Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 5 (1862)
- Issue
- 41 (23.10.1862)
- Date
- 1862-10-23
- Page
- Seite 352 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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302 Nah und Fern mußte das Herz im Leibe Hüpfen vor wahrer Seelenfreude, kurz es war kein Fest die Langeweile zn tödten, sondern fromme Gcmüther zu erfreuen, eS war eine Seelenreunion edler Menschen, ein Fest des Herzens, ein Fest, für Klein und Groß — eö war die EinweihungSfeier unserer — zu Hcrmanmcstec — neukreirtcn isr. Schule, welche auf solenne Weife begangen wurde. Die Beschreibung dieser Feierlichkeit kann jedoch unmöglich den gewünschten Eindruck ans Sie, hochwürdiger Herr Redakteur und die geehrten Leser Ihres geschätzten Blattes Hervorbringen, wenn ich Ihnen nicht zuvor eine kleine Karakterisiik der hiesigen Verhältnisse vorausschicke, und das alte Lebensbild unserer bisherigen Schule in kurzen Umrissen zeichne. Hermanmestee zählt zu den größer!! und intelligenten Gcniciiidcn Böhmens. besitzt einige fromme Stistunge», und weil gut verwaltete, erklecklich dotirte Institute. Die Schule jedoch, wie sie bis jetzt ihre «ichtkonzessionirte Existenz nur kümmerlich fristete, ward vor mehr als einem Dezennium — als noch hie und da das heillose Chedcrwescn zun! Verderben und auf Kosten der Kleinen üppig wucherte — als, Schmerzenskind geboren, und in einem alten, seiner Lage und inner!! Einrichtung nach nichts weniger als für eine Schule geeigneten Lokale untergebracht. Hier waren die Kinder den Tag über in einer wahrhast bedrängten Lage; denn die Räume waren viel zu eng, als daß sie die Gesammtschülerzahl fassen konnten, und zn diesen und andern Uebelständen kam noch der Mangel an gedeihlichem Luft- und Lichtge- NUß, waö vollends das äußere und innere Wesen der Schuljugend verkümmern machte. Kein Wunder demnach, daß die so improvisirtc Schule nach 12 jährigem Bestehen schon an Altersschwäche zu kränkeln ansing, und schnelle und radikale Hülfe erheischte. Die Anforderungen der Neuzeit, die streng gebieterisch auftraten, konnten und durften um so weniger abgewiesen oder aus bessere Zeiten verwiesen werden, als sich auch jetzt die Stimme der hohen Behörde vernehmen ließ, die der Gemeinde zwischen Sein und Nichtsein einer Schule die Alternative stellte. Die oft gepflogene!! Berathnngen über die brennende Schulsrage führten lange zn keinem Resultate, denn eS fehlte hier an einem Schulfond, und anderweitige HülsSquellen, wie sie z. B. Mähren im jüd. Landeömaffasonde zu Gebote stehen, haben die jüdischen Gemeinden Böhmens nicht. Doch der unserer Gemeinde innewohnenbe, lebendige Sinn für höhere und heilige Zwecke siegte endlich über alle Schwicrigkeilen. Geldopser wurden gebracht, hochherzige Spenden flössen zilsammeii, mit? sofort ward Hand an'ö Werk gelegt, der Schulbau in Angriff genommen und binnen Jahresfrist vollendet. Der Synagoge gegenüber steht nun das imposante, eine lange Front bildende Schulgebäude mit seinen großen, lichtvollen und freundlichen Lehrsäleu, welches, wie schon erwähnt, gestern eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben wurde. Die Feier, wenn auch nicht von freundlichem Wetter begünstigt, fand dennoch eine zahlreiche Theilnahme seitens hoher Gäste. welilichen und