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Ben Chananja · 1862-11-28 · 46 (28.11.1862) · p. Seite 398

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
46 (28.11.1862)
Date
1862-11-28
Page
Seite 398 (sequence 8)
Language
German
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398 Neufeld. Hochmann und Zucker mann, lanrer brave, fleißige Lebrer, die treu ihrem Berufe find. An der im Sommerknrse eröffneten Industrieschule für die Schülerzimmer wurde Jofefine Spitäler angestellt. Die kleinen und die größere Mädchen arbeiten recht fleißig und machen bedeutende Fortschritte. M. L. Ehrlich. 8. v. Tarnopol, 19- November. Es ist für einen Correspondenten ein schwerer Stand, über Zustände zu schreiben, wenn er die dieselben herbciführenden Ursachen angebeu muß, deren Fäden dort, wo man sie nicht suchen soll, zu finden sind. Wir haben im vorigen Jahre in unseren galizischen Briefen das Einst und Jetzt kulturhistorisch beleuchtet, warteten aber mit der Besprechung der andern Faclorcn eine andere Zeit ab. Leider aber haben Factionen den Faden, woran die Presse gehalten wird, noch enger zusammen gezogen und kann nur die Zukunft wissen, ob meine Berichte eine Zukunft haben. Wir wollen uns daher nur darauf beschränken. Ihnen eine Verknüpfung unter der galiz. Judenhcit zu signalisiren. welche aber nur von den . besten Folgen sein kann. Wir sind, was den Zeitgeist betrifft, Optimist. Wenn wir auch den Strom des Chassidismus derart anwachsen sehen, daß er das grüne Thal unserer Hoffnung völlig überflutet, so kann die Sonne der ,weiten Hälfte des 19. JahrhnndertS diese Neberschwemmung doch nicht für lange beleuchten. Wir find für constitutioncllc Freiheit sogar in der Art, wie Jemand seinen Glauben manifeftirt; daß aber Nesormcn im großen Maßstabe, wie cS deren unser armes Galizien bedarf, stets von obenhrrab kamen, von Staatsmännern, die über ihrer Zeit standen, um sie überblicken zn können, die aber sich nicht wie I. Paul sagt,!e höher sie stiegen, vom Volke abgewendet, das lehrt die Geschichte. Das galizische Judenthum wird sich ans seiner Verzauberung selbst nicht entpuppen, der belebende Hauch für den zu entspringenden Schmetterling muß von Oben kommen. Da wird der Chaßidäism. ן sich nicht mehr breit machen, daö Terrain als erobertes betrachten und behaupten. Die Schaar der Bcfferdenkenden wird sich hinanswagen aus ihrem schweigenden Zuwarten, das von unseren Profeten verheißene goldene Zeitalter wird sich wie ein lachender Himmel über die Juden Galizien ausbrcitcn, Schulen, Seminare , Präparandien und Tal-- mud-Unterricht-Anstalten werden entstehen und was die Reformer nnd j Orthodoren vereint sich werden wünschen wollen. Unter dem Panier! unserer gerechten humanen Regierung nnr kann ״das Bild sich gestalj len"; wenn sie daö von GvlnchowSki uns auferlegte Joch von unserem! Nacken abschüttelt (Sind wir nicht alle Kinder Eines Vaters?) und die jüdischen Angelegenheiten reformirend in die Hand nehmen wird. y. Lemberg, 19. Nov, Vorgestern fand die Predigerwahl statt. Dr. Hirschfeld (mit Großmeseritsch) erhielt 42, Dr. Jolowitz 84, Löwenstein 122 Stimmen. Fünfzig stimmberechtigte Tempelmitglicder enthielten sich der Abstimmung. Leider beginnt schon die Parthei- Hyder ihr scheußliches Haupt zu erheben. Gefahr ist indessen für keinen