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Ben Chananja · 1862-06-13 · 24 (13.6.1862) · p. Seite 210

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
24 (13.6.1862)
Date
1862-06-13
Page
Seite 210 (sequence 8)
Language
German
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210 unterliegt feinem Zweifel. Wie ich höre, würde der hies. Gemeinde- Vorstand jetzt geneigter als je sei», an einer allgemeinen KultuSordnung mit zu arbeiten, vorausgesetzt, daß er von dem Pester zuvördert zu einer konfidentiellen Besprechung eingeladen würde. Im Interesse der so hochwichtigen Angelegenheit sollten die Pester Borsteher nicht unterlassen, den ersten Schritt zu thun. A Aus dem Waagthale. Schon längst war es unsere Absicht. Ihnen einen Bericht aus unserer Gegend. insbesondere über unsere Schulverhältnisse—znfommen zn lassen, doch wurde» wir immer durch verschiedene Ursachen von unserem Vorhaben abgehalten. Aber jetzt dürfen wir nicht mehr verschieben, denn ״es ist Zeit zu schweigen und Zeit zn reden." Und von diesem Ausspruch Notiz zu nehmen׳ wurden wir durch die jüngst in Pest abgehaltenen Konferenzen eines TheileS der jüdischen Lehren Ungarns — bei welchen auch einige Rabbiner und einige Schulvorstands-Mitglieder anwesend waren — veranlaßt, u. dieß um so mehr, als nnseres Wissens sehr wenige Schule» aus dem Waagthale. und aus der slowakischen Gegend überhanpt, vertreten waren. Durch längeres Schweigen konnten wir in die etwas nnangenehme Lage kommen, unsere Existenz von gewisser Seite negirt zu se- Heu; daher rufen wir vor allem mit Cartesius: cogifaraus, ergo suraus! um »ns vor der Zumuthung der NichteristenS zu verwahren, u. sodann wollen wir sagen: quid cogitainus. Also vor allem einen sehr furzen Bericht über unsere Schulverhältnisse. WaS zunächst Waag-Neustadtl betrifft, so dürfte unsere Schule nicht nur zu den besten in der slowakischen Gegend, sondern auch Ungarns zn zählen sein. Und wie sollte sie nicht? Ein Mann, dessen Name in der gelehrten Welt sich so eines guten Klanges erfreut, daß er nur genannt zu werden braucht. Herr Oberrabbiner Josef Weisse, der schon ein viertel Jahrhundert im Schulfache wirkt, führt die Oberleitung an derselben. DaS Lehrpersonal besteht aus acht Männern, die alle erfahrene Pädagogen und in ihrem Fache tüchtige Lehrer sind, von denen einige akademische Bildung besitzen und auch die gesetzliche Besähignng an Gymnasien und Realschulen zu wirken. Der Lehrer des hebräischen Faches H. Steinitz, würde bei etwas minderer Bescheidenheit weit mehr bekannt sein, als er es ist, und dürfen ihm in seinem Fache wenige Lehrer gleichkommen. Für die ungarische Sprache sind 2 Lehrer angestellt, und seit dieser Zeit — also seil 1'/, Jahren — ist hier das Fachsistem eingesührt. Die Mädchenklassen sind, seit dem vorigen Schuljahre, von denen der Knaben separirt, und wenn auch vor der Hand noch in demselben Gebäude, so ist dieß doch als ein bedentender Fortschritt anzuseheu, und hoffen wir daß selbe noch weiter fortrucken werden. Die letzten Semestralprüsungen bestätigten auch den angegebenen guten Zustand nuferer Schule, wenn es auch kein Echo in den Zeitungen fand. Schließlich sei noch hinzngesügt, daß wir in W. Neustadll ein ausgezeichnet schönes Schulgebäude besitzen, welches eine Zierde der Stadt ansmacht. Und nun will ich den Leser nach dem benachbarten Vvrdü führen. Hier wird es schwer, das Schulgebäude aiiszusinden, und ists gefnnden, so siehtS