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Ben Chananja · 1862-10-23 · 41 (23.10.1862) · p. Seite 350

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Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
41 (23.10.1862)
Date
1862-10-23
Page
Seite 350 (sequence 6)
Language
German
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theile». Denn die preußische Jndcnheit, welche in bürgerlicher Beziehung jede Trennung und Absonderung von der staatlichen Bevölkerung entschieden von sich weist und nur die religiösen Angelegeliheiten in den Kreis ihrer Thätigkcit zieht, Hut eben als ReligionSgcsellschaft ein solches Sonderintercsse und zwar durch die Verwaltung ihrer zum Theil unverkennbar religiösen, zum Theil aus den religiösen LebcnSanschauungcn hervorgcgangencu Institute. Namentlich ist cs unsere Gemcinde, welcher cS obliegt, nicht in isolirtcr Abgcschlostcnhcit zu verharren, sondern nach Innen und Außen hin ein wahres Zcugniß ihres Schaffens und Wirkens zu geben. und sie verschafft sich auch von den Schwcftergcineindcn zur Wahrung und Förderung der eigenen Angelegenheiten sorgfältige Kcnntniß. Die Nothwcudigkcit entsteht dadurch, lndcm die Gesetzgebung durch einheitliche Norschriftcn eine Gleichmäßigkeit in der Administration des jüd. GeincindclcbcnS anstrebt. ohne jedoch in dieselbe sich mehr cinmischen zn wollen, als nur zur Nnsrecht- Haltung eines geregelten Geschäftsganges nothwcndig ist. Bon diesen! Gedanken sollen meine Briefe durchdrungen sein, denn sic sollen ein treues Bild von der inner» und äußern Gestaltung unseres GeuieindelebcnS geben und das Wichtigste von der gedeihlichen Entwlckelung und Fortbildung unserer Geuieindezuständc ansuhrcn. Ich werde zuerst die Anstalten und Institute, welche in hics. Gemeinde cristiren, vorsührcn und bei wichtigeren etwas länger verweilen. Nach der letzten im Jänner abgehaltenen BolkSzählung befinden sich in Berlin 18,220 jüd. Seelen. Die Spnagogengemciudc Berlin umfaßt den Stadtbezirk Berlin u. der Stadt Eharlottenblirg nnd mchrercr ländlieher Ortschaften. ES befinden sich darin 1 Hauptnnd 1 Jnterimsynagoge; vom neuen Tempel, der dem äußern Anscheine nach sehr Prachtvoll zu werden scheint, fehlt noch sehr BielcS von den inneren Ränmen. Nächst den beiden vorhcrbcnannlcn Synagogen befinden sich noch 10 Betlokale und 1 Gotteshaus der Nesorm-Gcnoffcnschast. 1 Belltliauiidrasch, 1 Kuabenschulc, 1 Mädchenschule, 2 Neligioiisschnlen, 1 Taluiud-Tora-Jlistitut zur Förderung des Bibel n. Taluintstndiuiiis, l streng vrlhodore Anstalt für Taliiiudstudiuitt 1 KraiikenveipstegiingS-Anstalt für stationäre Kranke und häusliche Behandlung mit einem Inbelfond und einem besonderen Fond für Verpflegung fremder Kranten, 1 AltcrvcrsorgnngS-Anstalt , 1 BeerdiguugS-Anstalt, bic Barn eh Auecbach'sche und Moses Mcndelssohnschc Waisenerziehungs- Anstalt. Ferner zirka l>0 Stiftungen zu verschiedenen wohlthätigen Zwecken. Bon all diesen berichte ich näher mehr.*) H. G. 0. Posen, Okt. Die Anstellung des jüd. LehreS Dr. Jntrofitlöki macht hier großes Aussehen. Die hies. Stadtvcrordncrcn-Bersamuilling stellte letzthin noch einmal den Antrag, den» >üd. Lehrer I., dessen Beschwerde von dem Abgeordneieuhause dem Ministerium zur Berücksichtigung überwiesen ist. eine biniicn Kurzem vakanr wertende Lchrerstelle an der Realschule provisorisch zu übertragen. Dieser Antrag wurde mit allgeinciuem Beifall angenommell und der Schnlkomission zur Borbcrathnng überwiesen. Wie inan hört, ist nnserc städtische Behörde scsi entschlossen, die Angelegenheit wegen definitiver Anstellung des Dr. I. nicht ruhen zu lassen, sondern im Falle das Ministcriuui den Beschluß des Abgeordnetenhauses unberücksichtigt lassen sollte, was nach den Erklärungen des KullilSininlstcrö wahrscheinlich ist. sich aberuialS mit einer Petition an das Abgeordnetenhaus zu wenden. y. Berlin, Ende September. Am 