Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 5 (1862)
- Issue
- 32 (8.8.1862)
- Date
- 1862-08-08
- Page
- Seite 276 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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276 wurde aber die Berufung ohue alles und jedes Verständniß der Verhältnisse cingeleitet. Die frühere jüd. Repräsentanz war der politischen LandcSrepräsentanz uachgebildet, indem bei der untern Tafel die Comitate und königl. Freistädtc von je 2 Ablcgaten vertreten waren. Durch den 5. Gesetzartikel des I. 1848. 5. wurde diese erclusive Repräsentanz der privilcgirten Klassen aufgehoben, und an deren Stelle eine wahre Volksvertretung nach der Seelenzahl gesetzt. Die jüdische Berufung v. I. 1861 nahm jedoch davon keine Notiz, und hielt seltsamer Weise an der alten Eintheilung in Komitate und Freistädte fest. Die Repräsentanz würde mithin eine mangelhafte gewesen sein, wenn alle berufenen Repräsentanten auch erschienen wären. Eö sind aber nicht alle erschieneu; ja die Mehrzahl der ung. Juden war bei der Versammlung nicht vortretcn. Die vierte Epoche der ung. jüd. Repräsentanz harret daher noch ihres Anfanges. Einsichtsvolle und erfahrene Männer sollten eö für ihre Aufgabe arischen, einen Modus auSzuarbeiten, nach welchem auf Grundlage der Bevölkcrungsvcrhältnisse eine nicht scheinbare und illusorische, sondern eine wirkliche und wabrhastige Repräsentanz der jüd. Gemeinden in Ungarn zu Staude gebracht werden könnte. Dieser Modus sollte dieser ersten Versammlung zur Berathung und etwaigen Modifikation vorgelegt werde». Ist Alles dies auf gesetzlichem Wege geschehen, und ersrent sich das ung. Israel einer legalen Nepräseutanz, dann beginnt für^ dasselbe eine neue Aera, welche die zu lösenden Aufgaben auf eine den ung. Juden und dem ung. Vatcrlande gleich heilsame Weise lösen wird. Und dazu gebe Gott den einsichtsvollen jüd. Männern in Ungarn Ausdauer und Beharrlichkeit! Literarische Än^eigen. Scholien zum babyl. Talmud 2. Heft Sabbat. Herausgegeben v. I. Wisner KrciSr. zu Nachod. (Schluß.) S. 32. zu ק״פ שכה zeihet der Scholiast den Taluiud einer chronologischen Ungcnanigkeit; denn sollte unter סשטהמ׳ die Herrschast der Römer über Palästina verstanden sein, so wäre dies nicht 180, sondern kaum 140 I. v. d. Z. d. T.; sollte aber hier bloö die Rede von dem Bündnisse Simons mit Rom sein, so wäre das mehr als 200 I. vor d. Tempelstörung. Eö hat aber Jost Gesch. des Judcnth. B. 2. S. 2. bereits quellenmäßig nachgewieseu, daß der eigentliche Bundstraktat zwischen Juden und Rom erst unter Hyrkan zu Stande kam, und zwar eben übereinstimmend mit den Talmud 180. vor der Zerst. — S. 34. heißt es in den lezten zwei Zeilen nach unten: Auch der Titel Nassi gehört, wie Jost ganz richtig bemerkt, erst einer später» Zeit an. Ich habe vergebens nach dieser Stelle in Jost gesucht und auch nicht die geringste Spur davon gesunden. Meines Wissens hat bis zum Scholiasten noch Niemand in Abrede gestellt, daß das 1מ!1יאור mit den זוגוח noch zur Zeit der Makkabäer begann. S. 00. Wird in einer Anmerkung gegen Frankls Meinung in d. Hodegetik über d. Deputation Nab. Simon'S nach Rom polemisirt. Hier j hätte der Verfasser die über diesen