kaum einer Schule ähnlich, vielmehr eher einem Kerker. Bon Lehrmitteln keine Rede, kaum eine rechte Schul- Tafel. Doch kann ich dem sreundlichen Leser die erfreuliche Bersicherung geben, daß der Geist dieser Schule seinem Körper nicht entspricht, und daß vielmehr die Hauptschule zn Vorbü, die unter der Leitung des Oberlehrers Herrn W. Ochs steht. zu den sehr guten unserer Gegend gezählt werden muß, trotz all der angedeuteten Hindernisse. Auch geht man hier mit dem Gedanken um. das Schulgebäude zu renoviren. Viel setzt hier übrigens H. OchS durch gut gehaltene Reden beim Sabbatgottesdienste, der in der Schule abgehalten wird, durch. Und dieses ist ein großer Vortheil für Schule und Lehrer, wenn letztere zur Gemeinde in irgend welcher unmittelbaren Beziehung stehen. (Frts. s.) K. Rimn-Szombat, 28. Mai. Bei Gelegenheit der Visitation des Superintendenten MtUlai wurde hier ein Bauquette gegeben, zu welchem auch der Rabbiner Meisner geladen war. Derselbe hielt eine mit vielem Beifalle aufgenommene Rede. Der Superintendent und der Pastor Zuckmann sprachen begeistert und begeisternd für wahre Menschenliebe und aufrichtige Brüderlichkeit. Stürmische ühjon'S be gleiteten ihre Reden. E. Temesvar׳,!>. Juni. Die Direktion der jüd. Schule in der Borst. Fabrik ist v. S. d. Statthalterei dem verdienstvollen Direkt tor d. Musterhauptschule Kohn übertragen worden. Großwardein, f). Juni. Sie waren genau unterrichtete der Rabbiner v. Liska ist hier angekommen, und ist von d. Bildung einer Ehaßidäergemeinde die Rede. Nächstens folgt ein ausführlicher Bericht.*) M i s z e l l e n. VI. In diesen Blättern (S. 140) wurde die Ansmerkjamkeit der Le- »er auf ein VerSchen des Jbn ESra gelenkt. Es läßt die dortige Mittheilung noch Raum für Berichtigung. Die zweite Zeile (beide Halbverse) sind dort nicht richtig aufgefaßt. Die Zeile lautet hebräisch עדי הלך הצי לבו וענה הנדוד,) יתרו in wörtlicher deutsche, Prosa würde dieselbe etwa so lauten. ״Bis die Hälfte seines Herzens geschwunden ist, und die Wanderung (נדוד) den Rest desselben niederdrückte." Der Verfasser sprich! in der dritten Person von sich. Die Wanderung (נדוד) ist der unerschöpfliche Stoff, von deneu die Gedichte überfliessen bei den Arabern und bei den maurisch spanischen Juden. Es ist dies eines der stehenden Themata und wir haben darauf bei verschiedenen Gelegenheiten aufmerksam gemacht. Vergl. unter andern unser Schere Schlomo S. l). 92. Wenn man nicht von andern Seiten her manches über die Lebenöschicksale des Jbn Gsra wüßte, so wäre ans diesen Versen nicht viel zu entnehmen. Jbn Eöra hat auch ein Gedicht geschrieben, ansangend: נדוד הסיר אוני ובו׳ welches ßujjatto im KereNl Ehemed irgendwo abgedruckt hat. Auch wir haben dasselbe in einer Orforder Handschrift gesehen. DaS Gedichtchen gehört zur Elasse der ד .תנניה Leopold Duke s. Anmerkungen. ') Das ענה בדרך בהי (Ps. 102, 24) darf als Parallele hier dienen. DaS נדוך־ entspricht dem דרך• Es bezeichnet ~~ nach arabischer Anschaumig -- auch die Leiden der Trennung. ׳') Wir haben auf verschieden Seiten aufmerksam gemacht, daß Alchrisi diesen Ausdruck mit שיר נצמד übersetzt hat. Eap. 33 des Tachkemoni euthält solche Ged. Wir beißen dies jetzt Homonymen. *) Ich bitte sehr darum. Der and. Art. erscheint nächste Woche. Red. Szegedin, ärlbstverlag der Ledaktion. Leipzig, üommissions-vcrlag von Franr Wagner. Druck von Sigmund Burger in Szegedin.

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