Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 5 (1862)
- Issue
- 31 (1.8.1862)
- Date
- 1862-08-01
- Page
- Seite 268 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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268 die berufenen und erschienenen israelitischen Deputirten sich zur jährlichen Entrichtung einer Summe von 20000 fl. verpflichtet haben (Löw, in Bnsch'S Jahrb. a. a. £).)." Seitdem kamen nun die ״Deputirten" von Zeit zu Zeit in Angelegenheit der Tolcranztarc zusammen, was um so nothwendiger war, als diese Skener von Zeit zu Zeit erhöht wurde, wodurch neue Umlagen nothwendig gemacht wurden: dreißig Jahre nach deren Einführung war die Tolcranztarc schon ans das Vierfache ihres ursprünglichen Betrages gestiegen! Da die neue Repräsentanz der ungarischen Juden einer Kalamität ihr Dasein verdankte, nnd die Deputirten keine wichtigere Ansgäbe kannten, als auf die Schultern ihres Bezirkes eine möglichst kleine Quote der Tolcranzsteuer legen zu lassen; so wäre eine Vercinigung zn anderen Bestrebungen kaum zu Stande gekommen, wenn die damaligen ung.-jüdischen Bildungszustände eine solche begünstiget hatten. Sie haben aber die Vereinigung nichtsweniger als begünstiget! (Schluß folgt.) Literarische Änzeigen. Bolh-KL. Ehrentempel verdienter ung. Israeliten. Von Jgn. Reich, Lehrer d. hebr. und ung. Faches a» die isr. Normalhauptschule in Pest. 4. Hst. Mit 2 Portraitö (Zipser und Sonnenthal). Pest, 1862. Druck v. Al. Bucsänszky. Gr. 8. 92. Das vorliegende Heft bringt: 1. Dr. Zipser, Rabbi, thcol. Schriftsteller2. Dr. Mandl, Ritter d. Ehrenlegion; 3. Sonnenthal Hofschauspielcr; Mantsch, Gründer d. 1. isr. Taubst. Inst, in Ung.; Rosenthal Eliaö, Deput. d. ״großen Aßifah" im I. 1790; Friedmann Jgn. Enziklopädist. — Der dritte Theil d. Hfkcö (1—31) ist dem grundgelehrten, charakterfesten, edlen Zipser (geb. 14. Aug. 1815) gewidmet. Der Hr. Vrs. laßt diesen, vielgeprüften Vorkämpfer des Fortschrittes Gerechtigkeit widerfahren; nur hätten wir gewünscht, daß er dessen theologische Richtung und dessen Verhältniß zn den Bestrebungen der Zeit charakterisirt hätte. Zn den Denunziationögeschichten haben wir Folgendes hinznfügen. Die Verehrer Z.'S in Stuhlwcißenburg gaben dessen Portrait heraus (1858). Hierauf folgte die Denuuziatio», Z. habe sich im Ornate eines Domherrn abuehmcn lassen, und — das Bild wurde konfiözirt. Ich erfuhr dies erst nachdem ich das Gutachten über die Amtstracht der Nabbinrn (7. Juni 1858) abgegeben hatte (B. Chan. 2. 92 — 115). Das Gutachten wurde mir, wie ich ebenfalls erst später iu Erfahrung brachte, in Folge dieser Konsiskatiou abgefordert; das Bild wurde, nachdem das Gutachten eingelaufeu und geprüft worden war, wieder freigegeben. — Dr. Mandl hätte seine Karriöre in Paris jedenfalls auch als Jude machen tonnen; wie uns berichtet wird, hat er aber dieselbe nicht als Jude gemacht. Dagegen verdient Sonnenthal in vollem Maße seinen Ehrenplatz. Die Unterst,,- tzung der Hinterbliebenen Mauksch'S (S. 70) ״löge unseren Lesern angelegentlich empfohlen sein. Höchst interessant ist ״Roscnthal Eliah" (71 -91) wegen der mitgetheilten Petition und der Briefe R.'S. Der Vrs. hat sich durch diese Mittheilungen ein wahres Verdienst