Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 5 (1862)
- Issue
- 24 (13.6.1862)
- Date
- 1862-06-13
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Zzcgedin, den 13. 3u11i 1862. ilr. 24. (fhwtmp. für Maische ThesKsHie. Jfünfter Irrlnigrmg. ^)ßruusgelier uuö Mafilcur: L. Ldw, fllierralißiner za 8zegeilin. Zkden Freitag erscheint ein ganzer Bogen. Man abonnirt bei allen Postämtern und Buch- ' Inserate sind an die Redaktion in Szegediu prSnnmerationspreis: bandlnngen des In- und Auslandes. oder au Hrn. Franz Wagner in Leipzig Ganzjährig 7 fl., halbjährig 3 fl. 50 kr..! Nlannslrripkc! zu senden. Die zweispaltige Pclitzeile wird viereljährig 2 fl. ösierr. Währ. sind an die Redaktion zu senden.! mit 10 Nkr. — 2 Sgr. berechnet. Znhttlt. Ehercchtliche Studien. — ^1l Perpetuum memorium. Zur Christenblut-Geschichte. Bon einem Unparteiischen. — Zur Leidensgeschichte d. Talm. Bon Dr. A. Müller. — Knlturgcsch. Aforismcn. Bon L. DnkeS. — Zur Eidesfrage. Von R. Längöfcldcr in WaraSdin. — Korrcspondenz. Ausland: Australien, Vom Kap d. g. Hoffnung, 9tew-J)ork, Paris, Lyon, London, Konstantinopel, Warschau. Inland: Prcßburg, Ans d. Waagthale, Iiima-8r!ombnt, Tcmesvar, Großwardein. — Miszellen. Lherechlliche Stuhien. 11. Die Mischehc. i Fortsetzung?) A. Erinnerungen aus der vormoj'aijchen Zeit?) Die ältesten biblisch-historischen Erinnerungen reden unzweideutig von der Sorgrfalt der Stammväter für die Er- Haltung der Stammeöreinheit. Es wird geflissentlich berichtet, daß Nachor die Milka, die Tochter seines Bruders Haran, zur Frau hatte, u. daß Sara Abrahams Halbschwester war, um hervorznheben, daß d. Stammväter sich innerhalb ihrer Familie rein erhielten, u. die Stammmütter keinem fremden Volksstamme angehörten. Abraham beschwört seinen Hausverwalter, seinem Isaak kein Weib aus den Töchtern Kanaan's zu wählen. Esau's Verbindung mit den Chitäerinnen verursacht seinen Eltern Kummer und Gram; Jakob wird von seinem Vater nachdrücklich vor solchen Verbindungen gewarnt; und seine Söhne weisen die Verbindung mit dem Sichemiten Chamor als Schmach für ihre Familie zurück. Die Aufnahme Joses'S in die Gemeinschaft der Ägyptischen Priester gehörte mit zu seiner Standeöerhöhung, so daß die Kunde davon das Nationalgefühl nicht verletzen konnte. Die ausdrückliche Erwähnung, daß Simon und Juda sich mit Kanaaniterinnen verehelichlen, konstatit die ungetrübte Reinheit der übrigen Stämme; das von Juda abstammende Davidische Königshaus hat nicht die Kanaaniterin zur Stammutter?) In diesen Erinnerungen wird man zunächst ein ethis ch e s Moment zu erblicken geneigt sein, einen ebenso unüberwindlichen als gerechtfertigten Abscheu gegen die ״Satzungen der Greuel" der Kanaanitischen Volköstämme, vor denen die Thora so nachdrücklich warnt. Gewiß ist aber auch die Annahme nicht unberechtigt, daß das nationelle Gefühl jede Verschwägerung mit fremden Stämmen verhörreszirte. Ganz ans dieselbe Weise wurzelte in den alten Hellenen tief die Marime, daß der Adel des Geblütes nicht außerhalb der Familie, später nicht außerhalb des Staates, — mitgetheilt und vergeudet werden dürfe, sondern die Kraft des Bürgerthumes geschloffen erhalten werden müsse. Es galt für eine Begünstigung, wenn ein hellenischer Staat einem andern die Ehegenossenschasl (imyafHtt) gestattete.a) Auf eine gleiche Tendenz deutet das Gesetz hin, nach welchem bei den Römern eine gesetznräßige Ehe (matrimonium, connubium, conjugiuni justum, im Gegensätze von contubeinium, concubinatus) nur zwischen Bürgerinnen von gleicher Geburt stattfinden dürfte. Der hohen Aristokratie ist die Sorgfalt für die Er- Haltung der Reinheit des Blutes bis auf den heutigen Tag eine hochwichtige Standes- und Herzensangelegenheit. Die Haggada hat die in Rede stehenden biblischen Erinnerungen auf mannigfaltige Weise modifizirt, um den Inhalt derselben mit ihren eigenen Anschauungen in Einklang zu bringen. Abraham's Warnung gilt nicht der Wahl einer Kanaanitin überhaupt, was sich von selbst verstände, sondern der Wahl einer Tochter Mamre's, des frommen Freundes ') S. 1>. vor. Nro.