heiratskandidat hatte hervergehoben, daß daS j M ädchen, das er heiraten wolle, noch im KindeSalter stehe, nnd in das sabbatäische Unwesen nicht eingeweiht sei. R. Eleazar verweist aber seinem jungen Freunde seine Frage, und warnt denselben nachdrücklich vor der beabsichtigten Verbindung. Sein Zorn entbrennt im Verlause seines Bescheides immer mehr. Anfangs stellt er die Sektirer mit dem Am Ha-Arez der thalmudischen Zeit in eine Linie; später sagt er, daß daS Verbot der Verschwägerung mit den sieben kanaanitijchen Völkerschaften auch auf sie angewendet werden müsse. R. Eleazar erschöpft sich in Schimpfwörlern über die Anhänger Sabbatai's und Frank's?) Das Schimpfen gehörte zn dem guten Tone der Orthodor'ie. Wenn man die maßlosen Expektorationen liest, kann man nicht umhin, an folgende Alternative zu denken: Entweder sind die Beschuldigungen übertrieben oder gegründet. In jenem Falle trifft der Vorwurf liebloser Uebertreibung diejenigen Männer, welche von der Romantik als Heilige dargestellt, und deren Aussprüche zu Gesetzen erhoben werden. Sind die Beschuldigungen, welche gegen die Sabbatäer ausgesprochen werden, gegründet; um so trauriger! Die angebliche Verworfenheit der Sabbathäer würde nur den unumstößlichen Beweis liefern, daß sich jedenfalls der vormendelssohnische Rabbinism in so ferne überlebt hatte, als er zu unerbittlicher Verfolgung seine Zuflucht nehmen mußte, um über die Konsequenzen der von ihm selbst verehrten Kabbala triumfiren zu können. Der Sabbathäism wurde vollständig überwunden. Der Lorber bes Sieges gebührte aber nicht den verfolgenden und verfluchenden Rabbinen, sondern der Richtung, zu welcher Mendelssohn den Impuls gegeben hatte. Die Kon-

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