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Ben Chananja · 1862-08-15 · 33 (15.8.1862) · p. Seite 284

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
33 (15.8.1862)
Date
1862-08-15
Page
Seite 284 (sequence 8)
Language
German
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284 und gilt nur für einen Theil, es bleibt immer nur Stück- und Bruchwerk und es fehlt ihm wie dem Bruche immer noch ein Theil damit es ganz und Eins werde! Wir haben früher von einer Zer stücke lug und Zersetzung der Gemeinde gesprochen und wir haben beide Ausdrücke mit Bedacht gewählt: bei unseren gegenwärtigen Zuständen kann es nicht fehlen, daß auf die Zerstückelung auch eine Zersetzung folgt, daß diese früher gelobte Ncbereinstimmung heute morgen ihren Riß bekömmt; wird Trennung und Sonderung zum System erhoben, dann ist auch die Zeit nicht ferne, wo sich die Modernsten unter den Modernen zu einer eigenen Corporation zusammenthun und eine eigene Genossenschüft bilden werden. Man abhorrirt hier nichts so sehr, als eine Reformgenoffcnschast nach dem Vorbilde einiger deutschen Städte, und doch wird nirgends einer solchen Genosscnschast reger in die Hände gegearbeitet, doch wird nirgends für eine Ultra-Reform so sorgsam ein Boden bereitet, als eben bei uns; das will Wohl Rapoport sagen, wenn er sich gegen diese Synagogenwirthschaft so sehr sträubt! Wir wissen es, was man uns von verwaltender Seite her wohl antworten könnte: Haben wir diesen Zustand geschaffen? haben wir ihn nicht ererbt? WaS soll mit den bestehenden Synagogen geschehen? sollen sie alle oder zum größere» Thcilc ausgelassen werden? das wäre eine Maßregel die auf unüberwindliche Hindernisse träfe, so etwas wollen und versuchen hieße die Fackel der Zwietracht in die friedliche Gemeinde schleudern!... (Schluß folgt.) Literarische Än)rigen. Neueste Predigten. 1. Die Vorbereitung zum Abschied. B. Stein. Frankfurt am M. Anffarth 1862. 8. 27. 2. Das Talge bet. Don Oppenhein. Wien. Schloßberg. 1862. 8. 26. Nr. 1. ist der Anfang dcS homil. Schwanengesangs Stein'S, vorausgesetzt, daß keine deutsche Gemeinde streben wird, den bisherigen Frankfurter Rabbiner, der zu den ersten jüd. Predigern unserer Zeit gehört, für ihre Kanzel zu gewinnen. St.'S Rücktritt vom Amte ist ein nicht genug zu beklagendes Ereigniß. Selbst wenn er im Punkte der seinen Rücktritt veranlassenden Dienstinstrnktion Unrecht haben würde, was sicherlich nicht d. Fall ist, hätte der Vorstand Stein gegenüber milder verfahren, und nicht auf die Durchführung der Instruktion dringen sollen. Die vorliegende Predigt ist schon als bedeutsamer Beitrag zur jüd. Zeitgeschichte von nicht geringer Interesse; dieses Interesse wird aber durch die meisterhafte Gewandheit erhöht, mir welcher der verehrte Redner einen scheinbar ganz fern liegenden Text (1 M. 48, 15. 