geistlichen Standes. Der hochwürdige Ortspfarrer Herr Josef Kröka mit den hochwürdige!! Kaplaneii, den Herren P. Friedrich und P. Knllata, der löbliche Stadtmagistrat mit den Honoraüoren des Orteö, die Herren Beamte» Seiner Fürstlichen Durchlaucht, Ferdinand KinSku, der christliche Lehrkörper, Schul- und Lehrerfrcunde von Nah von Fern waren gekommen, um unsere Freude zu theilen, und um aufö neue den Beweis zu liefern, wie wahrer Humanität nichts fremd ist, waö irgend dahin abzweckt Menschen zn bilden zn veredeln und zu beglücken, und wie der echte und rechte Menschenfreund alles Gute und Gemeinnützige mit wahrer Liebe und herzlichem Wohlwollen umfaßt, ob cs auch seinen eigenen Berufs- und Wirkungskreis nicht unmittelbar berührt. Sr Fürstliche Durchlaucht KinSky, der gesegnete Wohlthätcr unserer OrtSarmen, zeigte seinen edlen Sinn nnd lebendigen Eifer zur Förderung alleö Guten und Nützlichen auch bei unserem Schulbau durch ein hiezugespendeles Geldgeschenk von 80 fl. ö. W. Sr Ehrwürdcn, Herr Rabbiner.Dr. B. Feilbogen, der nicht wenig um das Zustandekommen der Schule sich bemühte, und durch Wort und That und eigenes Spenden auf den Pietätöstnn unserer Gemeinde anregend cinwirkte, hielt nach vorhergängigem Feft-GottcSdienftc im großen, schön Lekorirtcn Prüfungssaale die Fcstpredigt, in welcher er die Bedentung des Tages hervorhebend, mit eleganter und geistvoller Sprache das heilsame Wirken der Schule für Mitnnd Nach- Welt schilderte. Hierauf wurde von 2 Schülern vor dem Bildnisse Sr. Majestät des Kaisers ein patriotisches Festgedicht gesprochen, nnd znm Schlüsse die Volkshymue im Chore abgesungen. Nnd so möge diese Anstalt stets blühen u. wachsen, dem Staate eine Menge treuer und thätiger Glieder der bürgerl. Gesellschaft crzie- Heu, und die große Würde und Bcstimmniig der Menschheit unvercückt im Auge behalten. Möge sie stets patriotische Pfleger, treue, thätige Aufseher und Vorsteher finden; mögen alle, die au dieser Anstalt wirken, so wie alle, die in ihr gebildet werden, mögen sie alle eine zufriedene Gegenwart und eine frohe und gesegnete Zukunft haben. I. Jahoda, Oberlehrer. Inserate. 200,000 GM§n VeWiik; - KilbWiM Haupttreffer d. v. Staate garantirtc» großen Staats-Prämien Berloosnng Ziehung Änfang am 19. November!. I. Hauptgewinne: st. 200,000; 2;1 fl. 100,000; st. 50,000; fl. 30,000; fl. 25,000; 2;1 fl. 20,000: 2 it fl. 15,000; fl. 12.000; 2 ü st. 10,000; 2 :1 st. 5000; fl. 4000; fl. 3000; fl. 2000; 117 it fl. 1000; 117 it fl. 3000; 0333;i fl. 100 3c. 3c. Jedes LooS bevorstehender Ziehung erhält außer dem Gewinn, noch ein Freiloos unentgeltlich zur folgenden Ziehung in klingcndcr Münze auöbezahlk, während dem die Einlagen in öfter!׳. Banknoten entrichtet werden können. Eine ganze Original-Obligation kostet fl. 8 öst. Währ. Eine Halbe ״ 4 ״ ״ ״ ״ ., Eine Viertel ״ ״ 2 ״ ״ ״ ״ Wegen pünkllicher Auslieferung der Gewinne, so wie der betreffenden Freiloose beliebe mau sich nur direkt an das amtlich konzessionirte Hanpt-Bureau des Unterzeichneten zu wenden. ZicliniMlillen erfolijcu nach der Ziehung unenlgcstsich. CARL HENSLEH 1—4 in Frankfurt a/M., privilrgirtrs Crntral - Loose - Depot. Leipzig, üoiiimislions-vcrlag von Fra») Wagner. Ein halber Bogen Beilage. Szegedin, Selbstverlag der Uedalrllon. Druck von Sigmund Burger in Szegedin.