Prediger mehr zu fürchten. Die langen Talare u. Streimel strömen zu jeder Predigt in großen Massen herbei. Wenn der neue Prediger es verstehen wird, maßvoll nach jeder Richtung zn wirken, so könnte es geschehen, daß hier in Kürze der Bau eines zweiten großen Tcmpels nothwendig werden wird. In dem gegenwärtigen Tempel ist kein Sitz zu bekommen. P. Pesth, 25. Nov. In der alten Sinagoge soll aus Vertangen vieler Sinagogenbesuchcr ein Chazan ü la Davidl Brod angestellt werden. Derselbe verpflichtet sich, wie ich höre, kontraktlich, niemals Noten zn lernen, damit ihn das Gelüste nicht übcrkomme, ein Chorchazan zu werden. Dagegen soll er fleißig die Oper besuchen, um seinen Mclodienvorrath zn bereichern. Hier haben wir erst aus Steinschneidcr'S Bibliografie (S. 119. Nro 777) erfahren, daß man in Deutschland nicht geneigt ist, d. Prinz u. Derwisch unseres verehrten Hrn. Oberrabb. in die deutsche Literatur aufznnchmcn. Wir verschmerzen dies leicht, da sich d. Hr. Rabb. seit einigen Jahre der ungarischer! Literatur ,luuUuiitct bat, mit in Kurzem als ung. Schriftsteller auftreten wird. LiterSrische Äiyeigeil. .Der Tannhauser und Ewige Jude. Zwei deutsche Sagen in ihrer Entstehung und Entwickelung, historisch mithologisch und bibliografisch verfolgt nnd erklärt von Dr. I. G. Th. Größe. 2-te vielfach verbesserte Auflage. Dresden, 1861. 8-0. Besprochen von L. Dukes. Dom literatur-geschichtlichen Gesichtspunkt ist dieses Merkchen interessant. Der Verfasser ist hier ans seinem rechten Platze. In der Einleitung giebt er eine Reihe von Sagen, welche mit der unserigen durch Achnlichkeit in einer gewissen Berbindnng stehen. Es sind auch Sagen v. einem langen Schlaf hcrbeigezogen z. B. v. Evimenideö — der griechische הוני הב עגל — der 70 Jahre geschlafen haben soll. lieber d. ewigen Juden selbst erfahren wir hier, baß sein Name zuerst 1259 erwähnt ist. Es ist dies allerdings sehr spät. Ueber seinen früher« Aufenthalt hat uns die Sage nichts überliefert. Im Jahre 1547 erschien er in Hamburg. 1599 in Wien und in M adrid. In München erschien er 1721 am Thore. Seit dieser Zeit scheint er in Zurückgezogenheit zu leben. Ob die Polizei fürchtend, oder das Gelächter der Gebildeten, ist nicht bekannt. (Schluß folgt.) Löbliche Redaction! So eben erhielt ich einen Brief von Sr. Ehrw. Hrn. Bezirks- Rabbiner in Kaposvär, in welchem mir derselbe mittheilt, daß in einer der Nr. Ihres Blattes von einem Ofner Korr, erzählt wurde, daß ich'den. H. Rabbiner in Füred während der letzten Bade-Saison am Sabbat, mit einem Buche in der Hand חוץ לערוב gesunden und es auch in Gesellschaft mitgetheilt hätte. Jnsoferne mein Name bei dieser Angelegenheit öffentlich genannt wurde, fühle ich mich verpflichtet zu folgender Erklärung: Ich habe Herrn Bezirks-Rabbiner schon seit sieben Jahren, am Sabbat und in Füred nie. auch nur gesehen. Ich bitte eine löbl. Redaktion wolle diesen meinen Brief als Berichtigung in der nächsten Nummer Ihres gesch. Blattes gefälligst anfnehmen und bleibe ich mit geziemender Hochachtung einer löbl. Redaktion Ergebenster. Teleky, im November 1862. Philipp Glücks mann Bez.-Rabbiner. Szegedin, Leipzig, Aelbstverlag der Redaktion. Üommtsstons-Verlag von Franz Wagner. Druck von Sigmund Burger in Szegedin.

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