16) zu seinem Zwecke zn benützen versteht. Am Schluffe s. Pred. kündigt der Redner au, daß er eine höhere Töchterschule in Frankfurt eröffnen werde. Das Programm dieser Anstalt ist bereits erschienen. Unsere besten Segenswünsche begleiten den hochbegabten, um die Sache des Fortschrittes der deutschen Juden viclvcrdienten Vrf. auf seine neue Bahn. Nr. 2. enthält zwei von sehr geläutertem Geschmacke zeugende Predigten eines jungen Rabbiuen in Mähren. Eö ist erfreulich wahrzunehmen, daß sich neben den romantischen Eitravaganzen auch eine edle Einfachheit auf der jüd. Kanzel Bahn bricht. Wir zollen dem hoffnungsvollen Vrf. unsere aufrichtige Anerkennung. Die ״iSraeli« tische Synagoge" aus d. Titelbl. hat uns sehr befremdet. Replik. Nro 31 d. Bl. bestreitet Hr. PineleS die von mir (S. 223) ausgestellte Behauptung, ״daß man (kurz nach Maim. in Zeiten Juda Alfachar'S) Alles von der Schrift und nichts von der bloßen Forschung abhängig sein lassen wollte." Ich hatte als Beleg hiezu Raschi zu Mischna Synh. Cap. 10, 1. angeführt. Hierauf sagt H. P.: ״Ich meinerseits stellte diese Behauptung gänzlich in Abrede. Was die Stelle in Nascht betrifft, beliebe Herr De. Sch. in der Randglosse der Talmudansgaben gef. nachznschlage», daß bereits N. Beer Eilenbürg in ב״ש dieselbe für ein Einschiebsel erklärte." Allein die Randglosse des R. Beer Eilenbnrg bezieht sich, meinem Dafürhalten nach, bloS auf die in unfern Talmudausgaben weiter folgenden Worte Raschi's: הואיל ועוקר שיש תחיית המתים מן התורה מה לנו ולאמונתו וכי מהיכן הוא יורע שכן הוא וכו׳• Zum Beweise dessei! find׳.n sich diese letzter» Worte in den Piskc Rosch mit Nichten. Ebenso sind dieselben in dem den Alfasi beigcgeben Rischikommcntare nicht zu finden. Da sich'S iudeß hier um eine wichtige theologische Prinzipienfrage handelt, so werde ich mir erlauben, Herrn PineleS zn bemerken, daß nicht erst 120 ר״י כעל מורים Jahre nach Maimuni, sondern daß schon Maim. selber mit der von mir vorgebrachten Behauptung vollkommen übercinstimmte, wie aus Mel. 8, 11. unwidersprechlich erhellt. Zu meinen Worten S. 223 will ich hier noch hinzusügen, daß nicht nur Al fach a r Maimuni bekämpfte, weil dieser sagte, nicht das Bibelwort sei eö, das ihn zwinge, eine Schöpfung aus Nichts anzunehmen, da er das Bibelwort allegorisch hätte umdeuten können — auch Spinoza (Tract. theol. ed. Paulus p. 271) beruft sich namentlich auf diese Stelle, um Maimuni'ö JnterpretationSweise bloSznstcllen. - Proßnitz. Dr. A. Schmiedl. Inserate. Konkurs. 12-־ In der israel. Kultusgemeinde Lnndenburg ist die Stelle eines Rabbiners und Predigers mit dem jährlichen fircn Gehalte von 700 st. ö. W., freier Wohnung und Emolumente» zu besetze». Bewerber wollen ihre mit Belegen über Befähigung und bishe« rige Verwendung versehenen Gesuche bis längstens 1. September l. I. portofrei an den gefertigten Vorstand cittsenden. Nnerläßliche Bedingung ist der Nachweis über zurückgelegte philosophische Studien, so wie ein erlangter akademischer Grad Vorzugsweise Berücksichtigung finden würde. Lnndenburg in Mähren, den 30. Juli 1862. Der G e m e i n d e v o r st a n d. Konkurs. 1-3 Zur Besetzung der Gehilsen-Stelle für die Vorbereitungs-Klasse der isr. Hauptschule zu Stuhlweißenburg. Jährlicher Gehalt 400 fl. ö. W. Die in ungarischer Sprache verfaßten Gesuche und Zeugniße über Hauptschullehrers Befähigung und moralisches Betragen, find bis lösten September 1862 einzuscndeu an den isr. Kultusgemeinde Vorstand z» Stuhlweißenburg. Szegediit, Leipzig, Selbstverlag der Uctmltticm. Aoiiimissions.Verlag von Frau; Wagner. Druck von Sigmund Burger in Siegeln»

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