5. September weihte der berühmte Jude und Arzt Wilhelm Hoff sein neues Elabkisscmeut ein. Dem glänzenden Feste folgte die Bekleidung 24 armer Kinder verschiedencr Eonsesfioncn. — Der Prediger Dr. Jastrow ans Warschau weilt gegenwärtig hier. Er wird dem »Rufe nach »Mannheim folgtn. *) Ich bitte ergeh., diese Briese sortsetzen zn wollen. »Red. I!. Kreutzburg (Obcrschlcsien). Oktober. Unsere Gemeinde hat die mehrjährige vakante RabbinatSstckle dem Herrn H. Wasscrtrilling, »ReligionSlehrer in Hotzcnplotz. übertragen. Wir sehen mit Sehnsucht sciiicr Ankunft entgegen. Inland. A. Grosst-Klanifcha, Mitte Okr. Der Vcsprimer Bischof. Ranoldcr, spendete vor Kurzem einen nicht unanschnlicheu Geldbetrag zur Pertbeiliiiig an arme Schulkinder ohne Unterschied der Religion; dagegen hat er das konkordatliche Verbot, nach welchem jüd. Schulen von kathol. Kindern nicht besucht werden dürfen, nenerdings eiligeschärft. Die Nothwenrigkeit dieser Einschärfung von Seiten des bischöflichcn Ordinariates beweist. daß die Leistlingen jüd. Schulen anch von kathol. Eltern anerkannt werden, da eS ihncu sonst nicht in de« Sinn käme. ehre Kinder jüd. Schulen anzuvertraucu. j. Pest, 12. Olt. Die im Wege der fön. Gnade zur Ablcgütig der AdvokaturSprüfung zitgelassenen ifraclitischcn Doktoren der Rechte: »Benedikt Barach, Leopold Brvdi, Julius Fr i cdm an n Adolph Gold st ein, Heinrich Holländer, Ignatz Man uh ei in er, Joseph Pick. Karl Weiser und »Markus »Weiß sind dieser Tage als Advokaten beeidet worden. Ä Brünn, 18. Okt. In Bezug ans d. GroßbccSkcrcker Angelegenheit erlaube ich mir, Ihnen nachstchendcn Erlaß mitzntheilcn, welcher bei uns noch immer in aller Rechtskraft besteht: Abschrift. Nro 12437. Von oer k. k. mähr. Statthalterei. lieber den an das b. Miiiisteriuin für Kultus- und Unterricht erstatteten Bericht in »Betreff der Stellung der Rabbiner zn den deutschisrael. »Bolköschulen ha! Hochdaöselbe nachstehendes zu eröffnen geruht. Die israel. Voltsschltleu in Mahren sind in Gemäßheit der pol. Schulversaßllng 8- 408 bis 477 derselben »Aufsicht nnd Leitung iiiltergeordnet, welcher die katbolischen Bolköschulen unterstehen, wie cs auch durch die bisherige vorschriftsmäßige Uebrrng hinreichend bekannt ist. In Hinblick ans die angcdentelcn Bcstiuiniungen der pol. Schul, versaßllng stehr den »Rabbincn aus diese Schulen nnd die an denselben in gesetzt. Weise aiigestcllten Lehrer keine besondere Einflußnahme zu. »Was den »Religionsilntcrricht der isr. Schuljugend betrifft, so ist es Sache der ift. Kultus gemeinde. welche für diesen Unterricht über- Haupt Mid für ein cn dazu vorschriftsmäßig befähigten Lehrer zu sorgen verpflichtet ist. entweder den Rabbiner, oder ein anderes vollkommen geeignetes Jndividnnm, sonach den Lehrer selbst , mit der Ertheilnng desselben zu betrauen nnd im letzteren Falle zu bcstiinnien, ob und in weicher »Weise der Rabbiner sich an der Ucbcrwachung deö »Rcligionö- Unterrichtes zn belhciligcn habe, voraus sich von selbst ergeben wird, in welches Berhältniß er in dieser Beziehung zu dem bestellten Religionölchrer tritt. Uebrigcns ist bei Feststellung der Religionsstrinden, so wie bei Erkheilmtg ces »ReligioiiSltnlcrrichtcS überhaupt darauf zu sehen, daß die durch die gesetzt. BestintlUllilgen festgesetzte Schnlordiiung weder beeimrächiigl noch gestört werde. »Las ferner das Berhältniß des Lehrers als Israeliten zum Ral'unr anbelaugr, so ist dies keine eigentl. Schulfache: eö darf jedoch vorausgesetzt werden, daß jeder isr. Lehrer schon deö Beispiels wegen, das er rer Jugenv zn geben ,schuldig ist, nicht unterlassen werde, dem »Rabbiner die ihm gebührende Achtung zn beweisen. Brünn, ten 0. »Mal l857. Der Statthalter, Lazansky w. p. Aus »?Kahren, 12. Oft. Ocffentliche Blätter melden: Jic der Luna goge; ir Eisgrub ereignete sich kürzlich ein Borfall,

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