Punkt geschriebenen Abhandlungen j RapoportS in Keren» Ehemed und Jost im Orient nicht so ganz igno- \ Szegedin, Selbstverlag der Redaktion. riren sollen-, überhaupt läßt der Verfasser eine Gegcneingenommenhcit zu Grätz und Frankel durchblicken. die in wissenschaftlichen Forschungen keinen Boden haben sollte. S. 80. über "״מטבע תיקן להם heißt eS: die Erfindung der geprägten Geldes, die den Föniziern zugeschrieben wird, gehet kaum bis zur Zeit der Patriarchen." Das Wort bebeutet aber im talm. Sprachgcbrauche nicht nur Münze, sondern auch Ordnung, so: "״כל המשנה ממטבע שטבעו חכמים und ist nach meinem Dafürhalten d. Sinn der betreffenden Stelle: d. Patriarch hat durch getroffene Einrichtungen und Ordnungen diesen Ort zur polizirten Stadt erhoben. S. 139. zu אשתא בת יומא״ wird dieses Wort als Ephemer« oder kurzer Fieberansall erklärt," welches ganz unrichtig ist; das vorliegende Wort bedeutet nichts, als das tägliche Fieber. Zur S. 269 über נופו קיים ונש׳ עולה ומרדת wäre auch die Stelle Jernsch. M. Kalan: כל תלתא י וחין נס שא טייטא על גופא am Orte gewesen, die der Verfasser nicht unangeführt hätte lassen sollen. lieber den Inhalt nachstehender Scholien habe ich dem Vcrsasscr der: .כבד קרמוך אהה zuzurufcn, nehmlich: S. 36. über שלציון — Salome Alcrandra schon Grätz Gesch. B. 3. S. 55; über ההיא המתא schon bei Sachs Beiträge 50.; S. 113 über die zu s. 55. b׳ angeführten Rechtfertigungen schon ein Oriente Literaturblatt v. I. 47.; S. 162. über על אנשי השרון schon im Maarich V. Lonsano. S. 194 über א״ת ב״ש schon im Orient ibid. Ich schließe für diesmal mit dem wiederholten Wunsche, Hr. KrciSrabbinei Wisner möge auf der betretenen Bahn fortsahren, den Freunden der jüdisch-theologischer Wissenschaft seine Gaben zu bieten, diese werden sie gewiß immer mit Freude und Dank empfangen u. zu jeder Zeit herzlich willkommen heißen. Rabb. M. Fein. M L s z e U e tu XIII. In Bezug aus das, was der gelehrte und geistreiche Dukeö Nr. 25. S. 246. d. Bl. von dem Raben anführt, dürfte an die Legende d. Raben des h. Meinrad zu erinnern sein, deren Inhalt mit den von Schiller bearbeiteten Kranichen des JbykuS verwandt ist. In Boner's Edelsteine Fab. 61. findet sich eine ähnliche Sage: ״Von einem Juden und einem Mörder. Von Oeffnungen des Mordes." Einem Juden, der den König um Geleit durch einen Wald bittet, gibt dieser seinen Schenken mit. ״Der Jude trug unmaße Vil goldes ans der selben vart." Des Schenken Absicht, ihn zu erschlagen, bemerkend, prosezeit der Jude: E nb cs wurd verschwigen gar, Diu vogcl machtenS ossenbar, Die hin fliegen!, sawir Got! Das bucht den schenken gar ein spot. Do er das schwer! hat US gezogen, Und in wold flau, do kam geflogen Ein rephnn US den hursten dar. Do sprach der schenke: Jude, nim war! Den tot, den ich dir mi an tnn Den wird offende das rephnn. Der Schenke erschlägt den Juden. Später muß er dem Könige einmal Rebhühner austragcn und kann sich dabei eines spöttischen Lächelnö über die Profezeumg des Juden nicht erwehren. Der König bemerkt es und fragt um die Ursache; jener geräth in Verwirrung, gesteht und wird erhängt. — Berlin. Dr. Pinkas. Leipzig, Loinmisstoiis Vertag von Franz Wagner. Druck von Sigmund Burger in Szegedin.