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Ben Chananja · 1862-10-31 · 42 (31.10.1862) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
42 (31.10.1862)
Date
1862-10-31
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Nr. 42. Szrgedin, den 31. Oktober 1862. >err ÄlmmnM. KchtUhiAZL fKr IU^ische ThesigHie. Lsünper IrrllWrmg. 4)craus1jeßec mit) mRleur: L. Löw, ÖBerraßßtner 51t Szegedin. Zeden Frcüaq erscheint ein ge.nzcr Bogen. Präniimrrntkonsprris: Ganzjäbrig 7 fl., halbjährig 3 fl. 50 fr., vicrcljährig 2 fl. österr. Währ. *Dii'it abonnirt bei allen Postämtern und Buch- Handlungen des Zn- »nv Auslandes. Maniislrriptr sind an die Redaktion zu senden. Inserate sind an die Redaktion in Szegcdin oder an Hrn. Franz Wagner in Leipzig zu senden. Die zweispaltige Petit zcilc wird mit 10 Nkr. — 2 Sgr. berechnet. Inhalt. Die Pcster Eingabe bei der Ungar. Hof-Kanzlei. — Geschichte der Inden in Osnabrück. Von Dr. M. Wiener. — Versuch einer umständlichcii Analyse des Sohar. Von Ignatz Stern in H.-M.-V;is)irhe!y. — Büsten und Bilder von Dr. G. Carinoly. — Korrespondenz. Ausland: Vom Rhein. — Literarische Anzeigen: Wissenschaftliche Blätter auö der Beitel Heine Ephracmischen Lehranstalt in Berlin. Angezeigt von L. DukcS. — Hochmuth'S Eregetische Amalekten. — Ocffentlicher Dank. — Inserate. Die Pester Eingabe bei der ungarischen Hof-Kanzlei. (Schluß.) 3. Dir Armenpflege. Die Betrachtung dieses so wichtigen Zweiges der Wohlthatigkeit und Gemeind evcrwaltung steht mit dem Kulturvereine in innigstem Zusammenhange. Die Opfer, welche dieser Verein erheischt, werden Gemeinden und Einzelnen viel leichter erscheinen, sobald sie die gegenwärtigen Kosten der Armenpflege mit in Erwägung ziehen, und sich die Ueberzeugung verschaffen, daß diese Kosten sich um ein sehr Bedeutendes verringern müssen, sobald es dem Kulturverein gestattet i ft, seine Thätigkeit zu entfalten. Die Gaben, welche von Jahr zu Jahr von den jüdischen Gemeinden Ungarns auf den Altar der Armenpflege niedergelegt werden, sind sehr bedeutend; sie geben Zeug« niß von der frommen Wohlthatigkeit, welche immer und allenthalben in Israel einheimisch war und ist. Es tritt aber hierbei ein Uebelstand hervor, auf welchen wir nicht Hinweisen können, ohne folgende Bemerkung vorauszuschicken. Die ungarischen Inden sind noch nicht emanzipirt. Einige journalistische Organe sind noch jetzt entschiedene Gegner der Emanzipation. Unter solchen Umständen dürfte es für bedenklich gehalten werden, eine Schattenseite der Unterdrückten an'S Tageslicht zu ziehen. Wir lassen unS jedoch davon nicht beirren. Denn einerseits steht der zu besprechende Uebelstand zu den Einwendungen der Gegner der Emanzipation kaum in der entferntesten Beziehung; anderer Seits ist es der sicherste Beweis des Besserwerdens, | wenn im Schoße einer Körperschaft selbst deren etwaige Schattenseiten freimüthig und öffentlich besprochen werden, j Der Uebelstand, den wir im Sinne haben, ist d. ambulante Pauperismus! Wir besitzen über die Zahl der wandernden jüdischen Armen in Ungarn keine statistischen Daten; aber eine mehr denn zwanzigjährige Beobachtung ver« schaffte uns die traurige Gewißheit, daß die Zahl dieser Wanderer zu der jüdischen Gesammtbevölkerung in einem höchst abnormen Verhältnisse steht. Die Unglücklichen, welche von Ort zu Ort pilgern, um die Mildthätigkeit ihrer Brüder in Anspruch zu nehmen, dürfen nicht in eine und dieselbe Kategorie gesetzt werden. Für Manche unter ihnen ist die leidige Pilgerschaft nur ein Provisorium, eine Zeit des Ueberganges. Wir erinnern nur an die brodlosen Nabbinen, More Zedek's, Kantoren, Lehrer und Schächter, welche eine Anstellung suchen, und auf ihrer Reise die Hand nach Almosen ansstrecken müssen, um ihr Leben zu fristen, und ihrer daheim darbenden Familie einige Pfennige zukommen zu lassen: bemitleidenSwerthe Opfer der Willkühr ihrer Brodhcrren, oder ihrer eigenen Unbesonnenheit! Lebendige Zeugen der Zerfahrenheit, in welcher sich die jüdischen Kultus- und Schulangelegenheiten befinden! Auch der herabgekommene Familienvater, der den Pilgerstab ergreift, um sich von barmherzigen Glaubensbrüdern Unterstützung zur Ausstattung seiner Tochter zu erbitten, wird mit Recht stets der Theilnahme würdig befunden werden. Eö gibt aber eine ganze Schaar von sogenannten ׳או־־הי סרהי d. i. von Bettlern, welche jahraus jahrein herumziehen, oder ״in die Medina gehen," wie der technische Ausdruck lautet,

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