Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 5 (1862)
- Issue
- 43 (7.11.1862)
- Date
- 1862-11-07
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2542917-2542971-2543015--2826-2546647- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
s) cgrdiII, kn 7. November «r. 43. 1862. Ü^dpiriHiil^flr INÄssche TheslKHze» Münster InkWrrnI. Ijcrmisyeöec uuö Jleöafeteur: L. Löw, flfierraßfimcr zu 5zegedi». 3cd 1׳II Freikaq rrsckeint ein >nn1zer 2^'iit». Man abvnnirt bei allen Postämtern lind Buch- ' Znsrrnlc sind an die Redaktion in SzegetlN Nriil1«1״rr11lio»gprris:! bandlungen des In- und Auslandes. , oder an Hrn. Franz Wagner in Leipzig Ganzjälirig 7 fl., halbjährig 3 fl. 50 lr.. j Maiiuskriplc! zu senden. Die zweispaltige Pcriizeilc wird viercljäbrig 2 fl. österr. Währ. j sind an die Redaktion zu senden. mil 10 Rkr 2 Sgr. berechnet. Inhalt. Ehcrechtliche Studien. — Kulturgeschichtliche AsoriSnicn. Von L. Dnkcö. — Exegetische Analckten. Von Rabb. A Hochinnth. — Korrespondenz. Eiseustadt, Ocdcnbnrg. 82ubnstkrt, 82i'mtü, Gr.-Becskerek, Reichenau. — Lilrrülischr Äuzcigru: Wissenschaftliche Blätter auS der Veite! Heine Ephraeniische» Lehranstalt in Berlin. Angczeigt von L. DukeS. Sieg der Reform des Geistes Von Dr. L. Stein. Angezeigt von Oberrabb. I. Kahn. — Miszellen von H. M. Pincles. Eherechtliche Sin bien. 11. Die Mischehe. E. Lrinnerungen ans der thalmudischen Zeit. (Fortsetzung.') b) Ep igam ie zwischen Farisäern u. Sadduzäern Der älteste thalmu d i sch-epi g a m is ch e Kanon. Wir haben die Lehrer der thalmudischen Zeit in unserer bisherigen Darstellung nur in so ferne sprechen lassen, als dieselben sich zur Bibel erklär end verhalten. Die eigentlichen epigamischen Verhältnisse der thalmudischen Zei t haben wir nunmehr näher zu betrachten. Eine zusammenhängende wissenschaftliche Behandlung ist denselben noch nicht zu Theil worden. Zunächst zieht der Bruch zwischen Farisäern und Sadduzäern unsere Aufmerksamkeit auf sich. Die Essener kommen hier nicht in Betracht, indem sie theils dem ehelichen Leben gänzlich entsagten, theils gegen die farisäischen Vorschriften und Uebungen durchaus keine Opposition ,nachten. An eine Ausschließung derselben von der Epigamie konnte also nicht im entferntesten gedacht werden. Anders war das Verhälniß zwischen Farisäern und Sadduzäern beschaffen. Ursprünglich waren allerdings auch diese Sekten in den Prinzipien vollkommen einverstanden. Ja, sie schienen sogar geeignet, sich gewissermaßen wechselseitig zu ergänzen, indem die Emen mehr eine theoretische, die Anderen mehr eine praktische Tendenz verfolgten. Im Koheletbuche stehen sie sich noch als ״Gerechte" und ״Gelehrte" gegenüber?) Die scheinbar unschuldige Verschiedenheit J der Richtung wurde aber bald zu erbitterter Feindschaft.; Mit doppeltem, religiösem und politischem, Fanatismus be-! fehdeten Farisäer und Sadduzäer einander. Die Spaltung i war selbst in den Kreis der Priester gedrungen. An den > Hohenpriester, welcher am Versöbnnngstage den heiligen I Dienst zu verrichten hatte, mußte eine Deputation des Senates von Amtswegen die Ansprache richten: ״Wir sind die Vertreter des Senates, du bist unser und des Senates Vertreter. Wir beschwören dich bei dem, der seinen Namen in diesem Hause wohnen läßt, nichts an all dem zu ändern, was wir dir gesagt haben?)" Der Beeidigung lag die Besorgniß zu Grunde, der oberste Priester der Nation könnte, im G eheimen sadduzäischen Grundsätzen huldigend , bei dem Ritus des Räucherwerkes nach sadduzäischer Methode verfahren! 4) Der Kampf der beiden Partheien war so heftig, und der Sieg der einen oder der andern mit so ungeheurer Anstrengung verbunden, daß die Farisäer Gedenktage ihrer über die Sadduzäer errungenen Trinmse zu feiern pflegten. 5) Und trotz dieser gegenseitigen bitter״ Anfeindung wurde die Ehe zwischen Farisäern und Sadduzäern nicht verboten! Auf dem Gebiete des Familienlebens übten also die S ekten des jüdischen Alterthumes eine größere gegenseitige Toleranz, als die verschiedenen christlichen Kirchen selbst im 19. Jahrh. gegen einander zu üben geneigt sind! Es ist dies aber nicht schwer zu erkläreu. Das Ehristenthum har, wie wir weiter sehen werden, schon frühzeitig auch die Ehe unter die Herrschaft des D ogj inaö gestellt; die Nationalität hingegen ließ es in jel der Rücksicht in den Hintergrund treten. Denn während! Jesus dem Hilfe suchenden Kanaanitilchen Weibe gegenüber