Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 5 (1862)
- Issue
- 36 (5.9.1862)
- Date
- 1862-09-05
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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s) egrdi», de« 5. September 1862. Nr. 36. Wsch Cfhanmtja. r zÄdßsche The MlnpLr JakWang. 4)era115ge6er uni) Maftleur: L. Löw, Ußerraßßtncr zu ßzegediu. Zedrn Freitag erscheint ein ganzer Bogen. Pranumcrationsprcls: Ganzjährig 7 fl.. halbjährig 3 fl. 50 kr., viereljährig 2 fl. östekr. Währ. Man abonnirt bei allen Postämtern und Buch- Handlungen des Zn- und Auslandes. Manuskripte find an die Redaktion zu senden. Inserate sind an die Redaktion in Szegedin oder an Hrn. Franz Wagner in Leipzig zu senden. Die zweispaltige Petitzeile wird mit 10 Nkr. — 2 Sgr. berechnet. Inhalt. Sammlungen und Spenden s. d. verunglückten Belgrader. — Eherechtliche Studien. — Replik. Von M. Heß. — Korrespondenr. Ausland: Berlin, Paris, Berlin. Inland: lUunkües, Temcüvar. Fnntkirchen. — Literarische Anzeigen: Jellineks Predigten. Bespr. v Dr- Duschak. — Inserate. 311 ilugefegculjeü Der Mgtafter ~ > XIV. Neuerdings spendeten: Die Gemeinde in Frankfurt am Main 804 fl. 35 kr., die Gemeinde in Zombor 20 fl., die Gemeinde in Bielitz 37 fl. 50 kr. Lherechttiche Studien. 11. Die Mischehe. D. Erinnerungen aus der Mosaischen und nachmosaischen Zeit. lFortsetzung.') c. Das babilonische Eril und die darauf folgenden Zeiten. Palästina blieb, wie Bertheau mit Recht aus den Quellen schließt, ף auch während des babilonischen Erils ein im Ganzen stark bevölkertes Land. Auch d. benachbarten Völkerschaften waren daselbst stark vertreten, und die verschiedenen Nationalitäten lebten in Frieden neben einander. Die chaldäischen Eroberer hatten nicht nur das Staatswesen der Juden, sondern auch das ihrer Nachbarn zu Boden geworfen. Durch gemeinschaftliches Unglück werden aber nicht nur einzelne Individuen, sondern auch ganze Nationen einander näher gebracht. Die nationelle Scheidewand zwischeu den verschiedenen Einwohnern Palästina's mußte während der Dauer des babilonischen Erils immer mehr schwinden., wodurch die Epigamie unter den verschiedenen Stämmen begünstiget wurde. Die bisher wenig berücksichtigten Kultusverhältnisse jener Zeit konnten der Erweiterung der epigamischen Grenzen kaum hinderlich sein. In der alten Welt war das kultuelle Leben viel enger mit dem politischen Leben verbunden, als dies in der modernen Welt der Fall ist. Mit den Thronen der von Nebukadnezar unterjochten Völker sanken wol zumeist auch ihre Altäre. Weder nationelle, noch religiöse Motive hielten also die im Lande der Väter zurückgebliebenen Juden ab, sich mit ihren ethnischen Nachbarn zu verschwägern. Auch hatte bei ersteren selbst, wie der nationelle, so auch der religiöse Eifer bedeutend abgenommen. Denn während unmittelbar nach der Zerstöruug Jernsalem's und des Tempels der fromme Eifer nicht ruhte, bis ein Altar errichtet war, so daß schon zwei Monate nach der Katastrofe selbst aus vormals efraimitischen Städten, ans Sichem, Schilo und Samarien achtzig Männer nach Jerusalem pilgerten, um daselbst zu opfern/) fanden die aus Babilon heimkehrenden Exulanten bei ihrer Ankunst in Jerusalem keinen Altar mehr vor. 4) Düse Erschlaffung des nationellen und religiösen Geistes kann nicht auffallen, wenn man erwägt, daß nach der Ermordung Gedalia'ö und der Auswanderung Jeremia's und Barnch's kaum eine einzige hervorragende Persönlichkeit im h. Lande zurückblieb, und der Unwissenheit und dem Jndifferentismnö Thür und Thor geöffnet war. Solchergestalt war im Heimatlande Jsrael's alle nationelle und religiöse Energie geschwunden, und die erschlaffte, herabgekommene jüdische Be- 43457