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Ben Chananja · 1862-07-04 · 27 (4.7.1862) · p. Seite 228

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Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
27 (4.7.1862)
Date
1862-07-04
Page
Seite 228 (sequence 2)
Language
German
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pfangen, und haben in Berücksichtigung der uns geschilderten großen Noth unserer Glaubenöbrüder zn deren Gunsten Sammlungen veranstaltet. Zur Deckung der dringendsten Noth beeilen wir uns hiemit st. 50, behufs Vertheilung an die Unglücklichen anzufalten, ,vcitere Beiträge werden wir je nach Einfließen derselben einsenden. Indem wir schließlich dem Comito zu dessen Menschenfreundlichem Wirken den besten Erfolg wünschen, zeichnen wir mit dem Ausdruck unserer vollsten Hochachtung. — Szegedin, 30. Juni 1862.—Der Vorstand der Szegediner isr. Eultuö-Gemeinde Sam. Baurberger in. p. III. Schreiben des Hrn. Gezirksrabb. D. L. Straßer in Kula an den ^redakteur des ״B. CH." Geehrtester Herr AmtSbruder! In Folge der Belgrader Ereignisse haben sich fast alle dortigen Juden gcnöthiget gesehen, die Flucht zu ergreifen, und mit Zurücklassung von Hab und Gut, das der Plünderung anheimfiel, in der Fremde Rettung zu suchen. In meiner Gemeinde haben bis heule fünfzehn Belgrader Juden Aufnahme gefunden. Ihre Schilderung von dem Elende, dem die Mehrzahl der Belgrader Gemeinde prciögegeben wurde, ist wirklich Schauder erregend,» und sind Ihnen hierüber wol auch auderweitige Nachrichten zugekommen. Um nun den Bedrängten Unterstützung zn verschaffen, dürfte es zweckmäßig sein, zu Gunsten derselben im ״Ben Ehananja" einen Ausruf zu veröffentlichen, und die Gründung von Hilfs-Comitt.׳'ö zu empfehlen. Die Hilfe muß schnell kommen, da die Noth unbeschreiblich groß ist. Früher wohlhabende Kausteute erklären in ihren, diese Tage hier eingelaufenen Briefen, daß sie bereit sind, in den Taglohn zu gehen, um sich und Weib und Kind vom Hnugertode zs retten. Der vielbewährte jüdische WohllhätigkeitSsinn wird sich gewiß auch bei dieser Gelegenheit ans eine gottgefällige Weise bewähre». — Kula, 29. Juni 1862. IV. Schreiben des isr. Lokalschutendnektors Hrn. A. Kohn in Temesvar an den Ned. d. B. CH. In Folge der jüngsten traurigen Ereignisse in Belgrad sind viele unserer Glaubensgenossen daselbst im wahren Sinne des Wortes zu Bettlern geworden, indem sie durch Plünderung ihr gesammtes Habe verloren. Zahlreiche Familien sind über die Gränze gekommen und irren obdachlos und von allen Mitteln entblößt umher. Bereits sind von Seite des hiesige,! Gemeindevorstandes und ber hier bestehenden Wohlthätigkeits-Jnstitute Anstalten getroffen worden, das Elend so viel als möglich zu mildern, und eS steht zn erwarten, daß auch die benachbarten kleinen isr. Gemeinden nicht Zurückbleiben werden. Wir sind aber auch überzeugt, daß sämmtliche Gemeinden unseres theuern VaterlandeS diesem Beispiele folgen und ihr Schärflein zur Verbesserung der Lage unserer unglücklichen Mitbrüder aus Serbien beitragen würden, wenn die Anregung hiezu von irgend einer Seite gegeben wird. ר7זנ*ני׳ וגוב?לי הסדי׳ war ja von je her unser Titel und Ehrennahme. Sie, hochw. Herr Redakteur, haben schon sehr oft Ihre gewichlige Stimme erhoben, wo eS galt, Handlungen der Humanität und der Mildchätigkeit auch außerhalb dein Kreise Ihrer Gemeinde anzuregen, und ist dies ja auch eine der edlen Aufgaben, die sich Ihr gesch. Blatt von Anfang an gestellt hat. Gewiß wird dasselbe auch jetzt dieser Aufgabe genau Nachkommen und alles aufbieten um das Elend der hartbedrängten Belgrader Israeliten seinen Lesern ans Herz zu legen und mit warmen eiudringenden Worten für dessen Milderung wirken. — Temesvar, 30. Juni 1862. V. Schreiben des Redakteurs d. ״B. CH." an den Hrn. Leon Nord mann, Sekretärs-Adjunkten der Alliance Israelite in Paris. Verehrter Herr! Abermals wird das gebildete Europa ein Stück mittelalterlicher Geschichte mit Entsetzen vernehmen. Der Schlag, ,velchen die jüdische Gemeinde in Belgrad in Serbien getroffen, ist furchtbar. Die Alliance Israelin׳ wird sich ohne Zweifel verpflichtet und berufen fühlen, ihrer Mission und Ausgabe getreu, den bedrängten, schwer geprüften Brüdern zu Hilfe zu eilen. Db der gegenwärtige Augenblick geeignet sei, die Sache der unglücklichen jüdischen Familien bei der serbischen Negierung mit Aussicht aus Erfolg zu befürworten, mögen die einsichtsvollen Leiter Ihres ehrenwehrthen Vereins entscheiden. Dringende Nothw endigkeit ist es aber, zur Unterstützung der nahrungs- und obdachlosen Familien augenblicklich Geldsammlungen zu veranstalten, und die eingelaufenen Beträge durch das bereits bestehende Komitv zu Semlin an die Nvthleideuden vertheilen zu lassen. Die Hände welche sich vor zwei Jahren für die Sirischen Christen öffneten, werden sicherlich den Serbischen Inden nicht verschlossen bleiben. Szegedin, 1. Juli 1862. Es ist wol nicht nöthig, die Linderung des harten Geschickes unserer Belgrader Brüder noch besonders der Theilnahme unserer Leser zu empfehlen. Jeder von ihnen weiß: wer bald gibt, gibt zweifach. Wer Gottgefälliges thlin will, muß es warm tbun. Ehe daher das Herz,

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