um die neuere Geschichte der Juden in Ungar״ erworben. Den Schluß bildet eine biografische Skizze des früh verstorbenen Friedman״, zu dessen Gedächtniß der Drf. einen Verein zu gründen wünscht. Wir empfehlen das schön auSgcstattetc Heft unscrcn Lesern als eine unterhaltende und instruktive Lektüre. Das Unternehmen des Hru. Vrs. verdient von allen gebildeten ung. Israeliten unterstützt zu werden. Scholien zum babyl. Talmud 2. Heft Sabbat. HerauSgegcben v. I. Wisner KrciSr. zu Nachod. Als ich in Nro 21 dieser Blätter dieses Werk anpricö, hatte ich'S bloS einmal kursorisch durchgclcscn; sciidem machte ich'S auch ftatarisch durch. Ward dadurch etwa der erste günstige Eindruck, wie dies zu geschehen pflegt, geschwächt? Wurde lch seitdem eines Andern bclehrt? Keineswegs! Nach wie vor halte ich mich von der Vortrefflichkeit desselben überhaupt, nnd fühle mich durchaus nicht bewogen, mein über dessen Werth günstig gefälltes Urtheil zurückzuuehmen. Nachdem ich jedoch, wie ich'S in der genannten Nro versprach, an die detailirten Besprechung desselben gehe, nnd bei solcher die Pflicht einer unbefangenen und unpartheiischcii Kritik es erheischt nicht bloS die Licht-, sondern auch die Schattenseiten des zu besprechenden Werkes hervorzuheb.״, so mögen nachstehende Ausstellungen hier ihre Stelle finden. S. 21—27. rückt der Scholiast die EntstehungSzeit den יה״דבר gegen Grätz, der sie in die letzten vier Jahre v. d. Tcmpelzerstörung setzt bis auf Hcrodes hinans; Grätz begründet aber seine Ansicht durch 5 ziemlich starke Beweise, diesen hätte der Verfasser vor Aufstellung einer abweichenden Meinung widerlegen müssen, welches jedoch nicht geschah. Und worauf stützt er seine Annahme? Einzig u»d allein die Voraitssctzuiig, daß die 18. Verordniiugen den Doppelzweck hatten, Juden von Heiden und Farisäcr von der Masse des Volkes abzusondern, bestimmen ihn a»nehmen zu müssen, daß keine andere Zeit als die des Hcrodes ein solches Bestreben hätte veranlassen können. Es ist aber diese Voranssetzung keineswegs derart sicher gestellt, daß sic sich zur Grundlage eines neuen Baues eignen sollte. Gehörte ja nach Sabbat. 17. 2. auch das נותן בי□ לגברי zu den 18. Verordnungen, eine Bestimmung, auf die sich weder Absonderung v. Heiden noch v. Farisäern als Motiv anwenden läßt. (Schluß folgt.) Miszellen. XII. Oben S. 223. sagt Dr. Schmied!: ״Wollte man doch damals im Gegentheil Alles von der Schrift nnd nichts von der bloßen Forschniig abhängig sein lassen. Vgl. z. B. Raschi zn Mischna Synh. Cap. 10,1: אפילו יהא מודה ומאמין שיהיו המתים אלא דלא רמיזא באורייתא כופר הוא." Ich aber stelle meinerseits nun diese Bchauptung gänzlich in Abrede. Was die Stelle in Raschi betrifft, beliebe Herr Dr. Sch. in der Randglosse der Talmudauögabc״ gef. nachzuschlagen, daß bereits R. Beer Eilenburg in ב״ש dieselbe für ein Eiuschicbsel erklärte; selbst der ראש wußte nichts davon, erst indessen ׳פסקים die wie bekannt sein Sohn ר״י בעל מורים verfaßte. kommt diese dem Buchstaben übertrieben huldigende Behauptung vor, derselbe hat aber 120 Jahre nach Main,, gelebt. — Galatz. H. M. Pincles. Szegedin, Selbstverlag der tledaktlon. Leipzig, Loinmissions-Vcrlag von Frau; Wagner. Sigmund Burger in Szegedin.